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Borna Lebensmüder Büttenredner in fast männerfreier Zone
Region Borna Lebensmüder Büttenredner in fast männerfreier Zone
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11:21 17.02.2012
Weiberfastnacht mit dem Groitzscher Carnevalsclub im Kulturhaus Großstolpen. Quelle: Kathrin Haase
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Groitzsch

Nur ein paar handverlesene männliche Exemplare wurden geduldet – als Kulissenschieber, Büttenredner oder Hüpfdohlen.

Büttenredner Christian Wywias vom Deutzner Carnevalsclub muss lebensmüde gewesen sein. Vor versammeltem Weibervolk erzählte er was von Nervensägen und Geldeintreiberinnen, die nicht schnarchen, sondern nur „laut schlafen“, und dass man mit Terroristen verhandeln könne, wohl aber nicht mit Frauen. „Nur Witwer haben Engel als Frauen“ nahm der Gute den Mund zu voll und flüchtete aus Angst vor der Lynchjustiz in die Menge. Ein gellendes Pfeifkonzert begleitete den Charmebolzen.

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Auch Prinz René III., immerhin amtierende Hoheit im Staate Groitzsch, hatte am Donnerstagabend kein leichtes Spiel. Im rotgestreiften Strampler musste er sich mehrfach körperlich ertüchtigen: mit Seilspringen, Liegestützen oder am Reck. Bei einem Taillenumfang von 115 Zentimetern („Und die sind schon gelogen“) kein leichtes Unterfangen. Doch die Menge honorierte seine Bemühungen und klatschte frenetisch Beifall.

Das Fastnachtsprogramm hielt noch weitere Augenweiden bereit – etwa die Schnaudertaler Burgnarren mit ihren schweißtreibenden Verrenkungen zu „Easy Rider“ und „Born to be wild“. Auf Tretrollern, Mini- und Klappfahrrädern schnellten die Adonisse aufs Parkett, legten auf ihren Luftgitarren satte Riffs hin und ließen zum Schluss sogar die Hosen runter. Den Zugaberufen konnten sie nicht mehr entkommen...

Gleiches Spiel, gleiches Glück auch bei den Männern aus Narsdorf, die als Nonnen auf der Bühne rockten, oder Kitzscher mit ihren Verwandlungen von Schlafmützen zu rassigen Mambotänzern. „Herrlich verrückt“, klatschte Christine Schaufler begeistert Beifall. Die 47-Jährige machte mit ihrer Freundin Annett Fringe die Nacht zum Tag. Was mein Mann heute macht?, fragte „Cleopatra“ Löcher in die Luft, „ich vermute mal, Fußball gucken. Er will uns jedenfalls noch abholen kommen.“

Eine genauso lustige Meute waren die Keglerinnen des SV Chemie Böhlen. In lustigen Latzhöschen, die an ein buntes Gartenbeet im Frühling erinnern, ließen sie bis weit nach Mitternacht die Puppen tanzen. Oder die Freundinnen Karina Horn aus Kitzscher und Sindy Krauspe aus Borna. Seit vielen Jahren schon ist die Groitzscher Weiberfastnacht gebongt, lassen sie sich jedes Mal neue Kostüme einfallen. Dieses Mal verzauberten beide mit venezianischen Roben, Perücken und Masken, sehr kunstvoll und edel.

Tina Mähler vom Groitzscher Carnevalsclub schoss wiederum als Sex-Bomb Blödra den Vogel ab. Mit ihrem Spielzeugpferdchen habe sie den „breiten Hintern“ gemeinsam, dennoch rief der „Playboy“ bei ihr an, um Fotos zu machen. „Na ja, wenn es dem Playboy so dreckig geht“, ließ sich die Schöne überreden. „Das Geld hat auch gestimmt: 500 Euro habe ich dafür bezahlt.“

Im Kulturhaus Großstolpen hatte am Donnerstag auch alles gestimmt. Wunderschöne Kostüme, tolles Programm, nettes Publikum, fast männerfreie Zone.

Kathrin Haase

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