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Borna Lichtfest 2019: Leipziger Südraum leuchtet mit
Region Borna Lichtfest 2019: Leipziger Südraum leuchtet mit
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01:31 02.06.2018
Die ehemalige Brikettfabrik Witznitz soll erleuchtet werden. Quelle: Jens Paul Taubert
Borna

Das Leipziger Lichtfest ist längst zur Tradition geworden. Damit erinnert die Stadt an den entscheidenden Tag im Wende-Herbst, den 9. Oktober 1989. Wenn dieser Tag im nächsten Jahr drei Jahrzehnte zurückliegt, soll auch das Gebiet südlich der Großstadt eine eigene Strahlkraft entwickelt. „Der Südraum leuchtet“ ist der Name einer ambitionierten Projekts, für das sich der Förderverein zum Aufbau eines Dokumentationszentrums Industriekulturlandschaft Mitteldeutschland (DokMit) mit seinem Vorsitzenden Walther Christian Steinbach stark macht.

Landmarken sollen beleuchtet werden

Geplant ist die Illumination von Landmarken, die es im jahrzehntelang industriell geprägten Leipziger Südraum in bemerkenswerter Anzahl gibt. So sei denkbar, dass die Bistumshöhe am Cospudener See ebenso erleuchtet wird wie der Aussichtspunkt auf der Halde in Trages. Der Bergbau-Technik-Park an der Autobahn 38 käme dafür in Frage, aber auch die Kirche in Großzössen.

Selbstverständlich auch die ehemalige Brikettfabrik Witznitz mit ihrem prominenten Bewohner, dem Leipziger Künstler Michael Fischer-Art. „Den wollen wir auch fragen“, sagt Steinbach, der in der Lichtaktion für den Südraum auch eine Möglichkeit sieht, den atemberaubenden Wandel der einstigen Bergbaulandschaft zum heutigen Neuseenland auf ganz spezielle Weise sicht- und erlebbar zu machen.

Rund zehn Objekte in der Planung

Insgesamt könnten vielleicht zehn Landmarken für die Lichtaktion zusammenkommen, zu denen sicher auch das Kraftwerk Lippendorf gehört. Inwieweit das auch für die vormalige Brikettfabrik Neukirchen gilt, ist noch offen.

Eine Frage der Fördermöglichkeiten. DokMit als der Akteur, der die Planungen für die Erleuchtung des Südraums anschiebt, will einen nichtinvestiven Planungsantrag auf Gelder aus dem Leader-Programm stellen, einem Fördertopf, den die Europäische Union seit 1991 speziell zur Entwicklung des ländlichen Raums füllt.

Auch Erinnerung an alte Handelsstraßen

Der frühere Regierungspräsident hat bei der Südraum-Beleuchtung durchaus auch größere Dimensionen als „nur“ den Landschaftswandel der letzten drei Jahrzehnte im Blick. Schließlich ist Leipzig Schnittpunkt zweier bedeutender mittelalterlicher Handelsstraßen – der Via Regia ud der Via Imperii. Letztere führte durch den vormaligen Kreis Borna, und auch auf diese Weise lässt sich eine Verbindung von Borna und anderen Kommunen im heutigen Südraum zur Metropole herstellen.

Borna könnte näher an Leipzig rücken

Was nach Überzeugung des früheren Röthaer Pfarrers und Begründers des Christlichen Umweltseminars Rötha (CUR), dessen Ursprünge ziemlich genau 30 Jahre zurückliegen, auch die Beteiligung von Bornaern, Kitzscheranern etc. an den entscheidenden Leipziger Montagsdemonstrationen und speziell am entscheidenden Marsch der 70 000 über den Leipziger Ring eben am 9. Oktober 1989 betrifft.

Die Aktion „Der Südtraum leuchtet“ jedenfalls ließe Borna („Eine versteckte Perle“) und den gesamten Südraum wiederum ein Stück näher an Leipzig rücken, macht Steinbach klar.

Illumination auch zu anderen Zeiten denkbar

Das Ziel sei es jedenfalls, am 9. Oktober 2019 südlich von Leipzig weithin sichtbare erleuchtete Landmarken sehen zu können, zu denen sicher auch der Freizeitpark Belantis gehören dürfte. Darüber hinaus macht Steinbach deutlich, dass die jeweiligen Leuchtpunkte auch jenseits des konkreten Wendeherbst-Jubiläums leuchten könnten – gemeinsam oder auch einzeln.

Es wäre ein unübersehbarer Beweis für die Größe der Veränderungen, die Steinbach auch heute noch positiv zusammenzucken lassen, wenn er etwa auf der Autobahn ein Hinweisschild sieht, demzufolge der Fahrer in zwei Stunden in Göttingen und damit im Westen ist.

Von Nikos Natsidis

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