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Borna Landkreis schreibt Blitzer aus
Region Borna Landkreis schreibt Blitzer aus
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05:00 19.01.2013
Blick ins Blitzerauto. Quelle: Jakob Richter
Borna

Gesichert ist zumindest das: Außerhalb von Ortschaften gibt es einen neuen Spitzenreiter: Für 73 Stundenkilometer über dem Limit musste der Betreffende 600 Euro zahlen und drei Monate hinter dem Lenkrad pausieren.

„Wir sind dort, wo die Unfallschwerpunkte sind. Damit sind wir natürlich in gewissem Maß berechenbar", sagt Brigitte Laux, Sprecherin des Landratsamtes in Borna. 53047 zu schnelle Autos hielten Landratsamt und Polizei anno 2011 im Landkreis Leipzig bildlich fest. Bis Mitte November 2012 wurden mehr als 38500 derartige Verstöße aktenkundig. Auch danach „blitzte" es, vorzugsweise auf der Bundesstraße 95 in Frohburg, im Geithainer Ortsteil Mark Ottenhain, auf der B6 in Machern sowie auf der viel befahrenen Grimmaischen Straße in Schmölen. In der Bornaer Region nicht zu unterschlagen die B95 in Espenhain und die B176 bei Eula. Darüber hinaus lieferten die bisher einzigen stationären Anlagen in den Deubener Teichkurven auf der B6 unbestechliche Aufnahmen: 7613 waren es 2011, im gerade zu Ende gegangenen Jahr 5841 plus X. Drei mobile Messgeräte unterhält der Landkreis Leipzig, zwei davon sind im Früh- und Spätdienst im Einsatz. Fünf Mitarbeiter bedienen diese Technik, zwei weitere kümmern sich um die Auswertung der Bilder und um den Versand der teuren Post. 2011 wurden 25095 Verwarn- und 2300 Bußgeldbescheide verschickt. Für 2012 waren es bis Mitte November 18030 Verwarn- und 1644 Bußgeldbescheide. Aus den Zahlen abzuleiten, die Autofahrer seien 2012 rücksichtsvoller gefahren, hält Brigitte Laux für zu kühn: „Dass die Zahlen differieren, hängt von mehreren Faktoren ab." Wegen personeller Engpässe sei in den ersten Wochen des vergangenen Jahres durch das Landratsamt weniger „geblitzt" worden. Andererseits hätte auch das Wetter einen erheblichen Einfluss: „Bei schlechtem Wetter wird weniger gerast." Spätestens ab dem Sommer kommen in Espenhain, Machern und Markranstädt stationäre Messanlagen hinzu. Der Kreistag hatte im Dezember beschlossen, nach einer Ausschreibung einen privaten Dienstleister mit Aufbau und Messung zu beauftragen. „Geplant ist, dass das private Unternehmen lediglich die Technik zur Verfügung stellt, die Auswertung aber in unserem Fachamt erfolgt", so Laux. Die Geräte seien geeicht, die Daten würden verschlüsselt und gegen Löschung und Manipulation gesichert. Die Rentabilität dieser neuen Messsäulen am Straßenrand sei Sache der Bewerber. Wer sich an der Ausschreibung beteilige, müsse eine Kosten-Nutzen-Rechnung vorlegen. Laux: „Dabei wird üblicherweise so kalkuliert, dass bei 0,5 Prozent der Fahrzeuge eine Geschwindigkeitsüberschreitung festgestellt wird." Bei Probe-Messungen im August 2012 habe man auf den Bundesstraßen 6, 95 und 186 in den drei genannten Orten „deutlich höhere Raten an Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt". In Espenhain seien mehr als 60 Prozent der Wagen schneller gewesen als erlaubt. In Machern betrug die Quote mehr als 30 Prozent in Fahrtrichtung Leipzig und 50 Prozent in Fahrtrichtung Wurzen. „Uns geht es darum, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und Unfälle zu reduzieren", sagt die Behördensprecherin. Geschwindigkeitsmessungen seien dafür ein probates Mittel – und keines, um die Kasse des Landkreises zu füllen. Die geplanten neuen Geräte seien am Straßenrand gut zu erkennen. Dass sie nur punktuell Raser zur Räson bringen könnten, lässt Laux nicht gelten: „Erfahrungsgemäß verringern sich nach der Errichtung der Anlage nach einer kurzen Hochphase die Geschwindigkeitsverstöße drastisch, da die Verkehrsteilnehmer sich in ihrem Fahrverhalten anpassen." Genau diesen Effekt, Autofahrer zu disziplinieren, wolle man erreichen. Die Kosten für den Landkreis sollen überschaubar sein. Er kümmert sich lediglich um die Stromanschlüsse für die Geräte und zahlt fünf Euro für jedes Foto, dass er dann, mit Verwarn- oder Bußgeld beschwert, an die Urheber des Tempoverstoßes weiterreicht.

Ekkehard Schulreich

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