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Langjährige Strafen für Gefängnis-Folter in Regis-Breitingen gefordert

Langjährige Strafen für Gefängnis-Folter in Regis-Breitingen gefordert

Weil sie einen Häftling im Jugendgefängnis Regis-Breitingen gefoltert haben, sollen zwei junge Männer nach dem Willen der Staatsanwaltschaft langjährige Strafen verbüßen.

Leipzig. Anklagevertreter Ulrich Jakob forderte am Mittwoch im Landgericht Leipzig für einen 17-Jährigen eine Jugendstrafe von sieben Jahren. Er sei ebenso wie ein 26-Jähriger der Nötigung und des versuchten Mordes schuldig.

Für den Älteren forderte Jakob neun Jahre und zehn Monate Haft. Beide hatten am letzten Verhandlungstag gestanden, einen 18 Jahre alten Mithäftling gequält und mit einem Gürtel gewürgt zu haben. Sie sagten, dass sie das so nicht gewollt hätten - und entschuldigten sich.

Die Männer sind wegen versuchten Mordes angeklagt. Beiden sei bewusst gewesen, dass sie ihr Opfer hätten töten können, sagte Jakob. „Aber es war ihnen egal.“ Laut Anklage versuchten die Häftlinge mit den Quälereien, ihr Opfer in den Selbstmord zu treiben. Nach Ansicht der Verteidiger allerdings wollten sie den 18-Jährigen nicht töten und sind deswegen nur der gefährlichen Körperverletzung schuldig. An den Misshandlungen sollen auch andere Häftlinge beteiligt gewesen sein. Dazu gibt es weitere Anklagen vor dem Amtsgericht Leipzig.

Der Anwalt des älteren Angeklagten plädierte auf vier bis fünf Jahre Haft, der Verteidiger des 17-Jährigen beantragte eine Jugendstrafe von vier Jahren. Die beiden Angeklagten saßen wegen Sachbeschädigung und Körperverletzung in Regis-Breitingen. Der Jüngere war zudem wegen Raubes, Diebstahls und unerlaubten Waffenbesitzes hinter Gittern.

Das Martyrium des 18-Jährigen, der in Regis-Breitingen ein halbes Jahr wegen Schwarzfahrens absitzen musste, begann am 2. Mai 2008, Laut Staatsanwaltschaft überschüttete ihn der heute 17-jährige Angeklagte mit heißem Wasser. Es folgten Tage und Wochen mit Schlägen und Erniedrigungen. Sie sollen ihn so eingeschüchtert haben, dass er ihnen glaubte, auf seinen Tod sei eine Prämie ausgesetzt worden. Als sie ihn aufforderten, sich umzubringen, versuchte er zweimal, sich zu strangulieren.

Das Urteil soll am 22. April gesprochen werden. Das Personal im Jugendgefängnis Regis-Breitingen war nach dem Vorfall um zwölf Beamte sowie eine Amtsärztin verstärkt worden.

dpa

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