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Landkreis Leipzig verzeichnet wachsendes Interesse: Hochburgen in Brandis und Borna

Jugendweihe Landkreis Leipzig verzeichnet wachsendes Interesse: Hochburgen in Brandis und Borna

Ungebrochen ist in der Region das Interesse an der Jugendweihe. Neben dem Sächsischen Verband für Jugendarbeit und Jugendweihe bieten auch immer mehr Eltern-Initiativen individuelle Feierstunden an.

Ein Benimm-Seminar gehört zu den Angeboten rund um die Jugendweihe in Kitzscher.

Quelle: privat

Landkreis Leipzig. Sie gilt als Relikt der DDR-Zeit, erfreut sich aber dennoch ungebrochenen Zuspruchs. Auch in diesem Jahr lassen Hunderte von Jugendlichen im Landkreis ihre Kindheit offiziell hinter sich und feiern Jugendweihe. Im Aufwind sind nicht nur die Zahlen beim Sächsischen Verband für Jugendarbeit und Jugendweihe, auch alternative Anbieter vermelden Zulauf. Die Rötharin Ines Wellmann organisiert seit 2006 die individuellen Feierstunden – anfangs in Rötha, später im Kulturhaus Böhlen. In diesem Jahr haben 35 Teilnehmer die Zeremonie erlebt. Der Gedanke, eine eigene Veranstaltung auf die Beine zu stellen, kam der

Seit 2006 organisiert die Röthaerin Ines Wellmann individuelle Feierstunden

Seit 2006 organisiert die Röthaerin Ines Wellmann individuelle Feierstunden. In diesem Jahr hielt Landrat Henry Graichen vor 35 Jugendweihlingen die Festrede im Kulturhaus Böhlen.

Quelle: Matthias Geuther

Röthaerin bei der Jugendweihe ihrer Sohnes. „Damals war der Saal des Kulturhauses abgebrannt. Ein Umlenken der Achtklässler nach Borna kam für viele Eltern aber nicht in Frage. „Was als einmalige Sache gedacht war, hat sich inzwischen zur Tradition entwickelt“, freut sich die rührige Organisatorin. In diesem Jahr konnte sie erstmals Landrat Heny Graichen (CDU) als Festredner gewinnen. „Er hat auch eine wirklich tolle Rede gehalten“, ist Ines Wellmann noch immer ganz glücklich. Sie selbst sei ein „Kind der DDR“ und habe ihre Jugendweihe 1978 noch in Erinnerung. „Als Jugendliche fanden wir das damals ziemlich abartig, die offizielle Vereinnahmung und insbesondere das Buch „Der Sozialismus. Deine Welt.“ Heute erscheine es ihr aber wichtig, den Jugendlichen deutlich zu machen, dass für sie ein neuer Lebensabschnitt beginnt. „Damit zeigt man den jungen Leuten auch, dass man sie jetzt für fähig hält, Verantwortung zu tragen. “Ein solches Ritual findet die 53-Jährige bedeutsam. „Egal, ob es nun die Jugendweihe, Konfirmation oder Kommunion ist.“

In Grimma begann ebenfalls alles damit, dass Eltern die Feier selbst in die Hand nahmen. „Angefangen hat alles mit der Klasse meiner Tochter“, erzählt die Großbardauerin Kathleen Schlichter. In diesem Jahr stellt sie fünf Veranstaltungen auf die Beine – mit 180 Achtklässlern. Der Auftakt fand am Wochenende in Trebsen statt. Dass es von Jahr zu Jahr mehr Interessenten werden, liege an der Mund-zu-Mund-Propanda. „Die Eltern finden toll, was wir machen. Das spricht sich dann einfach herum.“ Die Teilnehmer kommen unter anderem aus Grimma, Bad Lausick, Wurzen und Trebsen. Die normale Feier kostet 150 Euro. Mit weiteren Angeboten wie Knigge- und Erste-Hilfe-Kurs kombiniert komme man auf 190 Euro.

Pegau mit drei Durchgängen

Über viel Erfahrung verfügt auch Jana Schad, Vorsitzende des Schulfördervereins Pegau. 140 junge Leute feiern in diesem Jahr im Volkshaus Pegau. „Der Jugendweihe-Verband hatte sich vor elf Jahren zurückgezogen, weil es damals nicht genügend Interesse gab“, erinnert sich die Reisebüro-Angestellte. „Wir wollten aber trotzdem eine Feier und stellten deshalb etwas Eigenes auf die Beine.“ Die besondere Handschrift hat sich bei Eltern in der Elsterregion herumgesprochen. „Inzwischen kommen auch die Groitzscher zum Feiern, so dass in diesem Jahr schon drei Durchgänge stattfinden.“ Die Feier selbst kostet 80 Euro, zusätzliche Eintrittskarten können für einen Euro erworben werden. Ausflüge, zum Beispiel in die MDR-Media-City, kosten extra.

In Kitzscher richtet der Verein Kinder- und Jugendförderung seit 2006 die Feierlichkeiten aus. In ihrem zehnten Jahr

Bei einer Kennenlernrunde in der Ökostation Birkenhain starteten die Jugendweihe-Vorbereitungen der Initiative aus Kitzscher

Bei einer Kennenlernrunde in der Ökostation Birkenhain starteten die Jugendweihe-Vorbereitungen der Initiative aus Kitzscher.

Quelle: privat

kann die Initiative 24 junge Leute zur Feier begrüßen. „Für unseren Sohn war uns der Verbands-Termin damals zu unpersönlich. Wir wollten keine Massenabfertigung“, erinnert sich Vereinsvorsitzende Kay Enge. Kabarettist Meigl Hoffmann wird am 20. Mai erneut die Festrede halten. „Wer mitfeiern möchte, wird für 86 Euro Vereinsmitglied. Inclusive ist unter anderem ein individuelles Foto-Album, das jeder Jugendweihling erhält.“ Eltern packen aber auch selbst mit an, um den Saal zu schmücken. Neben einem Kennenlerntreffen in der Ökostation Birkenhain bietet der Verein den Informations-Besuch bei einer Gynäkologin und ein Gespräch mit dem Friedensrichter an. „Auf dem Programm standen aber auch Flüchtlingsbegegnung und ein Treff mit der Feuerwehr, um die Jugendlichen ans Thema Ehrenamt heranzuführen“, so Kay Enge.

2,3 Angebote werden durchschnittlich von Jugendlichen genutzt

Trotz kreisweiter Eltern-Initiativen: Ein gestiegenes Interesse an den Feiern macht in diesem Jahr auch der Sächsische Verband für Jugendarbeit und Jugendweihe aus. „Besonders bei den Workshops spüren wir deutlich mehr Zulauf“, gibt Regionalkoordinator Marcel Lehmann zu Protokoll. Erstmals fand in diesem Jahr wieder eine Teenie-Disko in der Leipziger Moritzbastei statt, die auch von vielen Jugendlichen aus der Region besucht wurde. „Auch Rhetorik-Seminare oder Berufsorientierungskurse werden sehr gut angenommen.“ Jeder Jugendweihling besucht durchschnittlich 2,3 Angebote – Tendenz steigend. Insgesamt zählte der Verband in diesem Jahr knapp 670 Teilnehmer, 100 mehr als im Vorjahr.

Zur Konkurrenzsituation der Veranstalter, die sich in einigen Regionen abzeichnet, meint Lehmann: „Wir lassen uns gegenseitig in Ruhe. Und unsere Workshops werden auch von Jugendlichen besucht, die ihre Feierstunde dann anderweitig abhalten.“

Von Simone Prenzel

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