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Borna Leipziger Symphoniker suchen nach neuem Dirigenten und Bühnen
Region Borna Leipziger Symphoniker suchen nach neuem Dirigenten und Bühnen
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00:19 13.10.2017
Das LSO wird im kommenden Jahr wieder beim Neuseenland Musikfest in Zwenkau dabei sein. Quelle: Kempner
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Böhlen

Von der einen Reise nach Nordeuropa gerade zurück, beginnen beim Leipziger Symphonieorchester (LSO) die detaillierten Planungen für eine anstehende Tournee nach China. Für das Ensemble ist das eine Premiere, sie spielen erstmals im Reich der Mitte. Und auch sonst ist das Programm der jetzt begonnenen neuen Spielzeit voll gepackt. „Die Saison ist mehr als gut gefüllt“, macht Geschäftsführer Hans-Ulrich Zschoch deutlich.

Der Spielplan reicht von Operetten-, Anrechtskonzerten über die Aufführung des Weihnachtsoratoriums und Neujahrskonzerte bis hin zu einer Udo-Jürgens-Show. „Die nimmt jetzt richtig Fahrt auf“, sagt Zschoch. Nach dem Premierenauftritt mit dem Udo-Jürgens-Double Martin Schmitt vor wenigen Monaten in Chemnitz seien die Überlegungen für eine weitergehende Zusammenarbeit konkretisiert worden. So werde es am 13. April eine Show erneut in Chemnitz geben, weitere Konzerte in der Region stünden zur Debatte und würden derzeit ausgelotet. „Die Termine im Frühjahr und Sommer nächsten Jahres stehen, die Konzerthallen sind noch zu klären.“ 2000 Zuschauer hatten die Premiere verfolgt, „sie war ein Kracher“, wie es der Geschäftsführer formuliert. Er sei davon überzeugt, dass eine Kooperation mit Schmitt auf lange Sicht funktioniere.

Reise nach China über den Jahreswechsel

Doch bis es soweit ist, steht ein anderes Repertoire im Fokus. Über den Jahreswechsel statten die Musiker mehreren Konzerthallen in China einen Besuch ab, unter anderem spielen sie in Shanghai und in Xi’an. Die Reise war über Michael Köhler, Dirigent unter anderem an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater, zustande gekommen. Er wird das LSO genauso ins Reich der Mitte begleiten und Konzerte leiten wie ein Dirigent der Berliner Staatsoper. Vom 26. Dezember bis 8. Januar ist das Ensemble unterwegs, danach geht es Schlag auf Schlag weiter.

Unter anderem mit der Suche nach einem neuen Dirigenten. Weil Wolfgang Rögner nach drei Spielzeiten ausscheidet, hatte das LSO die Stelle neu ausgeschrieben. Rund 100 Bewerbungen waren im Böhlener Kulturhaus eingegangen, zahlreiche kamen aus dem Ausland. Die Ensemble-Mitglieder hatten in den vergangenen Wochen die Möglichkeit, die Spreu vom Weizen zu trennen und ihre Stimmen für einen Favoriten abzugeben. Die zehn Bewerber mit den meisten Stimmen wurden eingeladen, mehrere Konzerte in der laufenden Spielzeit zu leiten. So ist unter anderem Karl Prokopetz (derzeit freier Dirigent im In- und Ausland) während der Anrechtskonzerte im Januar zu erleben. Der Franzose Nicolas Krüger (er lehrt seit 2005 an dem Conservatoire National Supérieur de Musique in Paris) steht bei den Anrechtskonzerten im März vor dem Orchester. „Eine Entscheidung fällt dann sicherlich Ende des nächsten Jahres, so dass der neue Dirigent dann schon die Spielzeit 2019/2020 leiten wird“, sagt Zschoch.

Wolfgang Rögner scheidet nach drei Spielzeiten als Dirigent beim LSO aus. Quelle: André Kempner

Die Auswahl gestaltete sich trotz der Mithilfe der Musiker nicht allzu einfach, denn das Repertoire des LSO ist vielfältig und daher nicht für jeden Dirigenten machbar. „Es gibt durchaus Orchesterleiter, die keine Operetten dirigieren“, begründet Zschoch. Der „Neue“ müsse also offen sein für Operetten, Oper, Filmmusik – oder auch Udo-Jürgens- und Albert-Hammond-Titel. „Außerdem erwarten wir von den Bewerbern neue Ideen.“

Anrechtskonzerte in Torgau hängen noch immer in der Warteschleife

Mit einer eigenen Idee jedoch ist das LSO selbst noch nicht weitergekommen. Noch immer ist angedacht, die in Böhlen, Markkleeberg und Borna erfolgreichen Anrechtskonzerte auch in Torgau anzubieten. Doch weil die Stelle des Geschäftsführers des Eigenbetriebs Kultur im Kreis Nordsachsen noch immer unbesetzt sei, habe es keine Gespräche diesbezüglich geben können. „Wir werden immer wieder vertröstet“, macht der Geschäftsführer deutlich. Dabei gäbe es in Torgau nicht nur einige Auftrittsorte, sondern auch begeistertes Publikum. Zschoch hofft, dass in den kommenden Monaten endlich die Weichen für erste Anrechtskonzerte im Jahr 2019 gestellt werden.

Was ein Konzert mit Albert Hammond und dem LSO in Borna betrifft, ist man dagegen schon weiter. Orchester und Musikproduzent stehen gemeinsam am 25. August 2018 auf der Bühne des Volksplatzes. Karten dafür sind bereits an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.

Von Julia Tonne

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