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Borna Langjährige Strafen für Folter in Regis-Breitingen
Region Borna Langjährige Strafen für Folter in Regis-Breitingen
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09:28 22.04.2010
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Das Leipziger Landgericht verurteilte den 17-Jährigen und den 26- Jährigen am Donnerstag wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und Nötigung.

Die jungen Männer hatten zugegeben, zusammen mit anderen im Mai 2008 einen damals 18-Jährigen zunächst über längere Zeit misshandelt zu haben. Anschließend versuchten die beiden Haupttäter, ihn umzubringen. Das Opfer, das wegen Schwarzfahrens in Jugendhaft saß, überlebte die Taten, ist allerdings noch heute in psychologischer Behandlung. Sie wollten ihr Opfer töten

Der 17 Jahre alte Angeklagte bekam eine Jugendstrafe von sechs Jahren. Der 26-Jährige wurde zu einer Gesamtstrafe von sieben Jahren und sechs Monaten verurteilt. Damit blieb das Gericht unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Beide Männer haben schon einige Vorstrafen auf dem Kerbholz. „Den Angeklagten kam es von Anfang an darauf an, ihr Opfer zu töten, allerdings wollten sie es wie einen Selbstmord aussehen lassen“, begründete der Vorsitzende Richter Norbert Göbel sein Urteil. Sie hätten mit Rohheit und Gefühllosigkeit gehandelt und ihr Opfer menschenverachtend behandelt. Motiv trotz der Geständnisse unklar

Leipzig. Im Prozess um den Folterskandal in Regis-Breitingen sind die beiden Angeklagten am Donnerstag vor dem Leipziger Landgericht zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Richter Norbert Göbel sprach sie wegen gefährlicher Körperverletzung, Nötigung und versuchten Mordes schuldig. „Den Angeklagten kam es von Anfang an darauf an ihr Opfer zu töten“, begründete Göbel sein Urteil.
Trotz der Geständnisse sei das Motiv für die Tat unklar geblieben. Göbel geht davon aus, dass die jungen Männer Macht ausüben wollten. Zum weiteren Lebensweg der beiden sagte der Richter, dass es noch nicht zu spät sei, sich zu ändern. „Wenn sie allerdings so weiter machen, müssten die Angeklagten dauerhaft weggesperrt werden. Die Sicherungsverwahrung steht bereits vor der Tür“, warnte Göbel.

Die beiden Angeklagten nahmen das Urteil ohne sichtbare Gefühlsregung auf. Der jüngere der beiden Männer saß wie im gesamten Prozess zeitweise gelangweilt und grinsend auf der Anklagebank. Sein Anwalt Stephan Bonell begründete dieses Auftreten mit dem Unvermögen seines Mandanten, die Taten einzuschätzen. Dieser bereue aber zutiefst, was geschehen sei. Weitere Mittäter bereits verurteilt

An dem Folterskandal in Regis-Breitingen waren noch andere Häftlinge beteiligt. Sie wurden bereits verurteilt. Fünf junge Männer bekamen vom Amtsgericht Leipzig wegen Nötigung und gefährlicher Körperverletzung Strafen, die von Arbeitsstunden bis zu drei Jahren und sieben Monaten Gefängnis reichen. Ein weiterer Mithäftling wurde wegen Vergewaltigung des späteren Opfers vom Landgericht Dresden zu einer Gesamtstrafe von sechs Jahren verurteilt.

Christiane Kohlmann und Birgit Zimmermann, dpa

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