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Landratsamt blitzt immer mehr

Landratsamt blitzt immer mehr

Es blitzt immer häufiger - nicht am Himmel über dem Leipziger Südraum, sondern an den Straßenrändern: Allein in den ersten vier Monaten des Jahres ertappte das Landratsamt 38 900 Autofahrer, die zu schnell unterwegs waren.

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Pro Monat etwa 10 000 Blitze: Kein Gewöhnungseffekt in Espenhain.

Quelle: Thomas Kube

Borna. Schon das waren mehr, als im gesamten Jahr 2013. Das Gros dieser teuren Fotos geht auf die beiden stationären Geräte zurück, die seit Januar in Espenhain beidseits der Bundesstraße 95 ihr rotes Auge auf den Verkehr richten.

Knapp 30 000 Tempo-Überschreitungen zwischen Januar und April protokollierten die beiden Kameras in Espenhain. Zu schnell waren dort darüber hinaus 534 Autofahrer, die das Landratsamt und die Polizei mit mobilen Blitzern ertappten.

Die Chance, dass in Espenhain besonders Eilige denkwürdige Fotos zugestellt bekommen, hat sich nach dem Überraschungseffekt der ersten Wochen herumgesprochen - sollte man meinen. Die Realität ist offenbar eine andere. "Es ist nur ein leichter Rückgang der Fallzahlen zu verzeichnen. Die B 95 ist stark durch den Fernverkehr frequentiert, da sie die Verbindung zwischen A 72 und A 38 darstellt. Das ist eine mögliche Erklärung dafür, warum kein sogenannter Gewöhnungseffekt eintritt", sagt Brigitte Laux, Sprecherin des Landratsamtes. Sie stützt sich auf die bis jetzt vorliegenden Zahlen von Christian Penzholz, der das verantwortliche Sachgebiet in der Behörde leitet. Denen zufolge sank die Zahl der "Geblitzten" in Espenhain nur in geringem Maß: von 10 242 im Januar auf 9985 im April. Interessanterweise zeigt die Statistik, dass in Fahrtrichtung Leipzig zügiger gefahren wird - oder dass die Kamera in ihrer Kurvenlage, von Grün halb verdeckt, einfach treffsicherer platziert ist. Am schnellsten unterwegs war ein Auto mit 131 Kilometern pro Stunde bei erlaubten 50. Die Konsequenz: 680 Euro Geldbuße, drei Monate Fahrverbot, zwei Punkte.

Doch es geht nicht nur um Espenhain. "Der Landkreise hat derzeit zwei Messteams zur mobilen Verkehrsüberwachung. Sie arbeiten im Zwei- und Drei-Schicht-System und decken so die Zeit zwischen 5 und 21 Uhr ab", sagt Laux. Für die Messteams stünden 616 Messstellen, zusammengefasst in einer Messstellenliste, zur Verfügung. Laux: "Schwerpunkte werden in Abstimmung mit der Verkehrsunfallkommission oder aufgrund von Anforderungen durch die Städte und Gemeinden sowie durch Anfragen der Bürger gesetzt."

Durch das Polizeirevier Borna wurden im vergangenen Jahr 44 Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. Im ersten Halbjahr 2014 waren es 28 Kontrollen. "Gemessen wurde ausschließlich durch ein Laser-Messgerät, verbunden mit einer Anhaltekontrolle", erklärt Andreas Loepki, Sprecher der Polizeidirektion Leipzig. Die Beamten erläuterten das Fehlverhalten und warum die Kontrollen zu dieser Zeit und an diesem Ort durchgeführt werden. "Damit steigert sich der Belehrungs- und Erziehungseffekt aus unserer Sicht deutlich." Neben dem Revier ist auch die Verkehrspolizeiinspektion in Sachen Tempomessung unterwegs.

Wie viele Autofahrer im Geschwindigkeitsrausch erwischt würden, hänge direkt mit der Anzahl und der Dauer der Kontrollen zusammen, sagt Loepki. "Aus unserer Sicht ist aber kein Anstieg zu verzeichnen. Die Nichtbeachtung der gebotenen Geschwindigkeit bewegt sich auf einem relativ konstanten Niveau." Ob die Verschärfung der Bußgeldandrohung, die zum 1. Mai in Kraft trat, einen erzieherischen Effekt zeige, bleibe abzuwarten. Mit einer "dauerhaften Abschreckung" rechne bei der Polizei kaum einer ernsthaft. Loepki: "Das Entdeckungsrisiko wird als gering erlebt und mithin bewusst eingegangen. Unfall- und Unfallfolgenrisiko werden deutlich unterschätzt."

Bei der Tempoüberwachung setze die Polizei Schwerpunkte, etwa dort, wo sich Unfälle häuften oder wo nahe Kindergärten und Schulen und in verkehrsberuhigten Bereichen die Gefährdung besonders hoch sei. Die stationären Blitzer in Espenhain betrachtet Andreas Loepki als sinnvolle Investition in mehr Sicherheit: "Die Messanlagen haben genau die positive Wirkung, die bezweckt war." Insbesondere Pendler und im Umfeld Wohnende passten ihr Tempo den Regeln an. Damit werde "die Verkehrssicherheit - insbesondere für die Anwohner in Espenhain - wirkungsvoll gefördert. Dass einzelne Unbelehrbare nach dem ,Blitzer' wieder aufs Gaspedal treten, ist kein Geheimnis. Dies berücksichtigen wir gelegentlich bei der Auswahl unserer Kontrollstellen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.08.2014
Ekkehard Schulreich

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