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14:32 19.05.2015
Die gewohnten Gesten klappen auch im Sitzen: Dieter "Maschine" Birr (M.) begrüßt das Publikum im Kulturhaus in Böhlen. Quelle: Thomas Kube

Ihrem Alter und den wirklich nur ein wenig leiseren Tönen aus den Akustikgitarren angemessen sitzen alle Musiker auf der Bühne, nicht nur wie üblich der Schlagzeuger. Wie auch das Publikum, das überwiegend in beziehungsweise dicht an der Altersgruppe der Bandmitglieder ist, zunächst im Sitzen zuhört. Aber auch vom ersten Ton an feiert, klatscht und tobt. Kaum ein Titel zwischen "Wenn Träume sterben", "Denke ich an Deutschland" und "Es war schön", der nicht mal mehr und mal weniger laut mitgesungen wird. Und dabei liegen allein zwischen diesen drei Liedern 35 Jahre der fast 45-jährigen Bandgeschichte. Auf ihrer Akustik-Tour bieten Dieter Birr, Dieter Hertrampf, Peter Meyer, Klaus Scharfschwerdt und Peter Rasym einen Querschnitt aus ihrer gesamten Karriere.

Dem 1997 für Gründungsmitglied Harry Jeske als Bassist eingestiegenen Peter Rasym, genannt Bimbo, verdanken die Puhdys in Böhlen ein Heimspiel, worauf Frontmann "Maschine" gleich zu Beginn des Konzerts stolz hinweist: "Hier hat Bimbo seine Schwiegereltern", ruft er in den Saal, was zum nächsten Beifallssturm führt.

Karin und Kurt Zeyner, 70 und 72 Jahre alt, sitzen etwas am Rand unter den reichlich 700 Konzertbesuchern, klatschen und singen mit und stehen kurz nach der Pause, als der Saal gemeinsam "Geh zu ihr" singt, wie alle anderen vor ihren Sitzen. Ihre Tochter Katja, die in Böhlen aufwuchs und am Kulturhaus zur Tanzgruppe gehörte, verfolgt das Konzert hinter der Bühne. Sie und Peter Rasym, der unter anderem für die Schubert-Band, Stern Meißen, Frank Schöbel und Günther Fischer den Bass zupfte, kennen sich seit 1982. Damals war Rasym zu einem Konzert in Böhlen. Geheiratet haben die beiden erst dreißig Jahre später.

Auch andere Böhlener haben Erinnerungen an die Puhdys. Anfang der 1970er Jahre spielte die noch junge Band hier zum Tanz. "Dort, wo jetzt der Getränkestand ist", zeigt Hartmut Flemming (70) im oberen Foyer vor sich, "dort stand damals die Bühne und wir haben hier getanzt." Seine Frau Irene (66) war von 1982 bis 1991 Leiterin des Kulturhauses, zu der Zeit gaben die Puhdys hier auch Konzerte, auch auf der Freilichtbühne, die zum Kulturhaus gehörte. Häufig sind die beiden jetzt nicht mehr im Kulturhaus zu treffen, bei den Puhdys aber schon: "Das ist unser halbes Leben", begründet Flemming, den das Konzert nicht enttäuscht: "Wie in alten Zeiten", lautet sein Resümee schon in der Pause.

Da stehen die ganz großen Nummern noch aus: Bei "Wenn ein Mensch lebt", "Lebenszeit", und "Alt wie ein Baum" hält es fast keinen mehr auf den Sitzen. Die Zugabe-Rufe gehen später im vereinten Chor "Wir woll'n die Eisbären sehen" unter, mit denen sich die Musiker zur letzten Runde auf die Bühne rufen lassen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.03.2014
André Neumann

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