Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Leipziger Disponenten erhalten Crash-Kurs in Sachen Umland
Region Borna Leipziger Disponenten erhalten Crash-Kurs in Sachen Umland
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 14.07.2017
Die neue Integrierte Regionalleitstelle Leipzig ( IRLS) in der Leipziger Gerhard-Ellrodt-Straße. Quelle: André Kempner
Anzeige
Landkreis Leipzig

Notrufe aus dem Landkreis Leipzig kommen künftig in der neuen Integrierten Rettungsleitstelle (IRLS) in Leipzig-Großzschocher an. Ursprünglich sollte die neue Struktur schon vor über einem Jahr greifen. Doch es kam immer wieder zu Verzögerungen, die der für die Region zuständige Rettungszweckverband (RZV) Grimma nicht zu verantworten hat. „Die Abläufe gestalten sich nicht ganz einfach, weil unsere für den Landkreis Leipzig und den Altkreis Döbeln zuständige Notrufzentrale auf zwei Standorte entflochten wird“, erklärt Carola Schneider, Geschäftsführerin des RZV in Grimma.

„Nunmehr befinden wir uns aber auf der Zielgeraden“, so die Verantwortliche. Auf zwei Termine wird seit Wochen hingearbeitet: Ab 29. August, 5 Uhr, soll die neue Leitstelle in Chemnitz alle Notrufe aus dem Bereich Döbeln abwickeln. Ab 30. August, ebenfalls ab 5 Uhr, gehen die Notrufe für den gesamten Landkreis Leipzig dann nicht mehr in Grimma, sondern in der Messestadt ein. Für das Personal, das derzeit noch an der Mulde sitzt, bedeutet das einen Wechsel des Arbeitsortes. „Zehn Mitarbeiter gehen nach Leipzig, zwei nach Chemnitz“, so die RZV-Chefin.

Hinter den Akteuren im Bereich des Zweckverbandes sowie auf dem Gebiet des Rettungswesen und der Feuerwehren liegt ein organisatorischer Kraftakt. Denn die Computer der neuen Disponenten mussten vorab gefüttert werden. Zwei Zahlen machen die Menge der Informationen deutlich. „Nach Leipzig mussten 80 000 Datensätze überspielt werden, für den Altkreis Döbeln haben wir noch einmal 20 000 Daten aufbereitet“, schildert Carola Schneider den Aufwand.

Je detaillierter die Zulieferungen erfolgen, um so zielgenauer können die Retter alarmiert werden. „Unter anderem wurde die personelle und technische Ausstattung sämtlicher Feuerwehren erfasst. Die Disponenten müssen schließlich wissen, wen sie zu welchem Einsatz losschicken und welche Bereichsfolge jeweils gilt.“ Zwar übernimmt Kollege Computer schon allerhand, dennoch legt der Landkreis Wert darauf, dass die Leipziger einen Blick für die konkreten Gegebenheiten entwickeln - auch wenn sie ihren gesamten neuen Zuständigkeitsbereich nicht persönlich kennen. Als Rüstmaterial bekommen sie dafür nicht nur 3600 Alarmierungsadressen übermittelt, sondern auch sämtliche Organisationsstrukturen und Ansprechpartner – von der Telefonnummer jedes einzelnen Bürgermeisters bis zu den verantwortlichen Jagdpächtern bei Wildunfällen.

„Es finden auch spezielle Schulungen statt“, kündigt die Geschäftsführerin an. Rund 70 Mitarbeiter der Leipziger Leitstelle bekommen ab 14. August einen Crash-Kurs in Sachen Umland. „Dazu gehört nicht nur unsere Alarm- und Ausrückeordnung oder ein Überblick über sämtliche Brandmeldeanlagen sowie einsatzbezogene Objektpläne. Vor allem wollen wir die Kollegen für Besonderheiten unseres Landkreises sensibilisieren“, erläutert Kreisbrandmeister Nils Adam. Dazu gehört unter anderem der Industriestandort Böhlen-Lippendorf, aber auch die beiden unfallträchtigen Autobahnen A 38 und A 14. „Darüber hinaus wird die Mulde und das Thema Hochwasser in den Unterweisungen eine Rolle spielen“, so Adam. Auch einen Probelauf hat es in Leipzig schon gegeben. „Mit dem Leiter der dortigen IRLS und den Administratoren findet eine sehr enge Abstimmung statt“, lobt Adam. Für Vertreter aller Kommunen wird außerdem ab Mitte August eine Einweisung in das neue System erfolgen. Bürgermeister, Stadt- und Gemeindewehrleiter sollen dabei Einblick in die Arbeit der Leipziger Notrufzentale erhalten. „Und“, so hofft Nils Adam, „dank ihrer Ortskenntnis vielleicht noch letzte Mängel ausmerzen.“

In Chemnitz hingegen steht der vereinbarte Probelauf noch aus. „Wir hoffen dennoch, dass der Fahrplan auch hier gehalten werden kann“, erklärt Carola Schneider. Im Landkreis Mittelsachsen wähnt man sich jedenfalls ebenso auf der Zielgeraden. „Wir gehen davon aus, dass der Übergang der Leitstellenaufgaben von Grimma nach Chemnitz ohne Komplikationen verläuft“, erklärte dazu Cornelia Kluge, Sprecherin im Landratsamt in Freiberg.

Von Simone Prenzel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Leipziger Polizei hat mit einer ungewöhnlichen Pressemitteilung für Aufsehen gesorgt. Darin wird ein Fall häuslicher Gewalt im Kreis Leipzig bei einem syrischen Ehepaar zum Anlass genommen, in einer längeren Abhandlung über das vermeintliche Frauenbild im Islam zu philosophieren.

11.07.2017

Rad- und Wandertouren durch die Region empfiehlt die aktuelle Ausflugsbroschüre des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes (MDV). Gemeinsam ist allen Freizeittipps, dass die Ausgangspunkte mit Bus und Bahn bequem erreichbar sind.

14.07.2017

130 Jahre lang gab es den Männerchor Zedtlitz. Nun ist Schluss, die verbliebenen 17 Sänger hören auf zu singen. Der Grund: Der Altersdurchschnitt liegt bei mittlerweile 76 Jahren, und Nachwuchs ist nicht in Sicht. Jedenfalls nicht so viel, dass es sich lohnen würde weiterzumachen. Damit endet in Borna ein Ära.

14.07.2017
Anzeige