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Lobstädter Kameraden sind auch tagsüber einsatzbereit – trotz Nachwuchssorgen

Feuerwehr Lobstädter Kameraden sind auch tagsüber einsatzbereit – trotz Nachwuchssorgen

Neukieritzsch müht sich um Personal für die Feuerwehren. Doch eine Tagesbereitschaft können die kleinen Ortswehren kaum absichern. Da muss der Neue Lobstädter Wehrleiter sogar froh über Arbeitslose in seiner Truppe sein.

Freiwillige Feuerwehr Lobstädt.

Quelle: Archiv / Feuerwehr

Neukieritzsch/Lobstädt. Der Gemeinderat von Neukieritzsch hat die neue Wehrleitung der Freiwilligen Feuerwehr Lobstädt bestätigt. Wehrleiter ist Maik Stelzner. Der Dreißigjährige, der seit elf Jahren bei der Feuerwehr mitmacht, besitzt die Zugführerausbildung und war schon seit 2010 stellvertretender Wehrleiter in Lobstädt. Seit dem Rücktritt von Markus Fobian im vorigen Jahr leitete er die gut zwanzigköpfige Truppe kommissarisch. Jetzt war Stelzner einstimmig zum Wehrleiter gewählt worden. Sein Stellvertreter Christian Heider (24) bekam ebenfalls alle abgegebenen Stimmen. Der wird in diesem Jahr noch die Gruppenführerausbildung absolvieren.

Die neue Wehrleitung ist für fünf Jahre gewählt und bestätigt worden. Die Feuerwehr Lobstädt gehört zu den Ortsfeuerwehren in der Gemeinde Neukieritzsch, die auch tagsüber die Bereitschaft meist absichern kann, sagt Stelzner. Der Grund dafür ist freilich nicht wirklich ein erstrebenswerter, denn Stelzner muss zugeben: „Gut, dass wir den einen oder anderen Arbeitslosen haben.“ Immerhin kann die Einsatzabteilung sich wieder einmal über Nachwuchs aus den eigenen Reihen freuen. Eine Kameradin sei gerade aus der Jugendfeuerwehr dazu gestoßen.

Die Lobstädter Feuerwehr wird zu Einsätzen in Lobstädt selbst, aber auch in Großzössen, Kahnsdorf und Deutzen gerufen, sagt der neue Wehrleiter. Weil die Großzössener und Kahnsdorfer tagsüber häufig nicht genug Kameraden zur Verfügung haben, werde Lobstädt meist mit alarmiert. Und für Einsätze in Deutzen, wo es keine Feuerwehr gibt, würden die Lobstädter Feuerwehrleute immer zuerst alarmiert, weil die Neukieritzscher Kameraden auf der Anfahrt nach Deutzen in jedem Fall eine Bahnschranke passieren müssen, egal, welchen Weg sie nehmen.

Das Thema Einsatzbereitschaft und Personalausstattung ihrer Feuerwehren beschäftigt die Gemeinde fast ständig. Bei Verantwortlichen der Feuerwehr taucht dabei immer wieder die Frage auf, wie die Gemeinde die Einsatzbereitschaf dadurch sichern kann, indem ihre Angestellten bei der Feuerwehr mitmachen. In Neukieritzsch scheint es derzeit aber sogar einen gegenläufigen Trend zu geben oder gegeben zu haben. Mehrere Mitarbeiter des Bauhofes, das bestätigte Hauptamtsleiterin Petra Jung in der jüngsten Gemeinderatssitzung auf Anfrage, seien aus der Feuerwehr ausgeschieden. Aktuell gebe es noch fünf Feuerwehrleute im Bauhof. Generell sei es schwierig, Nachwuchs und aktive Mitstreiter für die Feuerwehr zu gewinnen, sagte Jung und versicherte: „Wir haben alles versucht“. Die Gemeinde mache Werbung, habe die Jugendfeuerwehr gegründet, schreibe Kindern, die das Jugendfeuerwehralter erreichen Geburtstagskarten, ein Feuerwehr-Spielmobil sei angeschafft worden und „wir fahren auf jedes Dorffest“, zählte die Amtsleiterin die Bemühungen auf.

Laut Bürgermeister Thomas Hellriegel (CDU) sei man mit diesem Problem nicht allein. „Die Tagesbereitschaft ist außer in den Städten fast in keiner Kommune abgesichert“, schätzte er ein. Mit Arbeitsverträgen für den Bauhof könne die Kommune das Problem nicht regeln, sagte Hellriegel, man könne keinen Mitarbeiter verpflichten, der Feuerwehr beizutreten. „Wir können froh sein, dass es Kameraden gibt, die ihre Freizeit opfern, um Sachwerte zu schützen und Leben zu retten“, sagte der Bürgermeister anerkennend in Richtung der Feuerwehrleute.

Dazu passt, dass in Lobstädt der ehemalige Wehrleiter Andreas Saalfeld seinen Lkw-Führerschein verlängern ließ. Den brauche der Sechzigjährige eigentlich nicht mehr, sagt Wehrleiter Maik Stelzner anerkennend. Er habe das extra für die Feuerwehr getan, weil die einen Engpass bei Kraftfahrern habe.

Von André Neumann

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