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Borna Leerrohre sollen Borna näher ans schnelle Internet bringen
Region Borna Leerrohre sollen Borna näher ans schnelle Internet bringen
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00:16 27.06.2017
Bei Tiefbauarbeiten in Borna sollen künftig Leerrohre für schnelles Internet verlegt werden. Quelle: Robin Seidler
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Borna

In Borna kommen in Zukunft bei Tiefbauarbeiten Leerrohre in die Erde, in die auch Breitbandkabel verlegt werden können. Das hat der Stadtrat auf seiner Sitzung am Donnerstagabend im Goldenen Stern beschlossen. Damit sollen in der Perspektive die Lücken in der Versorgung mit leistungsfähigem Internet geschlossen werden.

Weise: Internettechnische Diaspora

Die Lücken verteilen sich wie ein Flickenteppich über das gesamte Stadtgebiet, wie Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) bereits vor der Stadtratssitzung gegenüber der LVZ erklärt hatte. So fehlt es an Leitungen in den Wohngebieten an der Harfe und an der Kippe ebenso wie in Teilen von Kesselshain, Eula, Borna-Ost und Gestewitz. Auch die Gewerbegebiete Zedtlitz und Borna-Ost gelten als unterversorgt. Luedtke weiter: „Da muss etwas gemacht werden.“

Darin war sich auch der Stadtrat einig. Sylvio Weise (CDU): „Wir wissen, dass wir in einer internettechnischen Diaspora sind.“ Scharfe Kritik an den aktuellen Zuständen ebenso wie an den Ergebnissen der Untersuchung zur Breitbandversorgung in Borna kam vom Kinder- und Jugendparlament, für das Max Stötzner ans Rednerpult trat.

In der Untersuchung war neben der Verlegung von Leerrohren auch die Möglichkeit genannt worden, bei der Erschließung neuer Baugebiete grundsätzlich die Infrastruktur für Breitband mit in die Erde zu bringen. Alternativ sollten Unternehmen dazu gebracht werden, von sich aus den Breitbandausbau zu betreiben – beides Varianten, die als zu teuer gelten. Aber weder das noch die Verlegung von Leerrohren bringe die Stadt weiter, sagte Stötzner. „Mit diesem Beschlussantrag wird der Breitbandausbau in Borna beerdigt.“ Und weiter: „Wir brauchen Glasfaserkabel, Kupferkabel sind tot.“ Das sei auch entscheidend für die Unternehmen.

Peter Finke (Linken-Fraktion) verwies darauf, dass es ohne leistungsfähiges Internet niemals gelingen werde, Borna als alternativen Wohnstandort für Studenten in Leipzig zu etablieren.

Am Ende fiel die Entscheidung für die Verlegung von Leerrohren, die auch eine Konsequenz aus der Konzeption zur Breitbandversorgung des Landkreises ist, die der Landkreis Leipzig für insgesamt acht Kommunen in Auftrag gegeben hatte. Dabei war herausgekommen, dass in Borna 90 Prozent aller Haushalte Anschlüsse mit einer Leistung von weniger als 30 Megabit pro Sekunde haben.

Luedtke: Alternative nicht wirtschaftlich

Die Alternativen zur Verlegung von Leerrohren für die künftige Verlegung von Breitbandkabeln ließen sich ohnehin nicht wirtschaftlich darstellen, hatte die Oberbürgermeisterin bereits im Vorfeld der Ratssitzung erklärt. So seien private Anbieter bereit, Wohngebiete oder Ortschaften entsprechend auszubauen, wenn am Ende 50 Prozent sowie ein weiterer Haushalt dazu bereit seien, zu diesem Anbieter zu wechseln. Luedtke: „Das muss aber vor Beginn der Arbeiten klar sein.“ Eine entsprechende Mehrheit dafür finde sich aber auch oft deshalb nicht, weil etwa Senioren ohne Internet auskommen.

Von Nikos Natsidis

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