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Lekkerland eröffnet modernes Logistikzentrum in Borna

Großhandelsunternehmen Lekkerland eröffnet modernes Logistikzentrum in Borna

Der Test ist bestanden: Seit Oktober rollen die Laster mit der Aufschrift von Lekkerland durchs Gewerbegebiet in Borna-Ost. Im modernen Logistikzentrum werden Getränke, Süßwaren, Zigaretten und Snacks gelagert, bevor sie an 3400 Kunden in der Region ausgeliefert werden. Wie der Betrieb in dem Warenlager abläuft, hat Lekkerland zur Eröffnung am Freitag gezeigt.

Musik zur Eröffnung: Lekkerland weiht Warenlager in Borna ein.

Quelle: Jens Paul Taubert

Borna. Der gelbe Schubmaststapler stoppt zielsicher am Regal. Während Jenny Borkenhagen die Gabel hochfährt, ruht ihr Blick auf dem Display des Fahrzeuges. Über eine Kamera verfolgt sie, wie die Gabel an Höhe gewinnt. Auf der dritten Sprosse stoppt sie die Fahrt und führt den Greifer unter die Palette. Langsam bewegt die blonde Frau die wertvolle Fracht, einen einzelnen roten Karton, auf die Erde. Darin liegt der Schlüssel für das Warenlager von Lekkerland im Gewerbegebiet Borna-Ost.

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Die LKW mit dem Schriftzug des Handelsunternehmens Lekkerland rollen seit Oktober durch das Gewerbegebiet in Borna-Ost. Von hier aus werden täglich 3400 Kunden in ganz Mitteldeutschland versorgt. Was man von außen nicht sieht: Das Unternehmen hat in dem Lager modernste Technik verbaut.

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Mehr als Hundert Augenpaare ruhten Freitag-Nachmittag auf der Lekkerland-Mitarbeiterin, bevor das neue Logistikzentrum offiziell eröffnet wurde. Die Generalprobe hat die Mannschaft im neuen Verteilzentrum bestanden. Bereits seit Oktober docken die 17 LKW des firmeneigenen Fuhrparks mehrmals täglich an den Schleusen an, um Getränke, Süßigkeiten, Snacks und Zigaretten zu laden. 3400 Kunden in ganz Mitteldeutschland, darunter Tankstellen, Kioske, Getränkemärkte, Bäckereien und Kantinen, werden von hier aus beliefert.

Nachdem der Handelskonzern an seinem früheren Standort Hartmannsdorf an seine Kapazitätsgrenze gelangt war, entstand in Borna auf 12.000 Quadratmeter Fläche ein modernes Hochregallager. In dem 14 Meter hohen Ebenen sind Paletten voller Lebensmittel, Getränke und Tabakwaren versteckt. „Es herrscht ein chaotisches System“, sagte Kay Schiebur, Vorstandsmitglied für Logistik und Supply Chain. Und hat die Lacher auf seiner Seite. Im Gegensatz zum wahren Leben zielt der Fachbegriff aus der Logistik darauf ab, jeden Winkel der Lagerfläche zu nutzen und auf eine Sortierung der Waren zu verzichten. Die Kommissionierer hätten Lydia – eine rechnergesteuerte Stimme – im Ohr, die ihnen verraten würde, wo der Nachschub für Cola oder Schokolade abgelegt worden ist. Pick by voice heißt das System, über das die Mitarbeiter an die richtige Stelle im Regal dirigiert werden. Per Zahlencode bestätigen sie das im System. Gute Mitarbeiter würden bis zu 200 Zahlencodes zuordnen. „Wir haben überlegt, ob wir uns bei wetten, dass ... bewerben“, so der Manager schmunzelnd. Wenn die Kamera dann allerdings dem Lekkerland-Mitarbeiter in den Kühlbereich folgen muss, werde es schwierig. Da wo Eis, tiefgekühlte Pizza und Brötchen lagern, herrschen Minus 24 Grad.

Für die Ansiedlung, bei der sich die Stadt Borna anfangs schwer getan hat, gab es Lob aus Politik und Wirtschaft. Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) räumte ein, dass er bei früheren Besuchen in der Region nicht geglaubt hätte, dass sie sich zum Lekkerland entwickeln würde. „Das macht Hoffnung auf eine positive Ausstrahlung auf den Arbeitsmarkt, Erweiterungen und neue Ansiedlungen“, so Dulig.

Als Startschuss für den Gewerbestandort bezeichnete Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) die Eröffnung des Verteilzentrums. Aufgrund der Anfragen von Investoren, darunter ein Logistikunternehmen und ein Autohof, rechnet sie schon bald mit Nachbarn für Lekkerland. „Als Verwaltung haben wir gezeigt, dass wir Arbeitsplätze nach Borna holen können“, so Luedte.

Mit knapp 100 Beschäftigten ist Lekkerland noch nicht am Ende seiner Pläne in Borna. Nachdem das Unternehmen die Halle vom Immobilienentwickler VGP für 15 Jahre gemietet hat, soll der Umsatz am Standort kräftig wachsen. Schiebur sieht im Geschäft mit Convience für den Unterwegs-Verzehr einen wachsenden Markt. „Aus Borna kommt ab sofort der Treibstoff für Mobilität“, sagte er.

Von Birgit Schöppenthau

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