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Landkreis installiert am Chemiewerk Böhlen Warnsystem

Elektronische Sirenen Landkreis installiert am Chemiewerk Böhlen Warnsystem

Bisher würden nach einem Störfall am Chemiestandort Böhlen-Lippendorf Polizeiautos mit Lautsprecherdurchsagen die Bevölkerung warnen. Demnächst sollen das elektronische Sirenen übernehmen. Nötig war das zwar noch nicht, dennoch setzt der Landkreis jetzt ein mindestens acht Jahre altes Vorhaben um.

Elektronische Sirene in Grimma. Hier dient sie vor allem zur Warnung vor Hochwassergefahren.

Quelle: Frank Schmidt,

Böhlen/Neukieritzsch/Rötha. Der Landkreis Leipzig will rund um den Chemiestandort Böhlen-Lippendorf ein Alarmierungssystem installieren, mit welchem die Bevölkerung im Falle eines Chemieunfalls informiert und gewarnt werden kann. Dazu sollen möglichst auf vorhandenen Sirenenstandorten in umliegenden Orten elektronische Sirenen installiert werden.

Mit dem Vorhaben, welches der Kreis bis zum Jahresende umsetzen will, wird die geltende Rechtslage vollzogen, sagt Jürgen Jubisch vom Sachgebiet Brand- und Katastrophenschutz im Landratsamt, der für das Projekt zuständig ist. Laut Bundesimmissionsschutzgesetz, erklärt er, werden Betriebe nach ihrem Gefahrenpotenzial eingestuft. Der Gesetzgeber ordne den Betrieben dann sogenannte Grundpflichten beziehungsweise erweiterte Pflichten zu. Bei den Unternehmen Dow und Trinseo, die im Industriegebiet Böhlen-Lippendorf ansässig sind, würden die erweiterten Pflichten greifen. Dazu gehöre ein Alarm- und Gefahrenabwehrplan, in dem auch die Benachrichtigung und Alarmierung der Bevölkerung geregelt wird. Für Letzteres ist der Landkreis zuständig.

Zwar sei ein Störfall laut Jubisch „äußerst unwahrscheinlich“, dennoch gebe es keine hundertprozentige Sicherheit. Bisher sah der Alarmplan vor, dass in einem Gefahrenfall Polizei- und Feuerwehrautos in die Orte rund um den Chemiestandort geschickt werden, die die Bewohner dann mit Lautsprecherdurchsagen warnen. Nötig sei das bisher nie gewesen. „Es gab“, sagt Jubisch, „noch keinen Störfall, der außerhalb des Betriebsgeländes zutage getreten wäre“, bei dem die Bevölkerung hätte gewarnt werden müssen.

Dennoch will der Kreis jetzt das Projekt umsetzen, das im Altkreis Leipziger Land schon seit 2008 verfolgt worden war. Nach der Fusion mit dem Muldental ließ der jetzig Landkreis Leipzig 2012 ein Gutachten erstellen, das ermittelte, wie groß im ungünstigsten Fall der von austretenden Chemikalien betroffene Bereich sein könnte. Im vorigen Jahr lief die Ausschreibung.

Vorgesehen ist, dass in Rötha eine, in Neukieritzsch, Böhlen und Zwenkau beziehungsweise Ortsteilen je zwei elektronische Sirenen installiert werden. Das beauftragte Unternehmen prüft derzeit, ob dazu die vorhandenen Sirenenstandorte in den Orten genutzt und umgerüstet werden können. Elektronische Sirenen geben nicht nur wie die herkömmlichen Alarmierungsgeräte einen Signalton ab, sie können auch Bandansagen sowie aktuelle manuelle Durchsagen mit großer Lautstärke verbreiten. Eine solche könnte zum Beispiel lauten: „Achtung, Achtung, hier spricht der Landkreis Leipzig. Schließen Sie Fenster und Türen und schalten Sie Ihre Rundfunkgeräte ein.“

Auch wenn – was für alle das Beste wäre – wie bisher keine Situation eintritt, die eine solche Warnung erforderlich macht, könnten die Sirenen doch hin und wieder zu hören sein. Regelmäßig zu Probezwecken, so wie das mit den herkömmlichen Geräten auch praktiziert wird. Und alle drei Jahre bei einer Übung gemeinsam mit den Unternehmen.

Bis Jahresende, sagt Jubisch, sollen die Sirenen installiert sein. Die Kosten für diese Investition sollen einschließlich Planung rund 450.000 Euro betragen.

Von André Neumann

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