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Borna Lehrstunde am Kontrabass in Böhlen
Region Borna Lehrstunde am Kontrabass in Böhlen
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05:00 09.02.2013
Begeisterten in Böhlen: Michael Rosenhoff (r.) am Kontrabass und Sohn Tim Klavier. Quelle: Jakob Richter
Böhlen

Rosenhoff war in seinem Element: Nachdem er sich und Sohn Tim (Klavier) standesgemäß mit viel Beifall begrüßen ließ, plauderte er locker drauf los. „Man hat noch nichts gemacht und wird schon gefeiert", lobpreiste der gebürtige Kasseler „das Coole an dem Beruf". Wenngleich: Es gebe Schattenseiten des Bassisten, der nicht der Liebling im Orchester sei. Üblicherweise werde der Konzertmeister eingeladen oder der Dirigent, der „ist gar nicht so wichtig", frozzelte der 49-Jährige.

Er stammt aus einer alten Streicherfamilie – Urgroßvater und Großvater waren Streicher, auch der Vater Malermeister... Ein echtes Problem: Es gibt keine Witze über Kontrabassisten. Spötter behaupten, das Schwierigste sei der Transport des Instruments, gab der Vater zweier Söhne zum Besten. Für ihn aber habe sich nie eine andere Wahl gestellt. Flöte „fand ich total bescheuert", und „ein Klavier hat eine Menge Tasten für einen allein." Da sehe ein Streichinstrument mit vier oder fünf Seiten „auf den ersten Moment einfach aus", sagte Rosenhoff.

Für den groß gewachsenen Mann war es dann nur ein kleiner Schritt zum Kontrabass. „Er ist so schwer, dass ihn meine Frau gut tragen kann", konterte er auf eine Frage aus dem Publikum. Überhaupt: Hinter jedem Kontrabassisten stehe eine starke Frau, betonte ein Mann, der seit fast 26 Ehejahren mit Susanne (46) verheiratet ist. Sohn Daniel (23) lerne einen richtigen Beruf, Tim (19) macht zurzeit Abitur. Musik habe in der Familie, die seit vielen Jahren in Geithain lebt, immer eine große Rolle gespielt, erzählte Susanne Rosenhoff am Rande. Beide Söhne lernten zeitig Klavier und Kontrabass. Duo Scherzo nennt sich ein musikalisches Projekt, das Tim und seinen Vater verbindet

Beide zeigten, was sie drauf haben, brachten unterschiedliche Genres zu Gehör. Der Fachmann demonstrierte dem Publikum, welche Geräusche dem Instrument zu entlocken sind und gab Schwingungsingenieur Hans-Jürgen Hornisch, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Gesellschaft der Freunde und Förderer des LSO, eine Spielstunde. Den Abschluss bildete die Böhlener Erstaufführung des Elefanten aus dem „Karneval der Tiere" von Camille Saint-Saëns und der Songklassiker „Dankeschön" von Bert Kaempfert. Das begeisterte Publikum nutzte die Gunst der Stunde, um aus erster Hand Einblicke in das Musikerleben zu bekommen. Dabei ging es unter anderem ums Üben (nicht täglich) und Auftritte bei anderen Orchestern. Tim Rosenhoff möchte übrigens „am Wochenende Freizeit haben" und einen technischen Beruf erlernen. „Ich musste freiwillig", schilderte der junge Mann seine musikalischen Anfänge. „Nach ein paar Jahren macht es aber viel Spaß." Hornisch dankte für einen „gelungenen Abend", der neu aufgelegt werden soll. Die Premiere machte Lust auf mehr.

Saskia Grätz

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