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Borna Landwirtschaft wird eu-weit gezählt
Region Borna Landwirtschaft wird eu-weit gezählt
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15:59 25.01.2010
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Zu Hintergründen fragte die LVZ Irene Schneider-Böttcher, Präsidentin des Statistischen Landesamtes in Kamenz.

Frage: Wozu dient diese Zählung?

Irene Schneider-Böttcher: Die Ergebnisse liefern Europäischer Kommission und Rat zahlreiche Informationen für die Gestaltung der Agrarpolitik bis 2020. Sie helfen, den Strukturwandel in der Landwirtschaft zu erkennen und seine Ursachen untersuchen zu können. Die Ergebnisse bieten für Regierung, Verwaltung, Landwirte und Wissenschaft auf nationaler Ebene statistischen Grundlagen für Entscheidungen. Erstmals sind objektive Vergleiche unter allen Mitgliedern der EU möglich, denn nach der letzten Zählung 1999 ist die EU deutlich erweitert worden. Wie oft findet die Zählung statt? Etwa aller zehn Jahre. Es ist der neunte Zensus seit 1930, für Sachsen nach 1999 der zweite. Unter Federführung des Statistischen Amtes der Europäischen Gemeinschaft nehmen alle EU-Staaten teil. Nach welchen Kriterien erfolgt die Zählung? Die klassische Haupterhebung hat ihren Schwerpunkt bei Bodennutzung und Tierbeständen, bei Pachtverhältnissen, Öko-Landbau, Arbeitskräften, Einkommen und Berufsbildung. Der zweite Teil ist eine einmalige Stichproben-Erhebung über landwirtschaftliche Produktionsmethoden. Er liefert Angaben zur Bodenbearbeitung, zur Fruchtfolge, zur Bewässerung und zum Erosionsschutz, zu Landschaftselementen, zu Stallhaltungsverfahren und zur Weidehaltung. Daten sammeln ist das eine. Wer wertet sie aus? Die Statistischen Landesämter befragen die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe ihres Bundeslandes. Das Ergebnis wird auch von ihnen ausgewertet und veröffentlicht. Die Landesergebnisse werden dem Statistischen Bundesamt übergeben, das das Deutschlandergebnis zusammenstellt.  Wie werden die Ergebnisse genutzt? Die Ergebnisse dienen der Politik in Deutschland und in Europa, um Entscheidungen über  Förderszenarien oder zur Landwirtschaftspolitik grundsätzlich treffen zu können. Wann liegen die Ergebnisse vor? Erste vorläufige Daten zur Bodennutzung werden Ende Juli vorliegen. Detaillierte Auswertungen, teilweise bis auf Gemeindeebene, werden 2011 veröffentlicht. Dabei wird strikt auf die Einhaltung der bestehenden Geheimhaltungsvorschriften geachtet. Was müssen die Betriebe tun? Sie können die zugesandten Unterlagen direkt ausfüllen und an das Statistische Landesamt zurückschicken oder ihrer Auskunftspflicht über das Internet online nachkommen. Unsere Mitarbeiter leisten gern telefonische Unterstützung. Dürfen die Betriebe ablehnen? Nein. Die Landwirtschaftszählung ist im Agrarstatistikgesetz als Erhebung mit Auskunftspflicht verankert. Wie viele Betriebe werden in Sachsen befragt? Die Zählung findet in Sachsen bei 6600 landwirtschaftlichen Betrieben mit einer bestimmten Größe statt. Bei 3500 dieser Unternehmen geht es zusätzlikch um landwirtschaftlichen Produktionsmethoden. Außerdem werden 1500 Forstbetriebe befragt.

Ekkehard Schulreich

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