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Borna Lehmbau in Böhlen ganz international
Region Borna Lehmbau in Böhlen ganz international
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14:02 19.05.2015
Prüflinge aus verschiedenen Ländern stellen sich unter den Augen der Prüfer der Aufgabe, eine Lehmmauer mit Rundbögen zu errichten. Quelle: Julia Tonne

In Böhlen kommen derzeit acht Prüflinge aus Frankreich und Deutschland zusammen, die drei Tage eine theoretische Kurz-Ausbildung durchlaufen und anschließend praktisch beim Bau einer Mauer geprüft werden. "Aber wir prüfen nicht nur die Lehmbauer, wir gucken zeitgleich auch, ob unsere aufgestellten Prüfkriterien sinnvoll sind und in der Praxis umgesetzt werden können", sagt Didier. Zwei Prüfungen in einer sozusagen.

Dass der Baustoff zunehmend in den Mittelpunkt im Bauhandwerk rückt, liegt an den Eigenschaften, die Lehm mit sich bringt. "Es ist ein natürlicher Baustoff, der ein angenehmes Raumklima schafft und sich positiv auf die Gesundheit auswirkt", macht Gabriela Karlstedt deutlich, deren Mann Piet einer der Prüfer in Böhlen ist und mit dem sie einen Lehmbaufachbetrieb in Ganzlin betreibt. Vor allem aber sei Lehm nachhaltig. "Wenn ein Haus zum Beispiel irgendwann abgerissen werden muss oder Änderungen vorgenommen werden, kann man die Steine hinterher erneut verwenden. Entweder sie werden wieder zu Lehmziegeln oder zu Mörtel." Auch sie kritisiert, dass Lehm bisher in der Ausbildung junger Leute zum Beispiel zum Maurer nur eine untergeordnete Rolle spiele. Ihr Mann Piet schaut unterdessen den Prüflingen über die Schulter. Einfach ist der Praxisteil nicht, denn die Lehmbauer müssen nicht nur gemeinsam an einer Mauer bauen, sondern sich auch noch verständigen. "Mit der Gruppenarbeit haben wir die Latte schon hoch gelegt", sagt er. Denn normalerweise werde jeder einzeln geprüft.

Den Baustoff verstärkt in den Ausbildungsgängen unterzubringen, ist auch das Anliegen von Didier, die selbst ein 200 Jahre altes Stampflehmhaus in Frankreich hat und sich seit dem Kauf dem Material verschrieben hat. "Es gibt zwar Fort- und Weiterbildungen dazu, aber keinen eigenen Ausbildungsweg", sagt sie. Weder in Deutschland noch in Frankreich und anderen europäischen Ländern. Lancelot Monfort ist einer der französischen Prüflinge, die sich in Böhlen bewähren wollen. Zuvor hat er bereits eine Woche in Potsdam auf einer Lehmbaustelle mitgearbeitet. "In meiner Ausbildung gibt es keine Möglichkeit, mit Lehm zu arbeiten, dabei haben schon unsere Vorfahren damit gebaut", begründet der 23-Jährige aus der Bretagne seinen Besuch. Für ihn sei es wichtig, den Bau mit Lehm zu beleben.

Das BSZ ist laut Aussage von Fachlehrer Dietmar Schäfer seit 2007 bei dem europäischen Projekt dabei. Sein damaliger Kollege Marcel Schweder hatte das Schulzentrum sozusagen als Lehm-Ausbildungsstätte mit angeboten. "Und seitdem finden hier regelmäßig Kurse statt, eben auch solche internationalen", betont Schäfer.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.02.2015
Julia Tonne

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