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Borna Liebesspiel im Horst: Trotz Wintereinbruch baut Storchenpaar in Thräna am Nest
Region Borna Liebesspiel im Horst: Trotz Wintereinbruch baut Storchenpaar in Thräna am Nest
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06:00 02.03.2016
Bauen bereits ihr Nest: Die Störche in Thräna lassen sich vom Wintereinbruch nicht abhalten. Quelle: Birgit Schöppenthau
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Borna/Thräna

Für sie gibt es kein Zurück mehr. Das Storchenpaar in Thräna trotzt dem Wintereinbruch. Die beiden schwarz-weißen Vögel stehen dicht aneinander gedrängt im Horst. Über eine Kamera, die Jörg Spörl mit Blick ins Nest an dem Antennenmast befestigt hat, kann sich der Hobbyornithologe davon überzeugen, dass bei dem Storchenpaar alles in Ordnung ist. „Mit dem Nestbau lassen sich die Vögel im Moment etwas Zeit“, hat er beobachtet. „Aber das Liebesspiel hat bereits begonnen“, verrät der 53-Jährige.

Ungewöhnlich zeitig waren die Störche in diesem Jahr aus ihrem Winterquartier im Süden zurück. Die Dame flog bereits am 11. Februar als Erste ein, ihr Partner machte am 24. Februar das Storchenglück komplett. „Die zeitige Ankunft ist typisch für Vögel, die in Europa überwintern“, erklärt Spörl. Viele Störche würden auf den Deponien in Spanien genug Futter finden und den Weg nach Afrika gar nicht erst antreten. Die Vögel, die den langen Flug über das Mittelmeer nicht scheuen, seien erst Ende März, Anfang April zurück.

Dass sich in seinem Horst eine bekannte Vogeldame niedergelassen hat, bemerkte Spörl sofort. „Sie war zutraulich, hat sich das Fleisch geholt, das ich ihr hingelegt hatte“, so der Thränaer. Dieses Vertrauen hätte ein fremder Storch seiner Meinung nach nie aufgebracht. Auch der männliche Storch ist seinem vorjährigen Nistplatz treu geblieben und will erneut eine Saisonehe mit der Dame eingehen. Das geht laut Spörl aus dem Verhalten der Tiere hervor. Die ersten Paarungen haben die Störche bereits hinter sich. „Jedes Mal, wenn er wieder auf dem Horst landet, gibt es ein Liebesspiel“, sagt er.

Auch wenn die Störche nach dem Wintereinbruch ihre Aktivität vorerst herunterfahren, um so Energie zu sparen, besteht laut Spörl keine Gefahr für sie. „Ein paar Tage Schnee überbrücken sie“, ist er sicher. So lange sie Futter finden würden, sei ihr Überleben gesichert. In dieser Beziehung würden die Störche eine komfortable Situation vorfinden. Die beiden zurückliegenden milden Winter hätten dazu beigetragen, dass die Mäusepopulation regelrecht explodiert sei. „Eine längere Kältephase würden die Türe spüren und sich zurückziehen“, so Spörl aus Erfahrung. Dann würden sie in den Süden zurückfliegen.

Da dies im Moment nicht der Fall ist, tut Spörl den aktuellen Schneefall als Wetterkapriole ab, mit denen die Störche zurecht kommen werden. Während des Schneetreibens meiden sie den Horst, den sie erst abends wieder anfliegen. „Eine Woche können sie bequem ohne Futter auskommen“, so der Experte. Wenn sie bei der Fütterung der Hühner unruhig werden, legt er auch mal einen Brocken Fleisch auf den Kompost. Obwohl Spörl großes Interesses an den Störchen zeigt, liegt es ihm fern, sie an den Menschen zu gewöhnen. Bis auf die beiden Exemplare, die auf seinem Hof leben. Sie hatten derart schwere Flügelbrüche erlitten, dass sie nicht mehr in die Luft gehen können und hier ihr Gnadenbrot finden.

Seit 2002 ist der Horst in Thräna durchgehend bewohnt. Im vorigen Jahr hatte das Storchenpaar drei Eier ausgebrütet, allerdings nur ein Junges durchgebracht. Das Gelege der Störche beträgt in der Regel drei bis fünf Eier, wie der Horstbetreuer von Thräna und Umgebung bestätigt. Die Höchstzahl sei 2003 in seinem Horst erreicht worden. Aber die Eltern hatten drei Jungtiere aus dem Nest geworden. Weil nicht genug Futter zu holen war.

Von Birgit Schöppenthau

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