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Borna Liebe bringt Eisdiele nach Regis-Breitingen: durchwachsene Premierensaison
Region Borna Liebe bringt Eisdiele nach Regis-Breitingen: durchwachsene Premierensaison
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00:21 16.10.2017
Fachfrau Claudia Klube hat noch bis zum Monatsende frisches Milch- und Wassereis in Waffel und Becher im Angebot. Im Frühjahr geht es dann weiter. Quelle: Jens Paul Taubert
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Regis-Breitingen

Nach jahrelanger Pause haben die Einwohner von Regis-Breitingen wieder eine Anlaufstelle vor Ort, wenn ihnen der Sinn nach einer Kugel Gefrorenem steht. Die Eisdiele „Zur Alten Post“ ist das zweite gemeinsame Projekt von Claudia und Norman Klube – nach der Hochzeit vor elf Monaten. Während er als Ladenbauer der Mann fürs Drumherum wie Ausstattung und Organisation ist, bringt sie als Fachfrau die geschmackliche Expertise mit. Ihr Fazit zum Ende der Premierensaison fällt allerdings durchwachsen aus.

Als Rosemarie und Günter Dietze vor rund zehn Jahren für immer die Tür ihres Eiscafés in der Querstraße schlossen, blieb den Regis-Breitingenern bei kalten Gelüsten nur der Weg in den Supermarkt oder, wenn es nicht allzu weit sein sollte, ins benachbarte Dorf Deutzen. Was die Menschen im Pleißestädtchen schon grämte. Doch schien sich kein Nachfolger zu finden. Da mussten erst Zufall und Liebe ihre Finger im Spiel haben.

„Eine gemeinsame Bekannte hat uns verkuppelt“, erzählen die Klubes. Ihre erste Begegnung fand vor zwei Jahren statt in einem – Eisladen. In dem Leipziger Geschäft arbeitete die gelernte Köchin schon lange, dort war sie zur Spezialistin geworden. Eigentlich hatte sie nur einen Reisebegleiter gesucht, aber die Beziehung entwickelte sich weiter. Im November 2016 heirateten die zwei.

Schon etwas früher hatten sie die Idee mit der eigenen Eisdiele, weil die heute 53-Jährige ihre Firma verließ. Das alte Regiser Postamt, das Norman Klube 2004 günstig ersteigert hatte, bot sich dafür an. Der frühere Außenhandelsmitarbeiter in Berlin, der dann im Ladenbau als Filialleiter und später mit einem eigenen Betrieb arbeitete, hatte dessen Standort und seine Wohnung von Leipzig hierher zusammengelegt. Als das Geschäft nicht mehr so lief, konnte er in die Qualitätskontrolle der Autobranche wechseln. Ausstellungsraum und Werkstatt zu Hause benötigte er nicht mehr, sagt der 66-Jährige.

Erst in diesem Januar begann der Umbau des ehemaligen Schalterraums und des Büros des Postvorstehers. Vor allem Freunde und Bekannte aus der Baubranche arbeiteten mit dem Paar, sodass die Kosten noch überschaubar blieben, aber eben auch vorwiegend abends und an Wochenenden gewerkelt wurde. So wurde es recht eng bis zum geplanten Eröffnungstermin. „Günstig war, dass das Wetter im Frühjahr noch zu wünschen übrig ließ. Da gingen uns keine Verkaufstage verloren“, so die Fachfrau.

Am 18. Mai hängten sie erstmals die Eisfahne in der Goethestraße heraus, schräg gegenüber vom kleinen Stadtpark. „Anfangs wurden wir fast überrannt, da standen die Leute in Dreier- und Viererreihen“, erzählt Norman Klube. Da musste er zwischendurch Nachschub aus der Nähe von Zwickau holen. „Dort haben wir einen tollen Eislieferanten gefunden“, ergänzt sie; die eigene Herstellung rechne sich nicht. Nach und nach ließ der Andrang nach. „Wenn es zu heiß ist, gehen die Leute, vor allem die Kinder lieber ins Freibad. Und regnet es, kommen auch ganz wenige“, weiß sie schon aus Erfahrung. Und dass erst die Forst- und dann die Deutzener Straße gesperrt waren, habe den Durchgangsverkehr verringert; zudem gibt es direkt an der Eisdiele keine offizielle Parkmöglichkeit.

Besonders gut geht das Standardprogramm, Vanille, Schoko, Erdbeere, Stracciatella. „Bei den wechselnden Sorten liegen Azurblau, Weiße Schokolade und Wassermelone vorn“, sagt Claudia Klube. Mindestens 13 hat sie täglich im Angebot. Das Fruchteis (außer Banane und Schwarze Johannisbeere) sei laktosefrei, weil ohne Milch. Sie selbst ist Schoko-Fan, isst aber bis auf Blau (Kaugummi-Geschmack) alles. Norman mag vor allem Milcheis (Kokos, Kaffee, Karamell). „Die tägliche Portion muss schon sein, drei Kugeln“, meint er schmunzelnd.

Am 31. Oktober geht die Saison zu Ende. „In den kalten Monaten funktioniert es nicht. Da sind wir zu klein.“ Ein Café kann und soll aus der Eisdiele aber nicht werden. „Da wären die behördlichen Anforderungen, unter anderem mit Toiletten, zu groß für uns und das Haus“, erklärt er. Weitergehen könnte es schon ab April, je nach Wetter. Dann können Klein und Groß wieder in der Ex-Schalterhalle neben alten Exponaten wie Posthorn und Telefonen, Postschließfächern und Werbeschildern nach Eis anstehen.

Von Olaf Krenz

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