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Lausick nach dem Solar-Boom – Firmen stellen sich auf Veränderungen ein

Schwierigeres Marktumfeld Lausick nach dem Solar-Boom – Firmen stellen sich auf Veränderungen ein

Noch vor einigen Jahren herrschte in Bad Lausick Aufbruchstimmung, was Solarenergie-Gewinnung betrifft. Zwei Fotovoltaikanlagen gingen an den Start. Ihre Investoren äußerten sich damals hoch zufrieden. Wenige Jahre später hat sich in der Branche viel verändert.

Eine der beiden Solaranlagen von Bad Lausick mit der Stadtkulisse im Hintergrund, aufgenommen aus Richtung Trebishain.

Quelle: Jens Paul Taubert

Bad Lausick. Noch vor einigen Jahren herrschte in Bad Lausick Aufbruchstimmung, was Solarenergie-Gewinnung betrifft. Zwei Fotovoltaikanlagen gingen an den Start. Ihre Investoren äußerten sich damals hoch zufrieden. Wenige Jahre später hat sich in ihrer Branche eine Menge verändert.

Auf der Brache des Bad Lausicker Schamottewerkes am westlichen Stadtrand bauten die Firma Solverde Bürgerkraftwerke GmbH mit Sitz in Berlin auf vier Hektar ihre Solarmodule, erweiterte etwas später sogar noch die Anlage. 3,5 Millionen Euro investierte das Unternehmen, das nach eigenen Angaben Wert drauf legt, Kapital aus der Region einzubeziehen – wie es der Firmenname Bürgerkraftwerke besagt.

70 Haushalte können ein Jahr versorgt werden

Die prognostizierte Leistung der Anlage liegt bei 1,5 Megawatt. In einem richtig guten Monat wird so viel Strom ins Netz eingespeist, dass 70 Haushalte ein ganzes Jahr versorgt werden können. „Der Standort Bad Lausick ist nach wie vor gut, das Projekt läuft. Aber das Marktumfeld ist viel schwieriger geworden“, sagt Solverde-Geschäftsführer Nicolai Zwosta.

Gesetzesänderungen hätten inzwischen dazu geführt, dass die Arbeit im kaufmännischen Bereich deutlich aufwendiger und komplizierter geworden ist. Derzeit sei das Unternehmen dabei, sich in eine Genossenschaft umzuwandeln, weil das vom Gesetzgeber so gewünscht werde, erklärt der Chef. Viele Firmen der Branche seien schon pleite gegangen. Investiert werde bei Solverde derzeit nur noch wenig. „Bei uns geht es ganz klar um Bestandssicherung“, so Zwosta.

„Wir sind noch zufrieden, doch es ist schwieriger geworden“, sagt auch Stefan Müller vom Vorstand der Enerparc AG. In nur zehn Wochen hatte das Hamburger Unternehmen damals gemeinsam mit der Bad Lausicker RWZ Solarenergie GmbH auf Feldern am südlichen Stadtrand eine 17 Hektar große Foltovoltaikanlage montiert. Ihre prognostizierte Jahresleistung liegt bei 7,1 Megawatt. Es ist nur eine von vielen Anlagen, die Enerparc in Mitteldeutschland betreibt.

In Leipzig, Halle und Dresden scheint öfter die Sonne

„90 Prozent unserer Investitionen haben wir im Raum Leipzig, Halle, Dresden“, so Müller. „Dort gibt es mehr Sonne als anderswo“, heißt ein wichtiger Grund. Ein wesentlicher Aspekt, hier zu investieren, sei aber auch die neu aufgebaute Infrastruktur nach der Wende gewesen. Mit vielen Mitarbeitern, „die aus der Region kommen, sich dort gut auskennen und den regionalen Dialekt sprechen“, habe man vielerorts investiert. Damit sei die Firma gut gefahren. Da gesetzlich geregelt wurde, dass ein Großteil der Gewerbesteuer der Fotovoltaikanlage in der Kommune bleibt, hätten auch viele Städte und Gemeinden daran Interesse.

Doch ja, es habe sich in der Branche vieles geändert. Neu sei das Ausschreibungsmodell, das jetzt per Gesetz festgeschrieben ist. Da würden zum Beispiel 150 Megawatt ausgeschrieben – Firmen bewerben sich dafür und bieten einen bestimmten Preis an. „Damit gibt es erstmals echte Vergleichsmöglichkeiten“, sagt der Enerparc-Vorstand. Seine Firma investiere nach wie vor, beteilige sich an solchen Ausschreibungen und passe sich den geänderten Bedingungen an.

Von Claudia Carell

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