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Loch an Loch

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Nun beehrt uns Väterchen Frost schon seit Oktober letzten Jahres mit seiner eisigen Anwesenheit. Zwar gönnte er sich hin und wieder eine kurze Verschnaufpause.

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Auch in der Lessingstraße Bornas tut sich ein stattliches Schlagloch auf.

Quelle: Jakob Richter

Borna. Aber nur, um anschließend erneut kraftvoll aufzutreten. Dabei hat er seine zerstörerischen Spuren überall im Bornaer Asphalt hinterlassen.

Schlaglöcher in sämtlichen Formen - mal mehr, mal weniger tief - stören das Straßenbild der Kreisstadt. Laut Rathaussprecher Sandro Tröger sind Hauptstraßen und solche, die bereits vor dem Wintereinbruch beschädigt waren, besonders betroffen. Wie viele Schlaglöcher sich insgesamt in der Stadt verteilen, könne noch nicht beziffert werden. "Die Schäden werden erst nach Ende der Frostperiode abschließend aufgenommen", so Tröger.

Der lange und kalte Winter hat den Straßen der Kreisstadt ordentlich zugesetzt. Die tiefen Löcher im Boden entstehen vor allem, wenn Oberflächenwasser in kleine Risse des Belags eindringt, dort gefriert und so den Asphalt sprengt. Eine hohe Verkehrsbelastung sorgt anschließend dafür, dass aus kleinen Beschädigungen bald gefährliche Krater werden.

Bis zumindest ein Großteil der Schlaglöcher repariert ist, wird es wohl noch einige Zeit dauern. Denn der Stadtverwaltung zufolge kann mit der Beseitigung der Schäden erst begonnen werden, wenn über einen längeren Zeitraum der Boden frostfrei geblieben ist. Väterchen Frost muss sich also erst endgültig verabschiedet haben, damit die Straßenbaumeister mit der Asphaltflickung starten können.

"Die Schlaglöcher werden, wenn es die Witterung erlaubt, zeitnah im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten repariert", erläutert Tröger. "Im vergangenen Jahr wurden etwa 190000 Euro für die Beseitigung von Schäden ausgegeben." Vorrang bei diesen Reparaturarbeiten hätten die Haupterschließungsstraßen der Stadt. Erst danach werden Nebenfahrbahnen und Straßen in verkehrsberuhigten Zonen ausgebessert. Um die Löcher im Boden zu verfüllen, wird in der Regel sogenanntes Heißmischgut von den Baufirmen verwendet. Auch Kaltmischungen kommen zum Einsatz, die jedoch wegen ihrer geringen Haltbarkeit in der Kritik stehen. Die Reparatur mit diesem Material bietet keine dauerhafte Lösung, und die finanziellen Aufwendungen dafür sind deshalb fragwürdig. Einige Städte verzichten daher bereits auf den Einsatz von Kaltmischgut.

Für rund 100 Kilometer Straße steht die Kreisstadt Borna in der Verantwortung, wobei die großen Bundesstraßen nicht in ihren Zuständigkeitsbereich fallen. Für deren Ausbau und Instandhaltung muss das Land Sachsen, genauer gesagt das Landesamt für Straßenbau und Verkehr mit Sitz in Dresden, Sorge tragen. Land oder Kommunen müssen demnach auch die Haftung übernehmen, wenn das Auto durch kaputte Straßen in Mitleidenschaft gezogen wird. Zumindest theoretisch. Denn praktisch sind Schlaglochschäden vor Gericht schwer durchzusetzen, wie Verkehrsrechtler wissen. Im Fachjargon heißt es, "die Behörde muss ihre Verkehrssicherungspflicht verletzt haben". Und eben das ist kaum zu beweisen. Denn schon ein Warnschild oder eingerichtetes Tempolimit genügt zur Verkehrssicherung. Und wenn das Schlagloch gut zu sehen ist, müssen nicht einmal Warnhinweise stehen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.04.2013

Anja Macheleid

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