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Borna Leidenschaft für Samoware
Region Borna Leidenschaft für Samoware
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15:48 04.10.2011
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Bis Ende des Monat haben die Kitzscheraner die Möglichkeit, sich im Rathauskeller nicht nur über dieses Gerät zur Teezubereitung zu informieren, sondern auch Einblicke in die russische Seele zu nehmen.Tee hat Weltgeschichte geschrieben. So etwa 1773, als die „Boston Teeparty" das Signal für den Freiheitskampf der amerikanischen Kolonien gegen das Mutterland England gab. „Wenn man so will, hat Amerika dem Tee seine Existenz zu verdanken." Der so spricht, muss es wissen. Denn Anton Groß ist sehr wahrscheinlich Deutschlands größter Samowarsammler und ein profunder Kenner der Teegeschichte dazu. Und zudem ein Freund des russischen Volkes und seines Ex-Präsidenten und derzeitigen Ministerpräsidenten. Dessen Ansehen sah das langjährige Mitglied der Deutsch-Sowjetischen-Freundschaft im Sommer 2007 so sehr durch die deutschen Medien in Misskredit gebracht, dass er zu Papier und Stift griff und Vladimir Putin einen Brief schrieb, den er gemeinsam mit seinem Buch „Der Samowar – Russland lädt zum Tee" am 12. Juni, dem russischen Nationalfeiertag, ins russische Konsulat trug. Keine vier Monate später erreichte ihn von dort die Meldung, dass eine kastenförmige Truhe für ihn bereit stehe. „Ihr Inhalt, ein vergoldeter Samowar vom Hoflieferanten des Schahs von Persien, war für mich schon eine sehr große Überraschung und Freude", erinnert sich der 76-Jährige. „Mehr noch jedoch der beigefügte Brief des russischen Präsidenten, in dem dieser die Arbeit der Deutsch-Sowjetischen-Freundschaft würdigte und deren Veteranen neue Begegnungen am russischen Samowar wünschte." Ein Wunsch, dessen Realisierung in der Grünauer Vier-Raum-Wohnung des Samowar-Sammlers und Russland-Fans keine Probleme bereiten sollte, hat es Anton Groß doch auf mittlerweile 100 der urigen Teezubereitungs-Geräte gebracht. Neben den historischen Samowaren sammelt Anton Groß die modernen „Selbstkocher." „Ich war stets auf der Suche nach einem neuen Modell", beschreibt Groß seine Leidenschaft, die auf mehr als 40 Reisen als Tourist, Reiseleiter und Dolmetscher in das Land der elf Zeitzonen immer wieder neue Nahrung erhielt. Eine Leidenschaft, die nicht ganz von ungefähr kommt, sondern sehr viel mit den Ursprüngen des Messestädters zu tun hat, der 1935 in einem kleinen Ort nahe Kiew zur Welt kam. „Die Liebe zu meinem Geburtsland und zu den Menschen ist bis heute geblieben." Davon überzeugen kann sich, wer dem Leipziger einen Besuch abstattet. „Anton Groß’ Wohnung gleicht einem Museum. Man kann nur hoffen, dass die Sammlung nach seinem Tod zusammenbleibt, und die Exponate nicht in alle Winde zerstreut werden", so der Kitzscher Museumsleiter Hans-Peter Engelmann.

Roger Dietze

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