Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Leonberg – die Stadt, in der der Prisma-Verein bereits einen offenen Jugendstrafvollzug betreibt
Region Borna Leonberg – die Stadt, in der der Prisma-Verein bereits einen offenen Jugendstrafvollzug betreibt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:18 20.05.2010
Anzeige
Borna

Der avisierte Standort für das Projekt des Prisma-Vereins liegt nahe dem Bornaer Ortsteil. Debatten gab es auch vor Jahren in Leonberg. Mittlerweile werde das Projekt dort akzeptiert, sagen Befürworter. In Leonberg, das nur bedingt mit Borna vergleichbar ist.

Einer der bekanntesten Leonberger ist Jürgen Sundermann. Der dürfte Fußballfans nicht nur als „Wundermann“ aus seiner Zeit beim VfB Stuttgart in den 70er Jahren ein Begriff sein, sondern auch als ebensolcher im Leipziger Fußball. Speziell für dessen Probstheidaer Ableger, den er 1993 unter seinem damaligen Label VfB Leipzig sensationell in die erste Bundesliga führte. Der Mann fühlte sich auch in den Zeiten seines messestädtischen Triumphs immer derart wohl in seiner Wahlheimat Leonberg, dass er niemals an einen Wohnortwechsel dachte. Aus gutem Grund: In Leonberg lässt es sich leben.

Schon allein, was die Erwerbsmöglichkeiten anbelangt. Bei 4,2 Prozent liegt die aktuelle Arbeitslosenquote – jetzt, in Krisenzeiten. Die Stadt befindet sich in einem Weinbaugebiet – dort, wo die guten Württemberger herkommen. Für deutschlandweite Bekanntheit hat jahrzehntelang die Leonberger Bausparkasse gesorgt, die vor einem knappen Jahrzehnt von der Wüstenrot AG geschluckt wurde. Dennoch gibt es eine Reihe von ortsansässigen Unternehmen, wie die Firma Lewa, einen weltweit operierenden Hersteller von Dosenpumpen, die Software-Firma Caatoosee, und das Bosch-Verwaltungs- und Entwicklungszentrum, das allein 1100 Beschäftigte hat. Das erklärt eine Arbeitslosenquote, von der eine Stadt wie Borna (gegenwärtig mehr als zwölf Prozent) nur träumen kann, ebenso wie die Lage im Speckgürtel der Großstadt Stuttgart. Ein Speckgürtel, der diesen Namen im Gegensatz zum vergleichbaren Gebiet rund um Leipzig auch tatsächlich verdient.

Natürlich gibt es in Leonberg, das mit 45 000 Einwohnern von mehr als doppelt so vielen Leuten bewohnt wird wie Borna, sämtliche Schulformen- und Angebote unterhalb der Fach- und Hochschulebene. Die Stadt im nach wie vor prosperierenden deutschen Südwesten hat seit zwei Jahren eine Umweltzone, was Feinstaubplaketten für Autos zur Pflicht macht. In der mittelalterlichen Altstadt finden sich zahlreiche Fachwerkhäuser, im Stadtteil Etlingen die „Schönste Dorfstraße Süddeutschlands“. Die Stadt ist außerdem als Geburtsort von Friedrich Wilhelm Schelling bekannt, einem Hauptvertreter der klassischen deutschen Philosophie.

Bleibt die Frage, ob in Borna funktionieren kann/muss, was in Leonberg seit nunmehr sieben Jahren geht: die Errichtung eines offenen Strafvollzuges, so wie ihn der Prisma-Verein am Bockwitzer See plant. Auch darum wird es gehen, wenn unter der Leitung von LVZ-Regionalchefredakteur Frank Prenzel am Dienstag Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) und der Sprecher der Bürgerinitiative „Borna steht auf“, Axel Meier, aber auch Prisma-Projektleiter Michael Richter und CDU-Stadtratsfraktionschef Roland Wübbeke diskutieren. Dazu sind Sie, liebe Leser, ab19 Uhr, im Goldenen Stern ausdrücklich willkommen.

Nikos Natsidis

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mit Freude vernahmen Eltern, Lehrer und Schüler aus Kitzscher, dass der Landkreis mit Kitzscher eine Landschule erhalten will. Am Freitag standen die Glocken noch auf Alarm für die Mittelschule in Kitzscher.

19.05.2010

Die Förderung der Jugendarbeit im laufenden Jahr beschloss der Jugendhilfeausschuss des Landkreises Leipzig ohne Debatte. Das schwerwiegendere Thema, zu dem die Mitglieder zweieinhalb Stunden berieten, wurde ohne Öffentlichkeit diskutiert: die Frage nämlich, wie sich angesichts fehlender Landesmittel die Jugendhilfe-Landschaft ab 2011 darstellt.

19.05.2010

Landrat Gerhard Gey (CDU), der zurzeit an einer verschleppten Lungenentzündung laboriert, vermeldete gestern vom Krankenbett aus gute Nachrichten für die Mittelschule Kitzscher.

18.05.2010
Anzeige