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Borna Lichtmalerei aus Gnandorf regt die Fantasie im Bornaer Amtsgericht an
Region Borna Lichtmalerei aus Gnandorf regt die Fantasie im Bornaer Amtsgericht an
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07:00 02.11.2016
Kinder- und Jugendhausleiterin Christine Laube erläutert Richter a. D. Andreas Neumert eines der Bilder. Quelle: André Neumann
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Borna

Mit Licht kann man malen. Der Strahl der Taschenlampe, wahlweise durch farbige Folie gesandt, zeichnet bei Dunkelheit bunte Kringel, Kreise oder Achten in die Luft. Mit leuchtenden farbigen Ringen oder Lichtstäben lassen sich für kurze Momente ganze Fantasiewelten in den Raum zaubern. Hält man diese Bilder dann mit einem Fotoapparat fest, schließt sich der Kreis und es entsteht Überraschendes. Denn Fotografie bedeutet im griechischen Ursprung Zeichnen mit Licht. Und wenn die Lichtmalerei aus der Bewegung gerissen wird, erstarrt sie zu bizarren oder auch witzigen Kunstwerken.

Eines der Bilder aus der Ausstellung in Borna. Quelle: Ausstellung

Einige davon zeigt das Kinder- und Jugendhaus Borna Gnandorf jetzt in einer Ausstellung im Amtsgericht Borna. Entstanden sind die Bilder in einem Ferienprojekt in den Herbstferien des vergangenen Jahres. Zwölf Kinder und Jugendliche von sieben bis 18 Jahren nahmen damals an einem zweitägigen Workshop zum Thema Lichtmalerei teil.

Das Kinder- und Jugendhaus hatte dazu die Leipziger Fotografin und Medienpädagogin Alina Simmelbauer eingeladen. Die erklärte den Mädchen und Jungen zunächst den Umgang mit der Spiegelreflexkamera und ließ sie dann mit Taschenlampen, Lichtschläuchen und Knicklichtern, leuchtenden und biegsamen Plastikstäbchen, hantieren. Die Kamera hielt mit langen Belichtungszeiten fest, was die Leuchtmittel an ansonsten vergänglicher Malerei produzierten.

Die auf diese Weise entstandenen Bilder sind so einzigartig wie anregend. Bunte Kringel, wehende bunte Farbschweife, Lichtspuren und gleichsam erstarrte Fontänen lassen, sofern der Betrachter sich darauf einlässt, die Gedanken sprießen. Real ist hier nichts, nicht das scheinbare Feuerwerk, die aus Lichtblitzen bestehende Gewitterwolke, das fliehende bunt wehende Haar, das auch ein Schweif farbigen Sternenstaubs sein könnte. Dass die Kinder und Jugendlichen dabei nicht nur hinter der Kamera standen, sondern auch leibhaftig davor, ist nur zu erahnen. Wo das Licht eine gespensterhafte, figürliche Gestalt annimmt, hatte sich ein Projektteilnehmer in einen Lichtschlauch gewickelt. Wo farbige Linien die Karikatur eines Menschen abbilden, hatte einer mit der bunt abgedeckten Taschenlampe die Umrisse des anderen nachgezeichnet.

Nachdem die Bilder erst eine Weile das Kinder- und Jugendhaus schmückten, waren sie im Landratsamt zu sehen. Gleich im Anschluss zieren sie jetzt, teils auf Leinwand, teils auf Papier, das Treppenhaus und den großen Saal des Gerichtsgebäudes. Dort sind sie bis Anfang, Mitte Dezember zu sehen, sagt Kinder- und Jugendhausleiterin Christine Laube (35). Danach sollen sie auf dem Weihnachtsmarkt in Borna zum Kauf angeboten werden.

Für das Kinder- und Jugendhaus ist die aktuelle Schau die erste Ausstellung im Gericht. Organisiert wurde sie erneut durch Andreas Neumert. Der Richter a.D. kümmert sich von Anfang an um die Ausstellung in dem Justizgebäude, die jetzige ist bereits Nummer 67.

Von André Neumann

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