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Borna Landschaftsstreit bei Wiederau: Wald oder Aue
Region Borna Landschaftsstreit bei Wiederau: Wald oder Aue
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00:19 14.02.2018
Mit Waldkönigin Friederike Binder (M.) verlief die erste Baumpflanzung am Ex-Sender Wiederau problemlos. Nun wird ein neues Gutachten gefordert. Quelle: Gislinde Redepenning
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Pegau/Wiederau

Erneut trifft die weitere Aufforstung am ehemaligen Sender Wiederau auf Widerstand. Das Landratsamt verlangt erst eine Umweltverträglichkeitsprüfung, ehe auf fast 16 Hektar einheimische Gehölze in den Boden gebracht werden können. Die geplante Umwandlung der bisher an einen Landwirtschaftsbetrieb verpachteten Auenfläche in Wald hatte bereits in der September-Sitzung des Pegauer Stadtrates Gegenwind erhalten. Stattdessen war die Baumpflanzaktion auf den benachbarten reichlich acht Hektar im April des Vorjahres auf allgemeine Zustimmung gestoßen. Die Stiftung Wald für Sachsen, die federführend das gemeinsame Vorhaben mit der Stadt Pegau betreibt, bemüht sich nun darum, einen Konsens mit der Kreisbehörde zu finden, um die teure Untersuchung zu vermeiden.

In seinem elektronischen Amtsblatt veröffentlichte der Landkreis jetzt, dass nach einer allgemeinen Vorprüfung eine Pflicht zur Umweltverträglichkeitsprüfung vorliegt. Der Grund: „weil das Vorhaben erhebliche nachteilige Umweltauswirkungen haben kann“. Bei der Fläche handele es sich um den Lebensraumtyp „Flachland Mähwiese“. Es seien Brutvorkommen von Feldlerche, Neuntöter, Schwarzkehlchen und Dorngrasmücke bekannt. „Als Teillebensraum für den Weißstorch und den in den angrenzenden Gehölzen brütenden Rotmilan hat das Gebiet eine bedeutende ökologische Wertigkeit durch die Größe und die weitgehende Störungsfreiheit.“ Zudem könnten „weitere, an Offenland gebundene wertgebende Artengruppen wie Libellen oder Heuschrecken nicht ausgeschlossen“ werden. Und es seien Denkmalschutzbelange zu einzuschätzen.

Die Stiftung Wald für Sachsen will solch eine Prüfung nicht bezahlen, heißt es auf Anfrage. „Das kann durchaus 10 000 Euro kosten, dafür könnten wir circa 1,5 Hektar Land aufforsten. Das Geld können wir so nicht ausgeben“, sagt Geschäftsführer Henrik Lindner. „Und was wird da geprüft? Ob sich die ursprünglichste Vegetationsform überhaupt, der Wald, mit der Umwelt verträgt.“ Zudem seien bereits 2015 Gutachten erstellt worden, als fürs gesamte Areal von knapp 25 Hektar eine Erstaufforstungsgenehmigung beantragt worden war. Aufgrund von Einwänden der Unteren Naturschutzbehörde wurde dann eine Reduzierung auf ein unstrittiges Drittel vorgenommen. „Dort haben sich die Bäume gut entwickelt. Das gilt auch für das Artenschutzprojekt für die vom Aussterben bedrohte Schwarzpappel“, so Lindner. Der Sachsenforst habe die Setzlinge für einen Hektar zur Verfügung gestellt; der Fraßschaden eines Rehbock sei zum Glück nicht so groß gewesen.

Bei einer Beratung im Landratsamt habe es keine Einigung gegeben. Lindner setzt seine Hoffnungen nun auf einen Termin mit der Behördenspitze im März. „Wir sind zuversichtlich, wir haben gute Argumente für eine Einigung“, findet er. Möglich wären doch Auflagen wie standorttypische, einheimische Bäume; vorgesehen seien ja nur Laubgehölze wie Eiche und Linde, Hainbuche, Eberesche, Elsbeere, Flatterulme, Spitzahorn und Vogelkirsche. Und eine spezielle Waldrandgestaltung sei möglich. „Damit würden wir sogar dem Neuntöter was Gutes tun.“ Gerade aber die Vögel würden noch einige Jahre, beim Wachsen der Bäume, hier Lebensmöglichkeiten finden. „Zudem sind sie mobil, weiteres Offenland ist in der Nähe.“ Schließlich gehöre der Raum Leipzig zu den waldärmsten Regionen in Sachsen. Deshalb solle doch aufgeforstet werden.

Was jedoch im angrenzenden Wiederau auf Skepsis stößt. Zumindest hatten sich die dortige CDU-Stadträtin Ute Krüger und Ortsvorsteher Michael Buth (Freie Wählervereinigung Wiederau) im Namen des Ortschaftsrates im September gegen das Projekt ausgesprochen.

Von Olaf Krenz

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