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Borna Liedermacher Falk begeistert im Kulturpark die Deutzener
Region Borna Liedermacher Falk begeistert im Kulturpark die Deutzener
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13:02 23.02.2018
Falk wusste mit frechen Liedern die Besucher zu begeistern. Quelle: Foto: Bert Endruszeit
Deutzen

Der hat es faustdick hinter den Ohren: Singer und Songwriter Falk gastierte am Freitag im Kulturpark Deutzen. Der singende Kabarettist war bereits zum LiedermacherfestivaladriAkustik“ im vergangenen Jahr vor Ort, jetzt gab es ein Wiedersehen unterm festen Dach. Mit dem Deutzener „Veranstaltungsmacher“ Martin Veit ist Falk seit längerer Zeit gut befreundet. „Auf unserem Festival hat Falk vor 500 Leuten für Stimmung gesorgt, das funktioniert sicher auch im kleineren Kreis“, war sich Veit sicher. Und er sollte nicht enttäuscht werden.

Nach Auftritten in Erfurt und Bremen war Deutzen nun die dritte Station von Falks neuer Tour. Und auf der hat er eine Menge schwarzen Humor im Gepäck. Denn genau der ist ein Markenzeichen des jungen Sängers, der in Wuppertal geboren wurde und mittlerweile in Berlin lebt. Was Falk auf der Bühne sagt und singt, steht für eine fotografisch genaue Beobachtungsgabe. Er findet kleine Schwächen, seltsame Schrullen und merkwürdige Verhaltensweisen bei seinen Mitmenschen. „Meine Frau ist Psychologin“, singt er gleich zu Beginn. „Sie hört nicht auf, mich zu analysieren, sie macht sich Notizen und fängt an mich zu siezen.“ Ob Psychologen im Saal wären, wollte Falk von seinen Zuhörern wissen. „Wenn sie allein hier sind, dann sollten sie sich mal fragen, warum.“ Zu tun hätten Psychologen ja reichlich, zum Beispiel bei der Behandlung von allerlei Ängsten. „Zum Beispiel der Gelotophobie, der Angst ausgelacht zu werden oder selbst zu lachen. Ich habe schon auf Konzerten gespielt, wo alle Besucher diese Phobie hatten.“

Falk (rechts) kam beim Verkauf seiner CDs mit den Besuchern ins Gespräch. Quelle: Bert Endruszeit

Doch das war in Deutzen nicht der Fall, die zahlreichen Gäste hatten viel Spaß mit Falk und seinen spitzfindigen Texten. Und die widmeten sich einmal mehr Leuten, denen man so im Alltag begegnen kann. Zu denen zählt auch Torben. „Er ist kein Freund, ich verachte ihn. Ich hasse Torben.“ Denn er sei einer, der buchstäblich alles kann. „Er ist beim Tapezieren, und kann dann dabei auch noch ein Liebesgedicht von Goethe zitieren.“

Menschen beobachten und deren Eigenarten gewissermaßen klassifizieren – genau das macht Falk in seinen Liedern. „Birkenstock“ heißt eines dieser Lieder. Darin nimmt er Leute auseinander, die ihren Lebensstil unbedingt ihrer Umwelt aufzwingen wollen, ob offen oder eher subtil. „Birkenstock-Nazi, Bio-Faschist, aber du glaubst, du wärst ein Idealist“, findet Falk klare Worte. „Du bist, was du isst, und du bist ’ne Gurke.“

Ihr Fett weg bekommen auch verzogene Kinder samt Eltern. „Erzieher sprechen mich häufig darauf an, denn das ist deren Lieblingslied“, plaudert Falk aus. „Mein Tipp: Wenn das Kind kackt, dann soll man nicht ‚toll’ sagen, sondern einfach nur: beim nächsten mal bitte im Bad.“ Ein klein wenig sollte man Kindern entgegenkommen, die sich allerlei wünschen – zum Beispiel ein Pony. Falks Rat: hier sollte man ruhig mal weich werden. „Okay, weil du es bist – heute wird Pferdewurst gegessen.“ Wer glaubt, dass sich Falk auf nur eine Sorte Mensch eingeschossen hätte, merkt jedoch schnell: Bei ihm sind alle mal dran. Auch Mitglieder im Männerclub, die sich gerne reden hören und immer alles besser wissen. „Die haben immer super Sprüche drauf und tätscheln gerne Schenkel.“ Falks Fazit: „Man darf auch mal hassen – es gibt genug Leute, die es verdient haben.“ Ein gehöriger Schuss Frechheit ist bei ihm immer dabei – zur Freude auch der Deutzener Besucher, die an diesem Abend eine Menge Spaß hatten.

Neugierig geworden? Am 18. August ist Falk wieder in Deutzen, dann unter freiem Himmel.

Von Bert Endruszeit

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