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Borna Landrat Graichen macht Plambeck nach Großbrand zur Chefsache
Region Borna Landrat Graichen macht Plambeck nach Großbrand zur Chefsache
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15:08 23.03.2018
Am 12. März brannten drei hallen mit Ersatzbrennstoffen auf diesem Firmengelände in Lippendorf ab. Quelle: Matthias Strauss
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Neukieritzsch/Lippendorf/Borna

Das Landratsamt macht die Situation beim Unternehmen Plambeck ContraCon Bau und Umwelttechnik GmbH Leipzig zur Chefsache. Nachdem dort am 12. März zum zweiten Mal innerhalb von vier Jahren Kunststoffabfälle für einen Großbrand gesorgt hatten, will Landrat Henry Graichen (CDU) persönlich mit dem Geschäftsführer sprechen. Das Treffen sei für nächste Woche anberaumt, ließ das Landratsamt am Freitag auf Anfrage wissen.

In dem Gespräch sollen demnach die Brände in den Jahren 2014 und 2018 thematisiert werden. Der Landrat möchte mit der Unternehmensführung besprechen, welche möglichen Präventionsmaßnahmen ergriffen werden können, um Brandereignisse weitestgehend auszuschließen.

Bereits 2014 wütete bei Plambeck Feuer

Zu Pfingsten 2014 brannte auf dem Firmengelände schon einmal eine Halle, in der auch Ersatzbrennstoffe gelagert wurden. Quelle: Frank Prenzel

Das Unternehmen auf dem Territorium der Gemeinde Neukieritzsch, Ortsteil Lippendorf, befasste sich ursprünglich mit der Sanierung kontaminierter Böden. Erst als zu Pfingsten 2014 eine Lagerhalle in Brand geriet, in der sich auch Kunststoffabfälle befanden, fiel auf, dass Plambeck ContraCon Bau und Umwelttechnik sich auch auf das Geschäft mit so genannten Ersatzbrennstoffen (EBS) verlegt hatte. Damals besaß die Firma dafür allerdings noch keine Genehmigung. Die erhielt es vom Landratsamt erst im Oktober 2015.

EBS sind Brennstoffe, die aus Abfällen gewonnen werden, im konkreten Fall aus Kunststoffabfällen, wie sie beispielsweise in gelben Tonnen gesammelt werden.

„Beim bestimmungsgemäßen Betrieb der Lageranlagen“, teilt das Landratsamt mit, würden sich keine Gefährdungen für die Allgemeinheit und die Nachbarschaft ergeben. Doch angesichts des hohen Potenzials zur Selbstentzündung des Materials sieht Landrat Graichen „das Unternehmen in der besonderen Verantwortung“, begründet dessen Sprecherin Brigitte Laux das Treffen mit der Geschäftsführung. Nach Ausbruch des Brandes war die Bevölkerung in den umliegenden Orten aufgerufen worden, Türen und Fenster geschlossen zu halten.

Polizei geht von Selbstentzündung aus

Die Polizei sieht unterdessen tatsächlich eine Selbstentzündung als wahrscheinlichste Brandursache an. Möglich sei laut Uwe Voigt von der Polizeidirektion Westsachsen auch ein „nachglimmender Stoff“ wie beispielsweise ein Zigarettenstummel. Den Brandursachenermittlern, die erst anderthalb Tage nach dem Ablöschen des Feuer mit Gummistiefeln und Schutzanzügen in die Anlage konnten, sei es auch mit Hilfe von Zeugenbefragungen gelungen, festzustellen, in welcher der drei ausgebrannten Hallen das Feuer ausgebrochen war.

In einer ersten Überprüfung hat das Landratsamt anhand von Unterlagen ermittelt, ob die zulässige Lagermenge eingehalten wurde. „Die Menge der gelagerten Ersatzbrennstoffe lag innerhalb der vereinbarten 2000 Tonnen, so dass es hierzu keine Beanstandung gab“, teilt Brigitte Laux mit.

Von André Neumann

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