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Lebenselixier Stadtpolitik

Lebenselixier Stadtpolitik

Es gibt kaum eine Stadtratssitzung, die er verpasst. Die Bornaer Stadtpolitik ist und bleibt sein Metier und auch seine Leidenschaft und sein Lebenselixier, "auch wenn ich mich heute nicht mehr über jedes Schlagloch aufrege", sagt der frühere Bornaer Bürgermeister Lutz-Egmont Werner.

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Lenkte die Geschicke der Stadt vier Jahre und feiert heute seine 70. Geburtstag: Lutz-Egmont Werne.

Quelle: Archiv

Borna. Am 27. Oktober feiert der erste Rathauschef, der nach 1990 im Zuge freier Wahlen in sein Amt kam, seinen 70. Geburtstag.

Dass Werner, der zwar in Dresden geboren wurde, aber noch im Säuglingsalter nach Borna kam, quasi einen Stammplatz auf den Besucherplätzen bei den Stadtratssitzungen hat, liegt auch an seinen Wende-Erfahrungen. "Ich habe mir damals vorgenommen, mich immer politisch zu engagieren." Für ihn war klar, dass nach dem Ende der DDR nicht alles dem Selbstlauf überlassen werden konnte. Heute stört es Werner, der 1990 von de neuen Stadtverordnetenversammlung zum Bürgermeister gewählt wurde, "wenn nur 40 Prozent der Bevölkerung die Geschicke der Stadt bestimmen". Die 40 Prozent, die nicht zur Wahl gehen.

Als der studierte Diplomingenieur für Elektrotechnik, der lange Jahre im Braunkohlenwerk Borna gearbeitet hatte, von der CDU für das höchste Bornaer Amt nominiert wurde, konnte er nicht ahnen, was auf ihn zukam. Als er vier Jahre später, 1994, aus dem Amt schied, hatte er wesentliche Grundlagen für das heutige Bild der Stadt gelegt. In Werners Amtszeit erhielt der Goldene Stern seine heutige Gestalt. Das Gewerbegebiet Am Wilhelmschaft entstand, das Ärztehaus in der Brauhausstraße, und auch für den Bau des heutigen Finanzamtes wurden die Weichen gestellt. Altenburger und Külzstraße wurden saniert. Auch der Busbahnhof am Bahnhof wurde in Werners Amtszeit gebaut. Kaum einer seiner Nachfolger hat deutlichere Spuren im Stadtbild hinterlassen, weshalb ihm auch seine größten Kritiker den Platz in der Stadtgeschichte nicht streitig machen können.

Dass er seine Wiederwahl verpasste, hat mit "Fehlern" zu tun, wie er es heute sieht. In der Zeit heftiger Diskussionen um den Erhalt des Kreissitzes Borna hatte sich Werner von der CDU distanziert, deren Führungskräfte dafür gesorgt hatten, dass die Stadt den Kreissitz verlor. "Das würde ich heute anders organisieren", sagt Werner, und er bestreitet nicht, dass ihn der Amtsverlust lange geschmerzt hat. "Das hat lange nachgewirkt, weil ich der Stadt immer sehr verbunden war." Dazu gehört auch der Versuch, bei der Oberbürgermeisterwahl im Jahr 2001 Nachfolger seines Nachfolgers Bernhard Schubert zu werden, was misslang. Immerhin war er seit 1999 im Stadtrat. Knapp zehn Jahre später verließ er mit Getreuen wie Brigitta Ast die CDU und deren Stadtratsfraktion und ist seither Kopf der damals gegründeten Freien Wähler Borna (FWB) - und damit eben weiterhin politisch interessiert wie wohl nur wenige Bornaer.

Dabei hat Werner auch andere Betätigungsfelder. Der zweifache Großvater, der den Weggang seines 18-jährigen Enkels zum Studium nach München bedauert, hat im Haus und im Garten in der Liebeskirschallee immer zu tun. Da hilft ihm die berufliche Vorbelastung als gelernter Elektriker, auch wenn er seine sieben Lebensjahrzehnte längst spürt. "Früher habe ich die Zaunslatten einfach durch den Garten geschleppt." Als er das jetzt wieder versuchte, hob er sich einen Bruch. Was ihn dennoch nicht daran hindert, immer wieder irgendwo im Haus und auf dem Grundstück dahinter Hand anzulegen.

Das ist für Werner das, was für andere der Besuch im Fitnessstudio ist - ein guter körperlicher Ausgleich. Ein Bedürfnis sozusagen. Genauso wie die (Stadt-)Politik. Von beidem mag er auch mit 70 Jahren nicht lassen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.10.2014
Nikos Natsidis

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