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Borna Leidenschaft für Floorball greift an der Oberschule Regis-Breitingen um sich
Region Borna Leidenschaft für Floorball greift an der Oberschule Regis-Breitingen um sich
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14:23 18.03.2016
Das Finalteam: Die Mannschaft mit Mädchen und Jungen der achten und neunten Klassen der Oberschule Regis-Breitingen um Sportlehrer und Trainer Ingmar Penzhorn qualifizierte sich bei Jugend trainiert für Olympia für das Bundesfinale im Floorball. Quelle: André Neumann
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Regis-Breitingen

Sportlehrer und Übungsleiter Ingmar Penzhorn kann es noch immer nicht ganz fassen. Seine Mädchen und Jungs von der Oberschule Regis-Breitingen haben im Floorball mit einem zweiten Platz im Landesfinale den Einzug ins Bundesfinale im deutschlandweiten Schulsportwettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ geschafft. Das Team aus dem „kleinen gallischen Dorf“, wie er sagt, habe sich im Landesfinale gegen Mannschaften von Gymnasien und großen 1000-Mann-Schulen durchgesetzt.

Die dem Hockey verwandte Sportart Floorball, auch Unihockey genannt, entstand erst in den 1970er-Jahren in Skandinavien und in der Schweiz. In Deutschland gibt es erst seit 1992 einen Floorball-Verband. An der Oberschule in Regis-Breitingen wird Floorball sogar erst seit zweieinhalb Jahren gespielt. Um so mehr darf der jetzige Finaleinzug als Überraschung und Sensation gelten.

Damals, im Sommer 2013, kam mit Ingmar Penzhorn ein junger Sportlehrer neu an die Schule, der sich fest vorgenommen hatte, seine Schüler für die neue Sportart zu begeistern. Er selbst hatte Floorball als Schüler in der siebenten Klasse kennengelernt, hatte die Begeisterung von seinem Sportlehrer übernommen, schloss sich einem Verein an und schaffte es bis in die Nationalauswahl. Auch jetzt spielt der Leipziger noch immer beim SC DHfK.

Das mit der Begeisterung klappte auch in Regis-Breitingen schnell, als Penzhorn im Sportunterricht die Kunststoffstöcke auspackte und die kleinen, nur gut zwanzig Gramm schweren Bälle in die Runde warf. „Wir haben gleich Spaß daran gefunden“, erinnert sich Sarah Hansel. Die Schülerin aus der achten Klasse konnte den Erfolg nicht mit feiern, sie saß krank zu Hause. Hatte aber, wie der Sportlehrer sagt, das Team mit ihren Toren ins Finale geschossen. Auch Pascal Palm ist von Anfang an dabei und mag den Sport, weil: „Es ist eine Sportart, die nicht jeder kann und es hat viel mit Technik zu tun.“

Eingefleischte Hockey- oder gar Eishockey-Cracks mögen Floorball für ein Spiel für Softies halten. Doch weit gefehlt. Es ist schnell und auch der kleine Plastikball, versichert Maria Dietze aus der Neunten, tue ganz schön weh, wenn man ihn scharf geschossen abbekommt. In der Kleinfeldvariante für den Schulsport spielen Mädchen und Jungs im Mixed-Team zusammen, je vier auf dem Feld ohne Torsteher, wobei ständig gewechselt werden kann. Die Reglen sind überschaubar und einfach und darauf gerichtet, Verletzungen zu vermeiden.

Zeit zum Feiern hatten die Mädchen und Jungs noch nicht. Die erste Siegfeier beschränkte sich auf eine halbe Stunde, die auf den Bus für die Rückfahrt gewartet wurde. Penzhorn will seine Schützlinge aber auf jeden Fall noch zu einem Frühstück einladen.

Was er ihnen im Moment nicht bieten kann, die sich aber wünschen würden, ist: Noch mehr Floorball. Trainiert wird derzeit nur einmal die Woche im Rahmen des Ganztagesangebots am Nachmittag, an dem um die zwanzig Schüler teilnehmen. Neigungskurse gibt es nur für die siebenten und achten Klassen und im Sportunterricht sieht der Lehrplan natürlich auch viele andere Dinge vor.

In den letzten Wochen vor dem Bundesfinale will er versuchen, noch ein paar zusätzliche Trainingsstunden herauszuschlagen. Auch Schulleiterin Dagmar Meißner will sehen, dass das klappt, hält doch auch sie den Einzug ins Bundesfinale für eine starke Leistung von Sportlehrer und Schülern: „Herr Penzhorn hat es geschafft, seine Leidenschaft auf die Schüler zu übertragen.“

Jugend trainiert für Olympia ist ein Schulsportwettbewerb mit jährlich um die 800 000 Teilnehmern in dutzenden Sportarten. Weil Floorball noch nicht in allen Bundesländern in den Schulsport aufgenommen wurde, gilt es als Ergänzungsprogramm. Das Bundesfinale findet deswegen nicht in Berlin sondern am 17. Juni in Leipzig statt.

Von André Neumann

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