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Borna Legende wäre am Sonntag 100 geworden
Region Borna Legende wäre am Sonntag 100 geworden
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05:01 03.06.2018
Gerhard Schreckenbach: Der langjährige frühere Chefarzt des Bornaer Krankenhauses wäre am Sonntag 100 Jahre alt geworden. Quelle: Jakob Richter
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Borna

Der Mann war eine Bornaer Legende. Und das mit Recht. Schließlich war Gerhard Schreckenbach jahrzehntelang Chef des damaligen Bornaer Kreiskrankenhauses. Am Sonntag wäre er 100 Jahre geworden.

Schon früh stand der Berufswunsch fest

Schreckenbach, gebürtiger Dresdner, wo er auch seine letzte Ruhe auf dem Friedhof in Tolkewitz fand, wurde ein halbes Jahr vor Helmut Schmidt geboren, als der Erste Weltkrieg in seine letzte Phase ging. Schon beizeiten stand für den späteren Obermedizinalrat fest, dass er Arzt werden würde, auch wenn er kurz nach Beginn seines Medizinstudiums die Uniform anziehen musste und Soldat wurde.

Dennoch schaffte er es, noch während des Krieges seinen Abschluss zu machen und zu promovieren. Schreckenbach wurde Lazarettarzt.

Bornaer Krankenhaus genoss guten Ruf

Vom Leipziger Bezirkskrankenhaus St. Georg verschlug es ihn in der 50er-Jahren nach Borna, wo ein neues Krankenhaus aufgebaut wurde. Es war im Jahr des Mauerbaus, 1961, als Gerhard Schreckenbach mit den Bereichen Chirurgie und Urologie in den Neubau in der Bornaer Rudolf-Virchow-Straße zog, der zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht ganz fertig war. Das war erst zwei Jahre später der Fall.

Dass das Bornaer Krankenhaus weit über die Stadtgrenzen hinaus einen sehr guten Ruf genoss, lag nicht zuletzt am Chefarzt Gerhard Schreckenbach. Denn das Haus, seit zwei Jahrzehnten privatisiert, war, wie der Mediziner auch im Ruhestand immer wieder betonte, „hochmodern“. In der 60er-Jahren verfügte das Krankenhaus über 700 Betten, davon 160 in der Chirurgie.

Schreckenbach nahm auch im hohen Alter an allem Anteil

Dass jemand wie Gerhard Schreckenbach über das zu DDR-Zeiten übliche Renteneintrittsalter von 65 Jahren noch zwei Jahre länger im Dienst und damit im Krankenhaus blieb, ist für jeden nachvollziehbar, der ihn kannte. Wenn er durch Borna ging, das längst seine Heimat geworden war, wurde er so oft gegrüßt wie kaum jemand anderes.

Das lag sicher auch daran, dass der Mediziner, der im Hochhausviertel wohnte und seine Gattin Christa um nahezu zwei Jahrzehnte überlebte, auch im hohen Alter noch an vielem teilnahm, was in Borna, aber auch der Welt passierte.

Regelmäßiger Gast beim Orchesterball

Den Bornaer Orchesterball im Stadtkulturhaus besuchte er bis zuletzt, selbstverständlich dem Anlass entsprechend perfekt gekleidet und mit einer Körperhaltung, die seinen Gehstock fast schon zum Accessoire mutieren ließ. Angebote, ihm zu helfen, lehnte er auch mit weit über 90 noch ab.

Wer sich mit ihm unterhalten konnte, durfte das als Gewinn betrachten. So wie sein einstiger Kollege Volker Kimpel aus Dresden. Er war „ein hochgebildeter Kollege und bis fast zuletzt ein anregender und vor allem auf medizinhistorischem Gebiet kenntnisreicher Gesprächspartner“.

Von Nikos Natsidis

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