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Borna Landrat Graichen: Arbeit der Retter im Landkreis Leipzig verdient Respekt
Region Borna Landrat Graichen: Arbeit der Retter im Landkreis Leipzig verdient Respekt
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17:38 06.11.2017
Landkreis Leipzig

Ob bei Unfällen, Bränden, Hochwasser oder anderen Gefahrenlagen – auf die über 4100 Frauen und Männer in den Freiwilligen Feuerwehren, im Katastrophenschutz und Technischen Hilfswerk sowie in der Notfallseelsorge ist im Landkreis Verlass. Erneut war der Feuerwehr- und Helfertag, zu dem Landkreis und Kreisfeuerwehrverband etwa 200 Ehrenamtliche ins Rittergut Großpösna eingeladen hatten, willkommener Anlass für ein großes Dankeschön. „Und zwar eines aller Einwohner des Landkreises an diejenigen, die selbstlos und mit viel Einsatz und Motivation für andere da sind“, unterstrich Landrat Henry Graichen (CDU) an die Adresse aller Kameradinnen und Kameraden in den 147 Ortsfeuerwehren, den 31 Stadt- und Gemeindefeuerwehren, den elf Katastrophenschutzeinheiten und -zügen sowie zwei THW-Ortsverbänden gerichtet. „Wie oft Sie vor Einsätzen aus dem Schlaf oder aus Familienfeiern gerissen werden und mit welchen Erlebnissen und Erfahrungen Sie nach Einsätzen zurechtkommen müssen“, nötige ihm Respekt ab. Der Kreischef benannte aber auch Umstände, die die Retter unnötig fordern. So würden zunehmend Gaffer die Arbeit der Einsatzkräfte behindern, ganz zu schweigen von zusätzlichen Belastungen, wie durch die jüngste Serie von Bombendrohungen auf Pflegeheime.

„Um das System leistungsfähig und modern zu halten, muss nicht nur über Anreize nachgedacht werden, sondern es müssen auf allen Ebenen unseres Staates Taten folgen“, mahnte Graichen an. „Neben Anreizen für das Ehrenamt wird es auch wichtiger werden, das Hauptamt zu festigen und zu stärken, um das Ehrenamt zu entlasten, zu unterstützen und für die Menschen interessant zu machen.“ Auch diejenigen, die sich nicht aktiv für die Sicherheit der Gesellschaft einbringen, müssten stärker in die Pflicht genommen werden, sprach sich Graichen für die Wiedereinführung einer Feuerwehrabgabe aus.

Auszeichnungen

Verdienstmedaille Kreisfeuerwehr: Andreas Knötzsch (Großpösna)

Steckkreuz: Uwe Wittig (Falkenhain), Markus Rieger ( Colditz), Udo Krenek (Großpösna, Uwe Zieger (Markkleeberg West)

Partner der Feuerwehr: KÖG Kleinbardau Landwirtschafts GmbH, Elektronik Hammer Grimma, HTI Dinger und Hortmann KG Niederlassung Zwenkau

Förderer der Feuerwehr: Schöllner Baudienstleistungen Borna, Fahrschule Schubert, Inhaber René Schwarze, Grimma

Auszeichnungen für besondere Dienste: Anni Ludwig (Stadt Frohburg), Kai Weitzmann (Werksfeuerwehr Böhlen)

Landkreis und Kreisfeuerwehrverband bedankten sich vor allem bei langjährigen und verdienstvollen Helfern. Insgesamt wurden 83 Frauen und Männer für ihre ehrenamtliche Arbeit ausgezeichnet. Darunter Kameradinnen und Kameraden, die für ihre 25- und 40-jährige Tätigkeit geehrt wurden, ebenso Mitstreiter der Hilfsorganisationen, die sich seit 10, 25 oder 40 Jahren engagieren und Personen, die im Katastrophenschutz Besonderes geleistet haben. Verliehen wurde zudem das Feuerwehr-Ehrenzeichen als Steckkreuz in Silber an Peter Wagner von der Ortsfeuerwehr Nemt (Wurzen) als Anerkennung durch den Freistaat.

Graichen bilanzierte, dass im Jahr 2016 bei 466 Einsätzen im Landkreis 38 Menschen gerettet werden konnten. „38 Menschen, die Euch ihr Leben lang dankbar sein werden.“ Außerdem seien die Kameraden bei 44 Groß- und 90 mittleren Bränden gefordert gewesen.

Um auch künftig alle Herausforderungen meistern zu können, müsse die Nachwuchsgewinnung obenan stehen. Gerade um junge Leute zu halten, sieht der Landkreis seine Aufgabe vor allem darin: Noch attraktiver für Unternehmen werden, damit Arbeitsplätze entstehen und Retter nicht pendeln müssen.

Von Simone Prenzel

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