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Lebenshilfe Borna: Kerzen und Seifen aus der Hexenküche

Werkstätten Lebenshilfe Borna: Kerzen und Seifen aus der Hexenküche

Kerzen und Seifen aus eigener Produktion der Lebenshilfe in Borna sind ein Geheimtipp. Das soll sich ändern. Denn in der Werkstatt Am Wilhelmschacht entstehen kleine Meisterwerke und individuelle Geschenke, die nach Wünschen der Kunden und nach Ideen der Mitarbeiter entstehen. Zuweilen geht es dort zu wie in der Hexenküche.

Nicht ohne Rezept: Carmen Stelzer (v. li.), Doreen, Sarah und Jens in ihrer „Hexenküche“, in der Seifen hergestellt werden.

Quelle: Julia Tonne

Borna. Handwerklich robust und zugleich filigran – die Herstellung von Kerzen und Seifen hat zwei Seiten. Zum einen hantieren die Werkstatt-Mitarbeiter der Bornaer Lebenshilfe mit 90 Grad Celsius heißem Wachs sowie riesigen Parafinblöcken und schmelzen Seifenblöcke ein, zum anderen verzieren sie fertige Rohlinge mit Hilfe von Wachsstiften oder gießen unter Zugabe von verschiedenen Parfümölen und Farben die unterschiedlichsten Formen. Seit 2006 bereits gehört die Kerzen- und Seifenproduktion als Zweig zu den Werkstätten der Lebenshilfe. Am Wilhelmschacht entstehen unter anderem Taufkerzen, Oster- oder Weihnachtskerzen, Duschgels, Badesalze und Seifen.

„Die Palette allein bei den Kerzen ist schon riesig“, sagt Andrea Matthes von der Lebenshilfe. Vier Mitarbeiter stellen auf Nachfrage alles her, was die Kunden wünschen. Sämtliche Farben, sämtliche Formen sind möglich – ob für Jubiläen, Hochzeiten oder als Tischdekoration. Zwei von ihnen sind Ronny und Stefan. Mit Geduld und Geschick fädeln sie zunächst den Docht in die entsprechenden Formen, schmelzen in großen Kesseln das Wachsgranulat, geben Farbtabletten hinzu und füllen den Wachs in die Plastikformen, arbeiten Bruchstücke mit ein und sorgen für Farbverläufe. Sind die Rohlinge abgekühlt und fest, geht es an die Verzierungen. „Und hier ist Fingerspitzengefühl gefragt“, sagt Ronny. Ihn fasziniert es immer wieder aufs Neue, wie aus den paar Zutaten jedes Mal vollkommen verschiedene Varianten entstehen.

Es gibt nichts, was es nicht gibt

Es gibt nichts, was es nicht gibt. Stefan (links) und Ronny haben immer passende Ideen, wenn es um Kerzen geht.

Quelle: Julia Tonne

Zu den Arbeitsmaterialien beider Produktionsbereiche gehören etliche Ausstech- und Silikonformen, die sonst eher beim Plätzchenbacken Verwendung finden. Aus Wachsplatten werden so unter anderem Osterhasen, Sterne, Herzen und Blumen gefertigt, die den Kerzen den letzten Feinschliff geben. „Bisher ist es so, dass uns Kunden kennen, weil Angehörige von ihnen in den Werkstätten arbeiten“, sagt Matthes. Darüber hinaus sei recht unbekannt, dass die Lebenshilfe Kerzen und Seifen auf Nachfrage produziere und verkaufe. „Was auch kaum jemand weiß: Wir bieten hier in der Werkstatt Kurse an – zum Beispiel anlässlich von Kindergeburtstagen, Mädelsnachmittagen, für Kita- und Hortgruppen oder auch für teambildende Maßnahmen.“

In allen Farben und Formen, ohne oder mit Verzierungen, als Tiere oder Stumpen

In allen Farben und Formen, ohne oder mit Verzierungen, als Tiere oder Stumpen: In der Kerzenwerkstatt der Lebenshilfe geht es kreativ zu.

Quelle: Julia Tonne

Im Augenblick herrscht in den Räumen am Wilhelmschacht noch etwas Ruhe vor dem Sturm, doch ab Ende September geht es rund, stehen Kessel nicht still, füllen die Mitarbeiter ununterbrochen weitere Formen mit Wachs. Allerdings konzentrieren sich die anschließenden Verzierungen auf ein Thema: Weihnachten. Währenddessen herrscht in der Seifenwerkstatt auch in den Sommermonaten Hochkonjunktur. „Badesalze, Duschgels und Shampoo gehen immer“, sagt Carmen Stelzer. Gemeinsam mit ihren Schützlingen Sarah, Jens und Doreen erstellt sie täglich neue Rezepte. Es werden Flakons befüllt, Stückseifen in Form gebracht und verpackt sowie Badesalze und Raumdüfte kreiert. Es geht zu wie in einer Küche – Schneebesen, Trichter, Töpfe und Schüsseln gehören genauso dazu wie die passenden Zutaten. Und derer sind es einige, sie werden vor der eigentlichen Herstellung penibel in einem speziellen Computerprogramm zusammengesetzt.

Die Seifenherstellung unterliegt der Kosmetikgesetzgebung und ist daher nur unter bestimmten Voraussetzungen gestattet. Im Rahmen der amtlichen Überwachung von kosmetischen Mitteln stattet das Gesundheitsamt der „Hexenküche“, wie die Mitarbeiter ihren Arbeitsbereich liebevoll nennen, regelmäßige Besuche ab, um Proben zu entnehmen und die Einhaltung der Hygienevorschriften zu kontrollieren.

Der Kreativität sind dennoch keine Grenzen gesetzt, verschieden farbige Flüssigseifen werden abwechselnd in Flakons gegossen, winzige Figurglitter in Form von Delfinen, Blüten oder Schmetterlingen geben einer Handseife genauso das gewisse Extra wie einem Duschgel. Stückseifen hingegen gibt es unter anderem als Blumen, Herzen, Marienkäfern, Tierpfoten, verschiedenen Oster- und Weihnachtsmotiven – entsprechende Silikonformen stapeln sich in den entsprechenden Regalen.

„Und wer trotzdem nichts Passendes bei uns findet, kann gegebenenfalls nach Absprache auch eigene Formen mitbringen“, betont Stelzer. Alle Kerzen und Seifenprodukte können auf Wunsch individuell verpackt, auf Schalen und Tellern schön angerichtet oder auch in blumige Gestecke eingearbeitet werden.

Wer also ein Geschenk, für welchen Anlass auch immer sucht, kann sich an die Mitarbeiter der beiden Produktionsbereiche in Borna wenden. Bestellungen nehmen sie per E-Mail an die Adresse kerzen-seife@lebenshilfe-borna.de und telefonisch unter der Nummer 03433 276924 entgegen. Zudem können Interessierte vorab vorbeikommen und Ideen absprechen oder gleich fertige Präsente mitnehmen.

Von Julia Tonne

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