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Borna Letzter Schultag für Jack Pooley
Region Borna Letzter Schultag für Jack Pooley
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13:57 19.05.2015
Jack Pooley (vorn) mit Mitgliedern vom "English Conversation Club" am Gymnasium (hinten v. l.): Maxi, Marie, Jonas, Elisa, Michelle und Lara. Quelle: Jens Paul Taubert

"Die meisten Schüler sind begeistert von meiner Muttersprache", resümierte der 21-Jährige, der seinen Dienst als Fremdsprachen-Assistent quittierte. Während seines Aufenthaltes, besonders bei einem Planspiel zu einer fiktiven Flüchtlingssituation, habe er erlebt, wie bewusst junge Menschen hierzulande den Alltag erleben und sich in die politische Debatte der Gesellschaft einbringen. "Das hat mich sehr beeindruckt", sagte Jack.

Als Student der Fachrichtung Deutsch/Italienisch an der Universität in Durham hatte sich Pooley über British Council um einen Einsatz in Sachsen bemüht. "Ich wollte eine größere Stadt kennenlernen und mit älteren Schülern arbeiten", erklärte er. So wurde er über die Sächsische Bildungsagentur ans Bornaer Gymnasium vermittelt. Er fand in einer Leipziger Wohngemeinschaft bei drei einheimischen Studenten ein Zuhause auf Zeit und pendelte täglich mit der S-Bahn nach Borna.

"Muttersprachler sind eine große Bereicherung im Unterricht", sagte Englisch-Lehrerin Constanze Hahn. Schüler, die kaum eine Chance auf Reisen in englisch-sprachige Länder hätten, würden so die Sprache authentisch erleben. Auch für sie als Lehrerin sei die Konversation ein Gewinn gewesen. "Das erweitert den Wortschatz und den Horizont", erklärte die 50-Jährige. Der Einsatz von Fremdsprachen-Assistenten werde deshalb am hiesigen Gymnasium gepflegt. "Das gelingt leider nicht in jedem Jahr", so Hahn, denn das Interesse der Schulen sei groß.

Neben dem Unterricht hat Pooley, der sehr gut deutsch spricht, die Zeit genutzt, um die Region kennenzulernen. Dabei ist er durch die Tagebaulandschaft rund um Borna getourt, um Informationen für eine Hausarbeit zu sammeln. "Das Ausmaß des Bergbaus ist gigantisch", sagte er und verweist auf seine Heimat, in der einst sehr aktiv unter Tage Kohle gefördert worden ist. "Das hat wirtschaftliche und kulturelle Auswirkungen in der Region", zieht er Parallelen zwischen Durham und Borna.

Großen Eindruck habe die kulturelle Szene in Leipzig auf ihn gemacht. Baumwollspinnerei und Moritzbastei fallen als Stichworte. Aber auch die Demonstrationen in der Messestadt sind nicht spurlos an ihm vorbeigegangen. "Es war wohltuend zu sehen, wie viele Menschen gegen Legida protestieren", sagte er. Das habe seinen Eindruck bestärkt, dass die Deutschen Ausländern gegenüber doch sehr aufgeschlossen sind.

Wenn Pooley heute ein letztes Mal die Tür des Gymnasiums Am Breiten Teich in Borna hinter sich ins Schloss fallen lässt, dann hat er erst einen Teil der Pflicht absolviert. In den nächsten Wochen müsse er seine Hausarbeit schreiben. "Dann ist Sightseeing geplant", so der blonde Mann. Bereits im April wird er einen Einsatz an einer Sprachschule in Bologna antreten. Aus Sachsen nimmt er mehr als Eindrücke mit. "Auch ein Stück des sächsischen Dialekts", erklärte er.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.02.2015
Birgit Schöppenthau

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