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Borna Linken-Kreischef über Asylbewerber: Wir schaffen es nicht, wenn wir nicht umsteuern
Region Borna Linken-Kreischef über Asylbewerber: Wir schaffen es nicht, wenn wir nicht umsteuern
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22:23 19.02.2016
Holger Luedtke
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Borna

Im Jahr 2020 wird der Kreisverband Westsachsen der Partei Die Linke wohl nur noch 400 Mitglieder zählen. Davon gehen zumindest die Verantwortlichen im Kreispartei-Entwicklungskonzept aus. „Das wären 100 Leute weniger als derzeit“, sagt Linken-Kreischef Holger Luedtke. Keine Frage, das werde nicht ohne Auswirkungen auf die Kampagnenfähigkeit der Partei bleiben. Zugleich fordert Luedtke mit Blick auf die Zahl der Asylbewerber, „die verfehlten Einsparungen bei Polizei und Justiz in Sachsen zu beenden“.

Der 55-Jährige erklärt weiter zur Flüchtlingsproblematik in Anspielung auf ein Zitat von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU): „Wir schaffen es nicht, wenn wir da nicht schnellstmöglich umsteuern.“ Es sei zudem wichtig, dass die Kommunen im Freistaat endlich das Geld für die Aufgaben bekommen, die ihnen übertragen werden. Allerdings seien die Westsachsen-Linken nicht in der Situation, die Regularien im Umgang mit Asylbewerbern ändern zu können. Luedtke: „Wir haben keinen Einfluss darauf, wer bleibt.“ Für die Linken stünden aber in jedem Fall Integration und Menschlichkeit ganz oben. Luedtke betont, dass die Mehrheit der Neuankömmlinge nicht kriminell sei, sondern sich an die hiesigen Gesetze halte . Das Strafgesetzbuch gelte aber für Asylbewerber und Deutsche gleichermaßen.

Was den Landkreis Leipzig anbelangt, so begrüße es die Partei, wenn hier von der Verwaltung Strukturen zusammengeführt werden. Das Vorhaben des Landkreises, den Gebäudekomplex des Bornaer Finanzamtes zu erwerben, wenn diese staatliche Behörde ihren Sitz künftig ausschließlich in Grimma hat, „begrüßen wir“. Es sei aber wichtig, dass die Bürgerämter weiter existieren.

Die Linken im Landkreis stehen in den nächsten Jahren vor großen Veränderungen, so Luedtke. Das liege angesichts des aktuellen Altersdurchschnitts der Mitglieder von Mitte 60 auf der Hand. Viele Aktive seien 70 Jahre und älter. Zwar hätten sich die Prognosen in der ersten Fassung des Kreispartei-Entwicklungskonzeptes aus dem Jahr 2011 nicht ganz bewahrheitet, „weil wir mehr Neueintritte als Sterbefälle hatten“, so der Vorsitzende weiter. Dennoch sei klar, „dass in der Zukunft immer mehr auf immer weniger Schultern liegt“. Das bedeute, „dass wir verstärkt auf externe Hilfe zurückgreifen müssen“. Diese koste aber Geld.

In den nächsten Jahren müssten die Weichen für die Wahlen zum Bundes- und zum Landtag gestellt werden. Dabei sei bisher lediglich klar, dass der stellvertretende Bundesparteivorsitzende Axel Troost erneut für den Bundestag kandidieren werde.

Von Nikos Natsidis

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