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Lauben und Pflanzen sind dahin

Lauben und Pflanzen sind dahin

Borna. Für die Kleingärtner, deren Refugien sich an der Wyhra befinden, ist es fast schon Routine. Wenn der Wyhra-Pegel steigt, ist bei ihnen Land unter.

So auch nach dem Hochwasser in dieser Woche. Betroffen davon sind nach Angaben von Klaus Steinert, dem Geschäftsführer des Kleingartenverbandes Borna/Geithain/Rochlitz, sieben Sparten.

"Gestern war das Wasser zu 70 Prozent wieder weg", sagt Dieter Bleck, der stellvertretende Spartenvorsitzende der "Wyhraaue". Auf dem Höhepunkt des Hochwassers stand das Wasser in den 120 Gärten der Anlage anderthalb Meter hoch. Die Folge sind Schäden an den Lauben, von denen viele aus Holz sind und die es teilweise angehoben hat. Das Inventar in den Lauben ist dahin, die Anpflanzungen ebenfalls. Es versteht sich, dass das auf die Stimmung der Kleingärtner in der "Wyhraaue" schlägt. "Manche wollen ihre Gärten abgeben", sagt Bleck. Was die Kleingärten ärgert, ist der Umstand, dass ihre Forderung nach einem verbesserten Hochwasserschutz ungehört verhallt sind. Zwar mussten die Gärtner in der "Wyhraaue" wie in anderen Sparten auch einen zehn Meter breiten Streifen entlang der Wyhra räumen, so dass der Fluss mehr Platz hat, sich im Hochwasserfall auszubreiten. Der Damm aber wurde nicht, wie es die Kleingärtner gewünscht hätten, um einen halben Meter aufgeschüttet.

"Das ist abgelehnt worden", bestätigt auch Kleingartenverbandschef Steinert. Er hat den Überblick über die Lage in den insgesamt 29 Bornaer Kleingartenanlagen. Sieben davon sind vom Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen worden - neben der "Wyhraaue" auch die Sparten "An der Brücke", "Eichengrund", "1950" und "Karl Liebknecht" sowie weiter nördlich die "Kleingartenanlage des Friedens" und "Am Stadtpark". Steinert weiß, dass es noch dauern wird, bis die Kleingärtner wieder in ihre Gärten kommen. Und er hat beobachtet, dass die Wyhra diesmal einen Meter höher stand als beim Jahrhunderthochwasser vor elf Jahren. Doch selbst wenn Sandsäcke auf den Damm gelegt worden wären, "hätte das nichts genutzt".

Dabei haben die Kleingärtner mit ihren Parzellen entlang der Wyhra längst so etwas wie eine traurige Routine mit dem immer wieder steigenden Wyhra-Wasser entwickelt. Steinert: "Das passiert ja fast in jedem Jahr." Die Schäden in den Gärten lassen sich allerdings noch nicht beziffern.

Die Mitglieder der "Wyhraaue" haben jetzt zumindest wieder einen Zugang zu ihren Gärten, "Über die Dinterschule und von der Altstadt her", sagt Spartenvize Bleck. Und den Container, in dem die nicht mehr brauchbaren Sachen landen und entsorgt werden können, werden auch bald aufgestellt. Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) teilte mit, dass die Feuerwehr gestern damit begonnen hat, in der "Wyhraaue" das Wasser abzupumpen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.06.2013

Nikos Natsidis

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