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Borna Leitbild: Born in Borna – Häkchen dran und ein Strich durchs Freibad
Region Borna Leitbild: Born in Borna – Häkchen dran und ein Strich durchs Freibad
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00:16 30.05.2017
Aus der Traum: Auch wenn es im Leitbild steht – das Bornaer Freibad wird nicht wieder aufgebaut. Quelle: Julia Tonne
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Borna

Es schreibt fest, wohin Borna will. Und es wird immer wieder vom Leben überholt – das Leitbild „Borna 2025“, das der Stadtrat 2013 nach zweijähriger Diskussion verabschiedet hat. Frühestens im nächsten Jahrzehnt, so lässt Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) durchblicken, steht eine Neufassung des aktuell 32 Seiten umfassenden Papiers auf der Tagesordnung.

Die Überschrift klingt gut: „Borna – wasserleben“, und damit soll der Wandel der Kommune „vom Bergbau zur Grünen Stadt“ beschrieben werden. Eine Wandlung, bei der sich Borna nach wie vor auf dem Weg befindet. Dabei können einige Punkte, die im Leitbild enthalten sind, durchaus mit einem kleinen Häkchen versehen werden.

Etwa das Stichwort „Born in Borna“, mit dem das ehemalige Kreiskrankenhaus als Geburtsort von überregionaler Bedeutung beschrieben wird. Mehr als 1000 Geburten jährlich sind der Beleg dafür, dass es längst so ist. Daran hat auch der Betreiberwechsel der Klinik, von Helios zu Sana nichts geändert.

Dass sich die Anbindung von Borna an Leipzig und ganz Mitteldeutschland nach Eröffnung des Citytunnels im Dezember 2013 grundlegend verbessert hat, steht außer Frage. Mit der Verlängerung der Autobahn von Borna nach Rötha und später zur A 38 wird sich auch die Situation für Kraftfahrer zum Positiven wenden.

Umgesetzt wurde auch eine Vorgabe, die sich gut liest, deren Anwendung bisweilen aber nicht immer zu den von zahlreichen Bürgern gewünschten Ergebnissen führt. Gemeint ist das Instrument der Bürgerbeteiligung bei wichtigen Standort- und Investitionsentscheidungen. Dazu kam es bekanntlich vor Jahresfrist in Sachen Wiedereröffnung des einstmals geschlossenen Freibades An der Wyhraaue. Das Ergebnis ist bekannt, und so kommt es, dass eine wesentliche Vorgabe des Leitbildes – die Wiedereröffnung des Bades – sozusagen vom Leben kassiert worden ist.

Dabei sind generell sämtliche Entscheidungen und Weichenstellungen in der Stadt daraufhin zu überprüfen, ob sie dem Leitbild entsprechen, sagt Oberbürgermeisterin Luedtke. „Sollte etwas dem Leitbild widersprechen, weisen wir den Stadtrat ausdrücklich darauf hin.“ Was konkret bei den Überlegungen, am Breiten Teich Platz für den Bau eines Discounters sowie eines Drogeriemarktes zu schaffen, der Fall ist. „Im Leitbild ist das Areal nicht als Fläche für Einzelhandel vorgesehen“, so Luedtke. Vielmehr, so lautet die Vorgabe, soll dafür ein Masterplan für die Entwicklung des Teichareals entwickelt werden. Dass es alternative Überlegungen geben kann, verdeutlicht aber auch, dass ein Leitbild nichts von der Heiligen Schrift hat.

Ins Auge gefasst ist hingegen die Vorgabe, die Sachsenallee dereinst auf zwei Spuren zurückzubauen und auf diese Weise die Immissionen durch den Straßenverkehr zu verringern. Wie Zukunftsmusik klingt allerdings die Zielsetzung, den Volksplatz innerhalb eines regionalen Kulturverbundes als Sommerspielstätte des Altenburger Landestheaters oder auch des Leipziger Symphonieorchesters oder der Oper Leipzig zu etablieren. Und zu behaupten, dass „tourismusorientierter Erlebniseinkauf“, wie ihn die Leitbildautoren fordern, typisch für Borna ist, wäre selbst bei gutem Willen eine Dehnung der Wahrheit.

Das aktuelle Leitbild war von drei Arbeitsgruppen in mehr als 40 Einzelgesprächen entwickelt worden. Es war nicht der erste Versuch der Stadt, sich in gewisser Weise ein Entwicklungsprogramm zu geben. Bereits in den 90er Jahren hatte es einen entsprechenden Versuch gegeben. Zu einer Beschlussfassung war es damals aber nicht gekommen.

Von Nikos Natsidis

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