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Lebenshilfe Borna bekommt Gewächshaus und zwei Kamerun-Schaflämmer

Förder- und Betreuungsbereich Lebenshilfe Borna bekommt Gewächshaus und zwei Kamerun-Schaflämmer

Schafe, Blumen und Gemüsepflanzen: Bei der Lebenshilfe Borna zieht allerhand Getier und Gewächs ein. Zum einen eröffnet sie sozusagen ihren eigenen Streichelzoo, zum anderen ist sie stolzer Besitzer eines Gewächshauses. Der Förder- und Betreuungsbereich kann zukünftig selbst säen und ernten.

Mit vereinten Kräften ist das Gewächshaus nicht nur finanziert, sondern auch aufgebaut worden. Jetzt fehlen nur noch die Pflanzen.

Quelle: Birgit Kükelhan

Borna/Groitzsch. Schafe, Blumen und Gemüsepflanzen: Bei der Lebenshilfe Borna zieht allerhand Getier und Gewächs ein. Zum einen eröffnet sie sozusagen ihren eigenen Streichelzoo, zum anderen ist sie seit wenigen Tagen stolzer Besitzer eines Gewächshauses. Beides konnten die Besucher am Freitag anlässlich des Sommerfestes begutachten.

Pflanzen wie Gurken und Radieschen gibt es zwar noch nicht, doch die wichtigste Bedingung ist jetzt erfüllt: Der Förder- und Betreuungsbereich kann zukünftig selbst säen und ernten. Zu verdanken ist das dem unermüdlichen Einsatz von Eltern und Angehörigen, allen voran Birgit Kükelhan aus dem Groitzscher Ortsteil Großstolpen, deren Tochter die Einrichtung besucht.

Gewächshaus schon lange auf der Wunschliste

„Der Wunsch nach einem Gewächshaus ist schon lange bei den Betreuern da, den gab es schon vor dem Umzug der Lebenshilfe von Neukieritzsch nach Borna“, erklärt Kükelhan. Doch bisher sei das Vorhaben vor allem am Geld gescheitert. Ein Unding für die Mutter, die kurzerhand beschlossen hat, selbst Klinken zu putzen, um das notwendige „Kleingeld“ zusammen zu bekommen. Ein Jahr lang war die Großstolpenerin unterwegs, um für das Vorhaben zu werben und Sponsoren zu finden. Denn immerhin schlägt das Haus aufgrund seiner Größe und seiner behindertengerechten Ausführung mit rund 2500 Euro zu Buche. Hilfe kam unter anderem von der Dow, deren Mitarbeiter spontan beim Aufbau halfen und zudem Beete im Garten anlegten. Auch der Bornaer Baumarkt sicherte seine Unterstützung zu, kam der Lebenshilfe beim Preis entgegen und lieferte die Teile kostenlos.

Dass das Gewächshaus schon lange auf der Wunschliste der Betreuer und Bewohner steht, hat einen besonderen Grund: „Gerade für mehrfach behinderte Menschen sind die kleinen Dinge von großer Bedeutung, die für uns selbstverständlich sind“, macht Kükelhan deutlich. Sie würden das Wachsen und Gedeihen einer Pflanze viel genauer wahrnehmen und den Prozess im Detail beobachten.

Was jetzt noch fehlt, sind die Pflanzen. Und auch dafür hat sich Kükelhan in die Spur begeben. „Wir sind noch auf der Suche nach geeigneten Gewächsen wie Gurken und Paprika“, betont die Groitzscherin. Wer der Lebenshilfe damit helfen wolle, könne diese direkt am Standort Am Wilhelmschacht abgeben. „Uns ist es schlichtweg wichtig, Gutes vor der eigenen Haustür zu tun“, begründet Kükelhan ihr Engagement.

Startschuss für „Streichelzoo“

Genau das hat sich auch die Allianz-Generalagentur Anja-Eugenie Lolies aus Borna gedacht. Sie gab mit zwei Kamerun-Schaflämmern sozusagen den Startschuss für den „Streichelzoo“. Doch die zwei Vierbeiner bleiben auf absehbare Zeit nicht alleine, im Sommer zieht noch ein Schafbock aus dem Inselzoo Altenburg ein. Dieser ist eine Leihgabe des Zoos und wächst unter der Patenschaft in Borna auf. „Die Tiere nutzen wir zu Therapiezwecken“, erklärt Uwe Drechsler, Geschäftsführer der Lebenshilfe. Über den Umgang mit den Tieren sei der Weg zum Menschen oft einfacher für Bewohner mit Handicaps. „Zunächst bauen sie Vertrauen zum Tier auf, dann zu denjenigen, die sich mit den Vierbeinern beschäftigen und sich um sie kümmern und letztlich auch zu anderen Bewohnern und Mitarbeitern“, sagt Drechsler. Das funktioniere wie ein Schnellballsystem.

Als Stall dient den beiden Kamerunern der frühere Hühnerstall. Da das Federvieh zu pflegeintensiv wurde, kamen jetzt die Schafe aus Greifenhain. Sie müssen nicht geschoren werden, sind sehr genügsam, „aber vor allem sehr kuschlig“, wie Franziska und Melanie sagen, die von der Lebenshilfe betreut werden. Und vielleicht gibt es ja in absehbarer Zeit noch Nachwuchs vom Schafe-Trio.

Von Julia Tonne

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