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Landwirtschaftsbetrieb Kitzscher: Neuer Chef und hochmoderne Maschine

Führungswechsel Landwirtschaftsbetrieb Kitzscher: Neuer Chef und hochmoderne Maschine

Martin Landgraf, der Chef des Landwirtschaftsbetriebes Kitzscher, geht in die Elsterregion, um auch dort einen Kartoffelerzeuger aufzubauen. In Kitzscher gibt es mit Kevin Frost einen neuen Geschäftsführer – und bald auch eine neue, hochmoderne Maschine.

Wechsel an der Spitze des Landwirtschaftsbetriebs Kitzscher: Geschäftsführer Martin Landgraf (r.) verlässt den Kartoffelerzeuger, Kevin Frost wird sein Nachfolger.

Quelle: André Neumann

Kitzscher. Der Landwirtschaftsbetrieb Kitzscher hat ab dem 1. Oktober einen neuen Chef: Kevin Frost übernimmt von Martin Landgraf, der in der Elsterregion einen Kartoffelanbaubetrieb aufbauen will. Dem neuen Mann in Kitzscher steht gleich eine große Aufgabe bevor: Ende des Jahres wird eine neue Kartoffelsortiermaschine installiert.

 

Landgraf (40) leitete den Betrieb, der vor einem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feierte und noch rund 30 Mitarbeiter zählt, seit Mitte 2008. Der Landwirtschaftsbetrieb Kitzscher ist vor allem als Kartoffelspezialist bekannt, obwohl die Knollen gerade mal auf einem Neuntel der 2700 Hektar angebaut werden, die der Betrieb bewirtschaftet. Jetzt will Landgraf sein Know-how einsetzen, um in der Elsterregion einen Kartoffelerzeuger aufzubauen.

Der neue Betrieb wird ein Tochterunternehmen der von Landgrafs Vater geleiteten Argrarproduktion Elsteraue sein und ihren Sitz in Weideroda bei Pegau haben. Vorwiegend sollen dort Pflanzkartoffeln angebaut und gezüchtet werden.

Auch in Kitzscher werden schon auf etwa der Hälfte der Anbaufläche rund 30 Sorten Pflanzkartoffeln gezogen. Mit denen lässt sich ein höherer Ertrag als mit Speisekartoffeln erzielen. Allerdings ist auch das Risiko höher. Denn während des mehrjährigen Anzuchtsverfahrens kann einiges schiefgehen. Bis dahin, dass eine gerade gezüchtete Sorte plötzlich nicht mehr nachgefragt wird. Da ist das Handicap in diesem Jahr noch vergleichsweise klein. Im heißen, trockenen Frühjahr bildeten die Pflanzen nur wenige Knollen, die dann im feuchten Sommer kräftig wuchsen. Deswegen sind jetzt viele der Pflanzkartoffeln zu groß und müssen aussortiert werden.

Das erledigt künftig eine moderne Sortiermaschine. Die kostet rund 600 000 Euro und kommt aus der Schweiz, dem Land der Präzision. Die Anlage, für die bereits eine Halle hergerichtet wird, vermisst jede einzelne Kartoffel, soll auch Fäulnis, Defekte und Druckstellen erkennen sowie Steine und Erdklumpen aussortieren. Dass damit manuelle Arbeitsplätze wegfallen, sieht Landgraf nicht als Problem. Denn zum Sortieren per Hand wurden bisher häufig Saisonkräfte eingesetzt. Das sei „keine so tolle Arbeit“, um die habe sich niemand gerissen.

Der 30-jährige Kevin Frost freut sich schon drauf, das neue Multitalent in Betrieb nehmen zu können. Landgraf hatte den Gesellschaftern den jungen Mann als seinen Nachfolger vorgeschlagen. Zuvor hatte der über Ostern Zeit, über das Angebot seines Chefs nachzudenken. „Die Chance war zu einmalig, um Nein zu sagen“, erzählt er rückblickend.

Frost ist seit fünf Jahren im Betrieb und seit drei Jahren für die komplette Pflanzenproduktion verantwortlich. Er plant und organisiert den Anbau von der Aussaat über die Düngung und den Pflanzenschutz bis zur Ernte. Das ist viel Büroarbeit, aber er schaut sich auch selbst auf den Feldern um und setzt sich bei Bedarf auf den Traktor. Nun also die neue Sortiermaschine, die trotz Computersteuerung und sensibler Sensorik auch mit frisch aus schlammiger Erde geholten Kartoffeln zurecht kommen soll. „Ich freue mich über jede neue, innovative Technik“, sagt der neue Geschäftsführer.

Mit dem der Landwirtschaftsbetrieb Kitzscher auch seinem Anspruch treu bleibt, für Klein- und Endverbraucher da zu sein. Ab Montag werden auf dem Kartoffelhof in Kitzscher Einkellerungskartoffeln angeboten, die bei vielen offenbar immer noch beliebt sind.

Von André Neumann

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