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Borna Leipzig und Region: Kennen Sie diese zwölf Städte-Spitznamen?
Region Borna Leipzig und Region: Kennen Sie diese zwölf Städte-Spitznamen?
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09:00 30.09.2016
Comic-Trip durch die Region: Von A wie Altenburg bis W wie Wurzen.  Quelle: LVZ
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Region

 Leipzig oder Hypezig – charmante Beinamen kennt die Pleißemetropole noch und nöcher. Ob Messe-, Musik-, Buch-, Uni- oder Heldenstadt, so ’nen Spitznamen wirste nie wieder los. An spöttisch-liebevollen und dennoch auch schmeichelnden Bezeichnungen mangelt es jedenfalls nicht. Wie heißt es doch so schön? „Mein Leipzig lob’ ich mir! Es ist ein klein Paris und bildet seine Leute.“ So weit, so Goethe.

Es geht auf Comic-Tour durch die Region Leipzig – von A wie Altenburg bis W wie Wurzen. Die LVZ erklärt die Geschichte der Städte-Spitznamen im Cartoon-Stil.

Nicht nur „Leipzig – das neue Berlin“, auch die Ortswelt des Umlandes trägt ihre neckischen Pseudonyme mit Stolz, um städtische Besonderheiten anzupreisen. Wir nehmen Sie mit auf eine Comic-Rundreise durch die Region – von A wie Altenburg bis W wie Wurzen, und erklären die Geschichte des Zweitnamens im bunten Cartoon-Format.

Comic-Tour: Städte und ihre Spitznamen

LVZ-Seite_Städte-Spitznamen als Comic_zum Download (941,1 kB)

Städte werben mit ihren Reizen

Ein Spitzname kommt nicht von ungefähr: Zum einen gibt es da die Eigenheiten der Mundart. So sagt der Sachse lieber Leibz’sch statt Leipzig und schwupps ist ein neuer Nickname geboren. Manchmal war es eine gefeierte Persönlichkeit (Joachim Ringelnatz aus Wurzen) oder ein bedeutendes Ereignis (Schkeuditzer Flughafeneröffnung), denen die Stadt ihren Kosenamen verdankt. „Oft stecken markante Sachen dahinter, die typisch und so präsent sind, dass sie sich verselbstständigen und über Generationen hinweg weitergeführt werden“, erklärt Gabriele Rodríguez, Sprachwissenschaftlerin am Namenkundlichen Zentrum der Uni Leipzig.

Auch bombastische Vergleiche werden nicht gescheut: Frankreichs romantische Hauptstadt (der Liebe) macht das Dutzend bei weitem voll. Von Prag über Budapest bis Hanoi bezeichnen die Stadtväter ihre Metropolen der Architektur wegen als „Paris des Ostens“. Nicht ohne Grund, denn Spitznamen sind auch ein begehrtes Marketinginstrument, das Stadtwerber lieben, um Identität zu schaffen und Touristen anzulocken. „Eben, um den Ort bekannter und auf sich aufmerksam zu machen, um im Gedächtnis zu bleiben“, so Rodríguez.

Für die Stadt nur das Beste...

Nächste Abfahrt: Delitzsch. Ein braun-weißes Schild an der Autobahn 14 weist seit 2015 den Weg in Nordsachsens „Stadt der Türme“. Ein Alleinstellungsmerkmal? Denkste! Die Konkurrenz liegt praktisch um die Ecke, denn mit diesem Slogan wirbt auch die Spree- und Senfstadt Bautzen. Der wahre Herkunftsort des Titels ist übrigens das italienische Städtchen San Gimignano mit seinen einst 72 Türmen, auch bekannt als „mittelalterliches Manhattan“.

Mit diesem Werbeschild begrüßt Delitzsch Ausflügler im Fernverkehr. Die Original-“Stadt der Türme“ liegt übrigens in Italien. Quelle: LVZ

Es geht auch frecher. Mit der streitbaren Wohnstandort-Kampagne „Lieblingsstadt Eilenburg – das Beste an Leipzig“ buhlt „die Muldestadt mit grünem Herzen“ seit Kurzem um Zuzügler, besonders junge Familien. Und nebenbei werben auch noch die Heinzelmännchen für die Stadt. Apropos ist Eilenburg auch noch eine „Perle des Muldentals“ – genauso wie Döbeln, Grimma, Wurzen und Bad Düben.

In Bad Düben ist der Zusatzname Kur- und Erholungsort mehr als schmückendes Beiwerk und darf sogar auf dem gelben Ortschild prangen. Dafür muss der Titel immer wieder aufs Neue verteidigt werden, anders als beispielsweise bei Hanse-, Olympia- oder Lutherstädten der Fall.

Beinamen mit Geschichte

Und dann gibt es noch jene Städte, die auf historisch gewachsene, traditionelle Markenzeichen vertrauen. Altenburg huldigt noch heute der Erfindung des Skatspiels vor über 200 Jahren: In der Skatbank-Arena wird Fußball gespielt und als größtes Laufevent im Einzugsgebiet gilt der Skatstadtmarathon. Döbelns Glücksfall war ein Riesenstiefel aus Leder, der 1925 angefertigt wurde. Jahrzehnte später kämpfen Athleten im sportlichen Wettkampf um den Stiefelpokal und werden verdiente Ehrenamtler mit dem „Goldenen Stiefel“ ausgezeichnet…und die Nachbarschaft aus Hartha als Froschstädter hochgenommen.

Den Versuch, sich ein eigenes Image zu verpassen, hat auch Geithain hinter sich – in der einst das Kavallerie-Regiment der Ulanen stationiert war. Doch durchgesetzt hat sich der Begriff „Ulanenstadt“ nie. Was gäbe es sonst noch Eigentümliches? Durch Geithain fließt die Eula! Andererseits, ein Flüsschen macht noch kein Klein-Venedig.

Internationale Städte-Spitznamen

Verliebt in Paris? Die französische Capitale ist gewiss stolz auf ihren romantischen Beinamen „Stadt der Liebe“. Das düstere New York („Die Stadt, die niemals schläft“) trägt auch den Spitznamen „Gotham City“. Doch eigentlich ist NYCs offizieller Zweitname „Big Apple“. Ein Sinnbild dafür, dass die Millionenmetropole früher einen Löwenanteil staatlicher Gelder gegenüber anderen US-Städten einheimste, quasi einen Großteil des Saftes.

Dresden erhielt Anfang des 19. Jahrhunderts Dank Italien-Flairs den würdigen Titel „Elbflorenz“. Chemnitz wurde zur Zeit der Industrialisierung als sächsisches Manchester gepriesen. Prag wird auch die „Goldene Stadt“ genannt, wegen der vielen Sandsteinbauten, die im Sonnenlicht funkeln. Aus dem Spanischen übersetzt, ist Los Angeles die „Stadt der Engel“. Die Glücksspiel-Hochburg Las Vegas trägt das Laster, als „Stadt der Sünde“ (Sin City) bezeichnet zu werden.

Alle Wege führen erfahrungsgemäß nach Rom – in die „Ewige Stadt“. Der Ausdruck „Spreeathen“ gehört wie selbstverständlich zu Berlin. San Francisco hört auch auf die Kurzform „Frisco“. Die Händelstadt Halle erweist ihrem berühmten Komponisten-Sohn alle Ehre. Hamburg ist offizielle Hansestadt. Wittenberg ist es erlaubt, sich wie Eisleben Lutherstadt zu nennen. Kassel darf sich als „documenta-Stadt“ betiteln und Aachen das Prädikat „Europastadt“ tragen. Die Geld- und Hochhausstadt Frankfurt ist auch als „Mainhattan“ oder „Bankfurt“ bekannt.

Fotos/Grafik: LVZ-Archivbilder/dpa, bearbeitet mit Prisma App, Comic-Elemente designed by

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Von Benjamin Winkler

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