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Landratskandidat Graichen

Landratskandidat Graichen

Borna. Offiziell stellt sich die Frage nicht, sagen die Betroffenen. Dabei gilt neuerdings als ausgemacht, dass die CDU den Neukieritzscher Bürgermeister Henry Graichen (CDU) als Kandidaten für den Posten des Landrates auf ihren Schild heben will.

Noch vor kurzem hatte Amtsinhaber Gerhard Gey (CDU) erklärt, er könne sich auch eine Verlängerung seiner Dienstzeit vorstellen (die LVZ berichtete).

Graichen ist so, wie sich wohl viele einen (Kommunal-)Politiker schnitzen würden. Der Mann hat Ahnung, kann reden und sieht aus weiblicher Perspektive auch alles andere als schlecht aus. Und er hat Erfahrung. Seit zwölf Jahren steht der 36-Jährige als Bürgermeister an der Spitze der Gemeinde Neukieritzsch, wo er wohl nach aktuellem Stand einen Arbeitsvertrag auf Lebenszeit bekommen könnte. Allerdings behaupten Leute, die es wissen müssen, sich aber nicht aus der Deckung wagen, dass Graichen seinen Arbeitsplatz verlegen könnte - ins Bornaer Landratsamt. Dort sitzt seit fünf Jahren Gerhard Gey, der zuvor schon 18 Jahre an der Spitze des einstigen Kreises Grimma sowie des Muldentalkreises stand. Gey hatte erst vor einigen Woche erklärt, dass er sich durchaus vorstellen könnte, im Jahr 2015, wenn die turnusmäßige Neuwahl des Landrates ansteht, erneut anzutreten.

Darin fühlt er sich angesichts er geplanten Gesetzesänderung im Freistaat Sachsen sogar noch bestärkt. Wenn die schwarz-gelbe Koalition in Dresden, wie geplant im Herbst die Erhöhung des Alters beschließt, in dem Bürgermeister und Landräte noch auf ihren Posten bleiben dürfen, dann hätte eine erneute Kandidatur für den 62-Jährigen durchaus Sinn. Immerhin könnte er auch noch eine weitere Legislaturperiode im Amt bleiben, sofern der Wähler und seine Partei das wollen. Gey erklärt auf Anfrage, "dass ich mir das überlegen muss". Er fühle sich gut, andererseits gebe es natürlich auch andere Ziele im Leben. "Ich werde mir überlegen, wie ich mein Leben mit 65 Jahren gestalte."

Graichen wiederum hält sich offiziell bedeckt, wiewohl er gar nicht anders kann, als sich geschmeichelt zu fühlen. Schließlich gibt es üblere Nachreden als die, als Kandidat für den Landratsposten im Landkreis Leipzig in Frage zu kommen. Dennoch antwortet er auf Nachfragen pflichtgemäß: "Die Frage stellt sich jetzt gar nicht." Er habe eine Aufgabe in Neukieritzsch, die ihn ausfülle. Die Frage einer Landratskandidatur müsse in der CDU ein Jahr vor dem Urnengang geklärt werden.

Auch der CDU-Landtagsabgeordnete und Kreisvorsitzende Georg-Ludwig von Breitenbuch mag sich nicht festlegen und will die Botschaft, dass der Kandidat 2015 Graichen heißt, nicht bestätigen. Dafür kommen Kommentare von der politischen Konkurrenz. Etwa vom Vorsitzenden der Linken Westsachsen, Holger Luedtke. Ungewöhnlich stark lobt er Graichen als einen "Kommunalpolitiker, der sehr sachbezogen argumentiert". Und weiter. "Ich achte in sehr." Die CDU habe jedenfalls "sehr viel schlechtere Leute", und da wäre einer wie Graichen "ein Lichtblick". Nichtdesto zum Trotz werde die Linke mit einem geeigneten Kandidaten bei den Landratswahlen antreten.

Der SPD-Kreisvorsitzende Oliver Urban erklärt, Gey habe seinen Ruhestand verdient. Graichen sie in der kommunalen Familie verankert und kenne die Probleme aus Sicht der Kommunen. Diese Sichtweise solle er mitnehmen, sollte er Geys Nachfolger werden. Wobei Urban sofort einschränkt, dass es so kommen wird oder muss. Natürlich trete die SPD mit einem eigenen Kandidaten an, wobei die frühere Bornaer Landrätin Petra Köpping (SPD) eine Option sei. Die SPD-Landtagsabgeordnete hatte ebenso wie Gey erklärt, sie könne sich eine erneute Kandidatur vorstellen, wobei sei offenließ, ob sie das im Landkreis Leipzig oder in Nordsachsen machen will. Mit wem aber auch immer, so Urban, für die SPD sei klar, "dass wir auf Sieg setzen".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.05.2013

Nikos Natsidis

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