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Borna Landkreis Leipzig will Busfahren im Neuseenland attraktiver machen
Region Borna Landkreis Leipzig will Busfahren im Neuseenland attraktiver machen
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00:18 29.05.2017
Zwenkauer See. Quelle: André Kempner
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Borna/Böhlen

Wer heute vom Zwenkauer See nach Lagovida fährt und dabei aufs Auto verzichtet, braucht mehr als zwei Stunden. Eingeschlossen sind dabei 43 Minuten Wartezeit. Das soll sich ändern, wie Tobias Günther von der Dresdner Verkehrsplanung Köhler und Taubmann (VKT) GmbH jetzt im Schloss Belantis erläuterte. Dabei ging es im Rahmen eines Workshops um den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) für Tourismus und Wirtschaft im Leipziger Neuseenland, zu dem das Bornaer Landratsamt eingeladen hatte. Künftig soll es bessere Busverbindungen geben, durch die vor allem die großen Seen bei Markkleeberg und Zwenkau besser miteinander verbunden werden.

Es war Erwin Linnebach, Geschäftsführer des Vergnügungsparks Belantis, der den Finger in die Wunde legte. Zwar hätten die Besucher des Freizeitparks in der Regel ein Auto. Bei seinen Mitarbeitern sehe das aber schon anders aus. Und in der Tat: Das hohe Besucheraufkommen am Cospudener, Zwenkauer, Störmthaler und Markkleeberger See sowie in Belantis seien ein großes Potenzial für den Ausbau des ÖPNV, wie VKT-Fachmann Günther erläuterte. Das Dresdner Büro war vom Landratsamt mit der Untersuchung der aktuellen Verkehrsanbindung der großen Seen beauftragt worden.

Als Konsequenz schlagen die Experten vor, die bereits existierende Buslinie 106 von der S-Bahn in Markkleeberg über den Markkleeberger und den Störmthaler See sowie Lagovida bis zum Bahnhof nach Böhlen zu führen. „Dort können die Leute dann wieder in die S-Bahn einsteigen“, so Günther. Eine zweite Verbindung ist von der S-Bahn in Markkleeberg nach Belantis und Zwenkau geplant. Sie endet ebenfalls am Bahnhof Böhlen. Günther weiter: „Von Böhlen aus kann es dann weiter zum Hainer See gehen.“

Um diese Pläne umzusetzen, sei die Einrichtung neuer Haltestellen ebenso vonnöten wie eine verlässlicher Taktung der Busse, die während der Saison von April bis Oktober zumindest an den Wochenenden und in den Sommerferien jeweils von 9 bis 19 Uhr verkehren sollten. Außerdem müsse darüber nachgedacht werden, inwieweit zusätzliche Ziele wie etwa Pegau angesteuert werden können. Konkrete Entscheidungen müssten nach Angaben von Günther auch gefällt werden, wenn es um die gewünschte Mitnahme von Fahrrädern gehe. Offen sei zudem, ob es ein spezielles Tourismus-Ticket gibt.

Die Endfassung des neuen Konzepts für verbesserte Busverbindungen im Neuseenland liegt im nächsten Monat vor. Sollte der Kreistag dafür auf seiner Sitzung im September grünes Licht geben, „beginnen wie im April 2018 mit der Umsetzung“, so Günther. Dann läuft der Probebetrieb auf den beiden Linie in ihrer künftigen Form. Geplante Dauer: zwei, drei Jahre. Erst danach sei klar, inwieweit die neue Angebote auch von den Besuchern genutzt werden.

Dass es auch ums Geld geht, machte Stefan Lehmann, der Geschäftsführer des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes deutlich. Die neuen Buslinien bedeutete ein Plus von 90 000 Fahrplankilometern respektive 300 000 Euro Betriebskosten mehr jährlich. Davon ließe sich bestenfalls die Hälfte durch die Fahrpreise finanzieren.

Die Besucherzahlen könnten jedenfalls durch einen verbesserten ÖPNV steigen, zeigte sich Günther optimistisch. Zudem sinke der Bedarf an Parkplätzen. Eine umweltfreundlichere Anreisemöglichkeit verbessere nicht zuletzt das Image des Neuseenlandes.

Und die Fahrtzeiten verkürzen sich. Wer in der Perspektive von Zwenkau nach Lagovida will, der braucht nur noch 39 Minute.

Von Nikos Natsidis

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