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Borna Lebenshilfe baut Wohnpark in Borna
Region Borna Lebenshilfe baut Wohnpark in Borna
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12:04 10.11.2018
Der Verein Lebenshilfe organisiert regelmäßig Ausflüge – 2015 fuhr eine Gruppe mit rollstuhlgerechten Kremsern von Ramsdorf nach Falkenhain. Quelle: Julia Tonne
Borna

Es steht fest: Die Lebenshilfe Borna kann den geplanten Wohnpark in der Deutzener Straße in Borna realisieren. Bislang stand noch ein Fragezeichen hinter dem Vorhaben in der Großen Kreisstadt, denn unklar war, welche Grundstücke dem Verein letztlich zur Verfügung stehen. Jetzt sind notwendige Grundstücke in greifbare Nähe gerückt. Damit ist ein alternativer Standort am Hainer See in Neukieritzsch endgültig aus dem Rennen.

Träger des rund 7,5 Millionen Euro teuren Projekts ist die Wohnpark Borna gGmbH, eine 100-prozentige Tochter des Vereins Lebenshilfe. Und diese hat sich längst in die Spur gemacht, um einen Spatenstich im Frühjahr 2019 möglich zu machen. Von den drei Grundstücken gegenüber des Jahnbades hat die Tochtergesellschaft mittlerweile eines gekauft. Und beim Kauf des Aldi-Areals ist die Wohnpark Borna gGmbH ein gutes Stück weitergekommen. Der Vertrag liege mittlerweile beim Notar. Auch die Bauvoranfrage ist bei der Stadt schon eingegangen. „Mit anderen Worten: Wir könnten in absehbarer Zeit loslegen“, macht Lebenshilfe-Geschäftsführer Uwe Drechsler deutlich.

Zwangsversteigerung als Chance für die Lebenshilfe Borna

Ein Auge hatte die Lebenshilfe auch auf das Areal geworfen, auf dem der einstige Getreidespeicher steht. Doch ob die Vereinstochter tatsächlich darauf zurückgreifen kann, ist ungewiss. Zwar hatte der Stadtrat im September beschlossen, dass der Speicher abgerissen wird, doch wenn der jetzige Eigentümer die Kosten übernimmt, bleibt das Grundstück in dessen Besitz. „Zahlt er nicht, geht es in die Zwangsversteigerung“, so Drechsler weiter. Und dann hoffe die Tochtergesellschaft, zum Zuge zu kommen.

Auch Fördermittelanträge hat die Wohnpark Borna gGmbH mittlerweile verschickt, bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) steht sie gar schon auf der Prioritätenliste. Doch auch wenn SAB und der Landkreis Fördermittel gewähren, so muss doch die Lebenshilfe-Tochtergesellschaft den Großteil der Gesamtkosten in Höhe von 5,5 Millionen selbst stemmen. „Ein Kredit ist auf jeden Fall notwendig“, erklärt Drechsler.

Drei Häuser geplant – Baubeginn im Frühjahr 2019 möglich

Geplant sind drei Häuser, eines mit barrierefreien Wohnungen für jedermann, eines als Seniorenheim für die Werkstattmitarbeiter und eines als Pflegeheim. Constanze Krasselt, die schon für den Neubau Am Wilhelmschacht verantwortlich zeichnete, ist wieder mit den konkreten Planungen vertraut. Und die Leitung des neuen Wohnparks steht ebenfalls schon (fast) fest. Martin Kolbe, derzeitiger Leiter der Lebenshilfe-Wohnstätte in der Wettinstraße, ist für den Posten im Gespräch.

Drechsler geht davon aus, dass in wenigen Wochen die Baugenehmigung von Seiten der Stadt vorliegt und dann im Frühjahr 2019 mit den Bauarbeiten begonnen werden kann. Der Lebenshilfe-Geschäftsführer hofft auf eine Fertigstellung Ende 2020. „Das ist ein großes Ziel, das schaffen wir auch nur, wenn uns Stadt- und Kreisräte unterstützen“, macht Drechsler deutlich. Allerdings habe er dahingehend keine Befürchtung, in der Vergangenheit habe sich der Verein auf beide Seiten immer verlassen können.

Erste Werkstatt-Mitarbeiter gehen bald in Ruhestand

Dass der Wohnpark so schnell wie möglich seinen Betrieb aufnehmen kann, ist der Tatsache geschuldet, dass bald die ersten Werkstatt-Mitarbeiter in den Ruhestand gehen und anschließend eine adäquate Betreuung brauchen. In den vergangenen Jahrzehnten seien alte Menschen mit Handicaps in Anbetracht der Historie kein Thema gewesen, sagt Drechsler. Zum Glück habe sich das geändert.

Von Julia Tonne

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