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Borna Lebenshilfe Borna plant Wohnpark für rund sieben Millionen Euro
Region Borna Lebenshilfe Borna plant Wohnpark für rund sieben Millionen Euro
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11:02 28.04.2018
In diesem Bereich könnte sich die Lebenshilfe einen Wohnpark unter anderem mit Senioren- und Pflegeheim vorstellen. Quelle: Patrick Moye
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Borna

Der Verein Lebenshilfe Borna hegt erste Überlegungen, einen Wohnpark in Borna-West an der Deutzener Straße zu schaffen. Geplant sind drei Häuser, eines mit barrierefreien Wohnungen für jedermann, eines als Seniorenheim für die Werkstattmitarbeiter und eines als Pflegeheim. Sieben bis zehn Millionen Euro könnte das Vorhaben insgesamt kosten. Einher geht die Idee mit dem Interesse Aldis an der Fläche am Breiten Teich. Die dann in der Deutzener Straße freiwerdende Fläche würde die Lebenhilfe nutzen.

„Die Pläne existieren bisher im Kopf, aber wenn es losgeht, geht es bei uns fix“, macht Geschäftsführer Uwe Drechsler deutlich. Die Gesellschafter seien kürzlich über die Ideen informiert worden, zudem über die bisher angebotenen Grundstücke und über Finanzierungsmöglichkeiten. Laut Drechsler solle Constanze Krasselt, die auch schon für den Neubau Am Wilhelmschacht verantwortlich zeichnete, jetzt im Januar mit konkreten Planungen beginnen.

Mit dem Vorhaben würde die Lebenshilfe nach eigener Aussage Neuland betreten. „Einen solchen Wohnpark inklusive Einrichtungen für behinderte Senioren gibt es noch nicht“, sagt der Geschäftsführer. Alte Menschen mit Handicaps seien in Anbetracht der Historie auch bisher kein Thema gewesen. Doch mittlerweile müsse man sich damit auseinandersetzen. Denn die Nachfrage nach Wohnmöglichkeiten für behinderte Senioren sei jetzt schon groß und werde zukünftig noch weiter steigen. Die bisherigen Überlegungen gehen von drei Häusern aus, die entstehen sollen.

So schwebt der Lebenshilfe ein Gebäude mit 35 bis 42 behindertengerechten Wohnungen ohne jegliche Barrieren und mit extra breiten Türöffnungen vor. Genutzt werden können die Wohnungen von jedermann, sie seien nicht ausschließlich für die Werkstattmitarbeiter gedacht. „Wer selbstständig leben kann und Wert darauf legt, dass es keine Schwellen gibt, ist hier gut untergebracht“, so Drechsler. 24 Plätze hingegen werden für Menschen geschaffen, die aus Altersgründen aus den Werkstätten ausscheiden. In Wohngruppen würden die Senioren leben, eine Betreuung sei gewährleistet. Haus drei solle dann ein klassisches Pflegeheim werden – sowohl für Lebenshilfe-Klienten und/oder deren Angehörige. „Wir wollen damit ein durchlässiges System aufbauen. Wer bei uns zum Beispiel in der Werkstatt arbeitet und später als Rentner noch selbstständig leben kann, irgendwann aber doch Pflege benötigt, findet für alle Lebenslagen eine Unterkunft“, sagt Drechsler.

Er rechnet mit einer Größenordnung von rund 8000 bis 10 000 Quadratmetern Fläche, um das komplette Vorhaben realisieren zu können. Drei Grundstücke gegenüber des Jahnbades stehen derzeit zur Debatte. Aldi hat bereits signalisiert, seinen bisherigen Standort an der Deutzener Straße zum Teil an die Lebenshilfe zu verkaufen, für einen weiteren Bereich des Aldi-Grundstücks hat die Stadt Borna Interesse bekundet, um dort Parkplätze für die Schwimmhalle zu schaffen. Zudem sind noch zwei große Areale zwischen den beiden dort ansässigen Discountern frei, für eines davon liegt der Lebenshilfe ein Angebot vor. Drechsler hofft, das Vorhaben auf Borna konzentrieren zu können, immerhin seien die Werkstätten, der Förderbereich für die Menschen mit schwersten Mehrfachbehinderungen und die Verwaltung in der Großen Kreisstadt ansässig.

Auf ein Gelände am Hainer See könnte die Lebenshilfe ebenfalls zurückgreifen. Gespräche mit Neukieritzschs Bürgermeister Thomas Hellriegel (CDU) habe es bereits gegeben. Doch dort fehle die Infrastrukur, die zunächst geschaffen werden müsste. Ärzte, Einkaufsmöglichkeiten, Krankenkassen, Schwimmhalle – das alles sei in Borna längst vorhanden. Baubeginn könnte frühestens im nächsten Jahr sein, zunächst einmal müsse klar sein, ob Aldi das Grundstück verkauft, wenn der Discounter das Gelände am Breiten Teich erhält.

Von Julia Tonne

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