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Borna Letzter Strohhalm: Gemeinderat stimmt knapp für übergreifende Klassen in Deutzen
Region Borna Letzter Strohhalm: Gemeinderat stimmt knapp für übergreifende Klassen in Deutzen
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14:24 25.05.2016
Die Grundschule in Deutzen hat erst kürzlich den Namen „4 Jahreszeiten“ erhalten. Quelle: privat
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Neukieritzsch/Deutzen

Der Kampf um eine erste Klasse an der Grundschule „4 Jahreszeiten“ in Deutzen für das kommende Schuljahr geht weiter. Der Gemeinderat hat beschlossen, jahrgangsübergreifenden Unterricht einzuführen und die Zustimmung für die Konzeption der Schule beim Kultusministerium zu beantragen. Der Beschluss kam am Dienstagabend auf Antrag der Fraktion Bürger für Deutzen mit einer dünnen Mehrheit von acht gegen fünf Stimmen zustande. Acht Gemeinderäte enthielten sich der Stimme.

Diesen letzten Strohhalm fanden die Deutzener Schulbefürworter ausgerechnet in jenem Bescheid, mit dem das Kultusministerium den Mitwirkungsentzug für eine erste Klasse ausgesprochen hatte. Darin heißt es nämlich, dass der „Sachverhalt neu zu prüfen“ wäre, wenn der Schulträger, also die Gemeinde, und die Schulkonferenz, die aus Lehrern und Elternvertretern besteht, die Einführung von jahrgangsübergreifendem Unterricht beschließen und dem Ministerium dafür ein Grobkonzept vorlegen.

Derartige Beschlüsse gab es bisher nicht, auch ein Konzept war bisher nicht bekannt. Schule und Eltern hatten offenbar auf eine Ausnahmegenehmigung für die Deutzener Grundschule gehofft, wo in diesem Jahr die für eine Klasse mindestens geforderten 15 Schüler nicht angemeldet sind. Nach bisherigem Stand darf an der Deutzener Grundschule im Sommer keine erste Klasse gebildet werden. Die künftigen Erstklässler sollen in Neukieritzsch mit eingeschult werden.

Seit Montagabend überschlugen sich dann die Ereignisse. In der Deutzener Grundschule fand 18 Uhr eine Veranstaltung mit Vertretern von Bildungsagentur, Landkreis, Hortbetreiber, Neukieritzscher Schulleiterin, Gemeinde und den Eltern der künftigen Deutzener Erstklässler statt. Den Eltern wurde alles rund um die Aufnahme ihrer Kinder in die Neukieritzscher Grundschule erläutert. Bürgermeister Thomas Hellriegel (CDU) sagte am Dienstagabend im Gemeinderat über diese Veranstaltung, alle Eltern seien zufrieden gewesen und hätten gewusst, wie für ihre Kinder die Schule beginnt.

Unmittelbar im Anschluss an die Veranstaltung mit den Eltern trat dann im selben Raum die Schulkonferenz zusammen und fasste den Beschluss, an der Schule jahrgangsübergreifenden Unterricht einzuführen. Daraufhin beantragte die Fraktion Bürger für Deutzen mit einer um 22.13 Uhr verschickten Mail, dass der Gemeinderat für den Schulträger nun auch die Einführung des jahrgangsübergreifenden Unterrichts beschließen und damit die Bildung einer ersten Klasse in Deutzen im bevorstehenden Schuljahr beantragen soll.

Am Dienstag organisierte der Bürgermeister kurzfristig eine Mitarbeiterin der Bildungsagentur (BA) Leipzig, die sich mit jahrgangsübergreifendem Unterricht befasst und Schulen berät, die diesen einführen wollen. Dietlind Barth, bis vor einigen Jahren selbst Leiterin einer Grundschule in Grimma, kennzeichnete das Modell als einen Weg, Schulschließungen wegen zu geringer Schülerzahlen zu verhindern. Dabei werden die Jahrgänge eins und zwei sowie drei und vier jeweils zu einer Klasse zusammengefasst. Sie verwies zugleich auf viele Hürden und Probleme, nötige Schulungen und die Information aller Beteiligten.„Es ist aus unserer Sicht nicht möglich, jahrgangsübergreifenden Unterricht von heute auf morgen zu installieren“, fasste Barth ihre Ausführungen zusammen, womit sie indirekt auf das Vorhaben der Deutzener einging.

Die während der Gemeinderatssitzung völlig überraschend ein Grobkonzept vorlegten, welches jetzt dem Kultusministerium zur Prüfung übergeben werden soll. Sollte das Konzept akzeptiert werden, ist theoretisch noch die Genehmigung für eine erste Klasse in Deutzen möglich. Wie lange die Prüfung bei der Bildungsagentur in Leipzig und dann beim Ministerium dauere, dazu wollte sich Barth nicht festlegen.

Von André Neumann

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