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Borna Linde zertrümmert Biergarten: In Thierbach ist trotzdem Freiluftsaison
Region Borna Linde zertrümmert Biergarten: In Thierbach ist trotzdem Freiluftsaison
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18:00 01.06.2017
Wirtin Manuela Borbe-Köster inmitten der Trümmer ihres Biergartens in der Gaststätte Thierbach. Quelle: André Neumann
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Kitzscher/Thierbach

Nun herrscht in der Gaststätte Thierbach fast schon wieder Zuversicht. Zwar schaut Betreiberin Manuela Borbe-Köster noch immer traurig auf die Trümmer ihres Biergartens. Doch ist zu diesem Zeitpunkt bereits klar: Schon an diesem Wochenende sollen die Gäste wieder im Freien das schöne Ambiente des Gasthauses am Teich genießen können. Der Eigentümer und langjährige Wirt Wolfgang Hantschell, dessen Großvater das Gasthaus 1936 gekauft hatte, ist davon überzeugt, dass der Biergarten an seinem Haus einer der schönsten der Gegend ist, mit großen Linden und einem Teich gleich an der Terrasse. „So etwas muss man suchen“, sagt er.

Doch das Idyll war am Dienstagabend kurz nach 18 Uhr zerstört worden. Die letzten Gäste auf dem Freisitz hatten glücklicherweise vor den heraufziehenden Unwetterwolken einige Minuten zuvor das Weite gesucht, als Wolfgang Hantschell oben in seiner Wohnung und die Wirtin unten im Gastraum ein lautes Knallen hörten. Sie dachten, hofften wahrscheinlich, dass nur ein paar Schilder im Sturm umgefallen waren, als sie die Bescherung sahen: Die dem Haus am nächsten stehende Linde war in der Wurzel abgebrochen, hatte Teile des Hofpflasters aufgerissen, das Dach des Biergartens zertrümmert und unter sich begraben und war mit den oberen Ästen bis in den Teich gefallen.

Beim Sturm am Dienstagabend zertrümmerte ein Baum den Biergarten der Gaststätte Thierbach. Die dem Haus am nächsten stehende Linde war in der Wurzel abgebrochen.

Manuela Borbe-Köster war seit 1991 Kellnerin bei Wolfgang Hantschell, seit 2010 betreibt sie das Wirtshaus als dessen Nachfolgerin. Am Dienstag sah sie ihre wichtigste Umsatzquelle des Sommers zerstört. Tatsächlich sei das Geschäft im Freien mit das Wichtigste. Und dabei hatte die Freiluftsaison wegen des lange kühlen Frühlings gerade erst begonnen. Viele Radfahrer und Ausflügler schätzen den Thierbacher Biergarten. Einige, sagt die Wirtin, kämen extra aus Leipzig hierher.

Daran soll sich nichts ändern, darin sind beide sich einig. Noch in dieser Woche sollen die Trümmer so weit beseitigt werden, dass Gäste zu der dahinterliegenden Wiese gelangen können. Die gehört zwar nicht mit zur Gaststätte, doch der Hausbesitzer stellt sie zur Verfügung. Mit Tischen, Stühlen und Schirmen soll dort vorläufig der neue Biergarten entstehen. Der ist dann zwar nicht ganz so groß wie der alte, aber um die 40 Gäste, schätzt die Wirtin, finden dort Platz.

Dass die auch kommen werden, daran hat Wolfgang Hantschell keine Zweifel. Vielleicht kämen einige sogar, weil sie die Folgen des Unwetters sehen wollen. Immerhin seien schon etliche Neugierige vor dem Gasthaus stehen geblieben, viele Autos sehr langsam daran vorbei gefahren.

„Es geht auf jeden Fall weiter“, sagt die Wirtin, auch mit Blick auf ihre Angestellten, zwei feste Mitarbeiter und zwei Pauschalkräfte. Deren Jobs, sagt sie, seien nicht gefährdet. Immerhin gehe ja auch das Geschäft im Haus weiter. Das Wochenende ist mit Gesellschaften und Buffets außer Haus schon voll.

Den knapp hundert Jahre alten Baum lässt der Hausbesitzer von einer Firma entsorgen. Für die Kosten des Schadens wird, hofft er, die Versicherung aufkommen. Manuela Borbe-Köster wiederum weiß, dass sie sich beim Aufräumen auf die Hilfe ihrer großen Familie verlassen kann. Beste Voraussetzungen also, dass es trotz des Sturmschadens in der Gaststätte Thierbach weitergeht. Immerhin soll es die an dieser Stelle schon im 13. Jahrhundert gegeben haben.

Von André Neumann

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