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Laura, Birgit & Co. läuten in Kitzscher den Frühling ein

Kartoffeltag Laura, Birgit & Co. läuten in Kitzscher den Frühling ein

Der private heimische Kartoffelanbau mag rückläufig sein, in Kitzscher stößt der traditionelle Pflanzkartoffeltag Anfang März aber nach wie vor auf Zuspruch. Auch wenn es nicht mehr alle Kartoffeln gibt, die der Kleingärtner mag.

Kommen und Gehen im Landwirtschaftsbetrieb Kitzscher: Landwirt Martin Landgraf ist überzeugt, dass das Interesse am Kartoffelanbau von Generation zu Generation weitergegeben wird.

Quelle: Roger Dietze

Kitzscher.

Am Sonnabendvormittag waren es 13 Sorten, mit denen, so mag man zumindest vermuten, der Landwirtschaftsbetrieb die Geschmacksnerven und Vorlieben eines jeden Kunden getroffen haben sollte. „Das Problem dabei ist, dass die Interessen der Landwirtschaft nicht in jedem Fall mit den Wünschen der diesbezüglich eher konservativ eingestellten Kleingärtner konform gehen“, berichtet Geschäftsführer Martin Landgraf. Wie zur Bestätigung erkundigte sich nach dem Sprechen dieser Worte ein Herr nach der Sorte „Satina“, die stets gute Erträge gebracht habe, aber bereits im vergangenen Jahr nicht erhältlich gewesen sei.

„In der Landwirtschaft wird dieser Sorte ihrer rauen Schale und ihrer wenig gleichförmigen Wuchsform wegen keine große Beachtung mehr geschenkt, während sie bei Kleingärtnern nach wie vor beliebt ist. Beispiele dieser Art gibt es noch einige mehr“, erläuterte Landgraf. Grundsätzlich jedoch böten die in diesem Jahr angebotenen 13 Sorten eine große Palette sowohl hinsichtlich des Geschmacks als auch der Konsistenz.

Apropos Geschmack: Der Kitzscheraner Landwirt glaubt nicht, dass der private Kartoffelanbau eine aussterbende Beschäftigung ist. „Sicherlich wird die Nachfrage nach Pflanzkartoffeln zurückgehen, ich denke aber, dass die Tradition des Kartoffelanbaus in den Familien von Generation zu Generation weitergegeben wird.“

Eine Annahme, die die 16-jährige Susanne Wend bestätigt. „Ich könnte mir durchaus vorstellen, später selbst Kartoffeln anzubauen, zumal ich dann weiß, was ich esse“, so der Böhlener Teenager. Was sie an Kartoffeln aus eigener Produktion hat, weiß selbstredend auch Marion Kunze, Ehefrau des einstigen Landwirtschaftsbetrieb-Leiters. „Meine eigenen Kartoffeln möchte ich nicht missen, wobei ich früher die Laura bevorzugt habe, mittlerweile aber zur Annabel gefunden habe, die sich sehr gut für Kartoffelsalat und Bratkartoffeln eignet“, erzählt die 72-jährige Stockheimerin.

Um Gaumenfreuden dieser Art über möglichst viele Monate hinweg aus selbst angebauten Knollen zubereiten zu können, empfiehlt Martin Landgraf das Pflanzen unterschiedlicher Sorten. „Auf diese Weise kann man Kartoffeln im Prinzip von Mitte Juni bis in den November hinein ernten“, so der Kitzscheraner Landwirt, der am Sonnabend von einer guten Ernte trotz einmal mehr nicht optimaler meteorologischer Rahmenbedingungen zu berichten wusste.

„Wir hatten in unseren Breiten das Glück, immer zum richtigen Zeitpunkt genügend Regen zu bekommen. In Nordsachsen hingegen ist die Ernte wesentlich schlechter und in Bayern sehr schlecht ausgefallen.“ Außerdem habe man von Anfang an gute Boddenbedingungen vorgefunden. „Gut heißt für die Kartoffel, die keine starken Wurzeln ausbildet, dass die Böden nicht zu nass und die Erde nicht verklumpt ist“, so Landgraf..

Von Roger Dietze

Landwirtschaftsbetrieb Kitzscher 51.1650888 12.5528685
Landwirtschaftsbetrieb Kitzscher
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