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Lebenshilfe plant nächsten Neubau

Lebenshilfe plant nächsten Neubau

Kein Stillstand bei der Lebenshilfe in Borna: Der gemeinnützige Verein, der sich um behinderte Menschen kümmert, möchte nur drei Jahre nach Einweihung der neuen Werkstatt im Gewerbegebiet Am Wilhelmschacht schon wieder bauen.

Borna. Vis-à-vis der neuen Werkstatt soll ein Haus für die Betreuung von Schwerst- und Mehrfachbehinderten entstehen.

 

 

Der Lebenshilfe-Verein will für den Neubau von der Stadt Borna ein 2300 Quadratmeter großes Grundstück erwerben. Morgen soll der Stadtrat dafür grünes Licht geben. Noch in der Schwebe ist, wie viele Plätze zur sozialpädagogischen Betreuung von schwerst- und mehrfachbehinderten Menschen in dem Haus entstehen werden. Aus eigenen Mitteln kann der Verein einen Neubau mit zwölf Plätzen stemmen, verdeutlicht Vorsitzende Angelika Reichelt. Er hofft aber auf eine Förderung durch Freistaat und Landkreis und fasst deshalb eine Größe von 24 Plätzen und damit ein Investitionsvolumen von einer Million Euro ins Auge.

Derzeit betreut die Lebenshilfe 22 schwerstbehinderte Menschen - 14 in der neuen Zweigwerkstatt in Borna, acht in der früheren Schule in Neukieritzsch. "Dort zu investieren, lohnt sich nicht", erklärt Reichelt. Seit DDR-Zeiten sei an der Schule nichts gemacht worden, die Bedingungen seien schlecht. Deshalb will der Verein diesen Bereich, der seit 2005 in Neukieritzsch untergebracht ist, mit nach Borna lenken und an der Zentrale "Am Wilhelmschacht" für die Zukunft bauen.

Der Verein wird das Grundstück kaufen und das neue Gebäude errichten, das er dann an seine Tochtergesellschaft, die Sozial-Arbeiten-Wohnen Borna gGmbH, vermietet. Die gemeinnützige Firma zeichnet auch für die sozialpädagogische Betreuung der Behinderten verantwortlich.

Laut Geschäftsführer Uwe Drechsler liegt hinter dem Unternehmen ein sehr erfolgreiches 2013. Der Schwung wurde ins neue Jahr mitgenommen. "Wir haben zurzeit so viel zu tun, dass wir die Aufträge nur mit Überstunden abarbeiten können", sagt Drechsler. Die Vorplanung von einem viertel bis zu einem halben Jahr weise volle Auftragsbücher aus. Die gGmbH hat etwa 50 feste Auftraggeber, darunter den Autohersteller Audi, für den die Werkstatt-Arbeiter die Gurte der Verbandskästen nähen, die GEA Thermotechnik in Thüringen, für die Folien für Wärmetauscher gestanzt werden, und die Schlossfabrik Groitzsch, für die Türschlösser montiert werden. Laut Drechsler lag der vorjährige Jahresumsatz bei 5,7 Millionen Euro.

In der Werkstatt mit ihren drei Standorten werden etwa 300 behinderte Menschen betreut. Darüber hinaus leben unter dem Dach der Lebenshilfe 46 Menschen in der Wohnstätte in der Bornaer Wettinstraße 11 und 47 Menschen in anderen Wohnprojekten in der Kreisstadt. Alles in allem gibt die Sozial-Arbeiten-Wohnen Borna gGmbH derzeit 94 Beschäftigten Lohn und Brot und bildet sieben junge Menschen aus - zwei Altenpfleger, drei staatlich anerkannte Erzieher und im dualen Studium zwei Sozialpädagogen. "Wir hoffen, dass sie nach der Ausbildung bei uns bleiben", sagt Vereinschefin Reichelt.

Die guten Ergebnisse des vorigen Jahres spürten die Beschäftigten auch in der Geldbörse. Seit 2005 gab es die erste Lohnerhöhung für das gesamte Personal (2,5 Prozent). Darüber hinaus konnte zum Jahresende eine Sonderzahlung zwischen 300 und 700 Euro gewährt werden, "und wir haben zum ersten Mal im Juni Erholungshilfe gezahlt", sagt Drechsler nicht ohne Stolz. Auch die Werkstatt-Arbeiter profitieren vom Boom. Der Behindertenlohn stieg in diesem Jahr von 115 auf 135 Euro pro Monat.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.02.2014
Frak Prenzel

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