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Borna Leipziger Land: Ausländerbeauftragter wirft das Handtuch
Region Borna Leipziger Land: Ausländerbeauftragter wirft das Handtuch
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04:00 04.05.2011
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Borna

„Meine Vorstellungen und Erwartungen, wie ich einen nennenswerten Beitrag zu diesem Ehrenamt leisten kann, haben sich in keiner Weise erfüllt", schrieb Graul bereits Anfang April an Landrat Gerhard Gey (CDU). Er bat Gey um Verständnis und empfahl ihm, „meinen Nachfolger aus dem Kreis Ihrer Angestellten zu suchen, wie das zuvor im Altkreis Leipziger Land üblich war und wie es im ganzen Land Sachsen gehandhabt wird." Dadurch könnten Personalprobleme langfristig gelöst und das Verhältnis von Aufwand und Nutzen besser gestaltet werden.

Auf Nachfrage der LVZ wird der promovierte Jurist und frühere Bornaer Bürgermeister noch deutlicher: „Das Experiment, einen Externen als Ausländerbeauftragten einzusetzen, ist gescheitert." Seit seiner Bestellung Ende September sei er Woche für Woche nach Borna gefahren, um Sprechstunden für Asylbewerber abzuhalten. Nur gekommen sei keiner, trotz öffentlicher Bekanntmachungen und Besuche in den Asylbewerberheimen. „Eigentlich waren die Sprechstunden verschwendete Zeit", so der 65-jährige Markkleeberger.

Aus seiner Erfahrung würden Neuankömmlinge sich zuerst Rat bei alteingesessenen Asylbewerbern holen, den persönlichen Kontakt zu Mitarbeitern der Heime oder zum Landratsamt nutzen. Selbst sein angestellter Vorgänger sei in anderthalb Jahren nur dreimal in Anspruch genommen worden. Graul rät Landrat Gey, bei der Vergabe des Amtes sprachkundige Mitarbeiter zu berücksichtigen. „Noch effektiver, wenn auch kostenträchtiger wäre es natürlich, einen Sozialarbeiter für die Heime einzusetzen", so Graul.

Aus Insiderkreisen wurde zudem bekannt, dass sich Graul für die Bargeldauszahlung an die Asylbewerber stark und damit bei der CDU keine Freunde gemacht habe. Die Parteivertreter hatten sich für das bestehende Gutscheinsystem ausgesprochen. Zudem sollen Graul bewusst Informationen aus dem Landratsamt vorenthalten worden sein.

Im Landratsamt stößt der Rücktritt auf Unverständnis. „Im Muldental macht der Landkreis seit Jahren sehr gute Erfahrungen mit der externen Ausländerbeauftragten Gülnur Kunadt", sagt Sprecherin Brigitte Laux. Möglicherweise hätte es mehr Zeit gebraucht, die größeren Handlungsspielräume eines Externen auszuloten. „Die Entscheidung, in welcher Form die Funktion des Ausländerbeauftragten künftig wahrgenommen wird, obliegt dem Kreistag. In der Hauptsatzung ist derzeit das Ehrenamt festgeschrieben", so Laux weiter.

Ulrike Witt

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