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Borna Lofts und Gewächshaus in Witznitz geplant
Region Borna Lofts und Gewächshaus in Witznitz geplant
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09:45 30.05.2018
Auf dem Areal der ehemaligen Brikettfabrik Witznitz sollen Wohnungen und Eigenheime entstehen. Quelle: Jens Paul Taubert
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Borna

In der Perspektive könnte im Bornaer Norden so etwas wie ein neuer Stadtteil entstehen. Das jedenfalls wäre womöglich die Konsequenz, wenn der Stadtrat am Donnerstag Abend den Tagesordnungspunkt 14 auf seiner Sitzung im Goldenen Stern abarbeitet.

Stadtrat berät über Bebauungsplan

Dabei geht es ganz nüchtern und bürokratisch um die Änderung des Bebauungsplanes „Altindustriestandort ehemalige Brikettfabrik“. Dort will die Firma AP 3 Projekt GmbH moderne Lofts sowie Eigenheime errichten.

Zuletzt war das Areal rund um die ehemalige Brikettfabrik in die Schlagzeilen geraten, weil dort offenkundig Überreste der abgerissenen Leipziger Propsteikirche illegal entsorgt worden waren. Dabei ist das Gebiet des vormaligen Dorfes Witznitz, das im Jahr 1941 dem vordringenden Tagebau zum Opfer fiel, schon lange ein Zuzugsgebiet. Im Wohngebiet Grüne Harfe entstehen immer wieder neue Gebäude, und dieser Trend könnte mittelfristig verstärkt werden.

Firma plant Wohnpark mit Gartenstadt

Konkret plant die Firma mit Sitz in Fredersdorf-Vogelsdorf östlich von Berlin dort einen Wohnpark in der Art einer Gartenstadt. Dort befinden sich bereits Loftwohnungen, weitere will das Unternehmen bauen, wobei die Industriearchitektur ähnlich wie etwa im Leipziger Westen besonders reizvolle Nutzungen zuließe, wie es heißt.

Insgesamt biete die Anlage mit ihrer Größe von 67 000 Quadratmetern „genügend Platz, um Wohnen in der Natur in Einklang zu bringen“, wie es in der Erläuterung zum Stadtratsbeschluss heißt.

Eigenheime und ein Gewächshaus

Gedacht ist auch an Eigenheime, bei deren Bau vor allem Baumaterialien wie Holz, Glas und naturbelassene Stoffe zum Einsatz kommen sollen. Zudem sehen die Planer eine gemeinschaftliche Gärtnerei für die Bewohner des Areals vor, zu der auch ein Gewächshaus gehören soll. Voraussetzung dafür ist aber in jedem Fall ein positives Votum des Stadtrates.

Die Anbindung von Witznitz, immerhin auch Standort einer Asylbewerberunterkunft, hatte sich vor zwei Jahren spürbar verbessert, als aus einem Trampelpfad eine ordentliche Trasse mit Einmündung in die Pawlowstraße wurde.

Maler wohnt in Witznitz

Witznitz hat seit einem Jahr auch einen prominenten Bewohner. Der Leipziger Maler Michael Fischer-Art hat das Maschinenhaus der einstigen Brikettfabrik bezogen und nutzt das historische Gebäude sowohl als Atelier als auch als Wohnung für sich und seine kinderreiche Familie.

Neun Jahrzehnte lang wurde in Witznitz Strom erzeugt. Dort hatte im Jahr 1911 auf dem Betriebsgelände der Braunkohlen- und Ziegelwerke Borna der Aufschluss des Tagebaus der Witznitzer Kohlenwerke, eine Gründung der Deutsch-Österreichischen Bergwerksgesellschaft Dresden, begonnen.

Bereits im Jahr darauf startete der Bau der Brikettfabrik und des Kraftwerks. Damit verbunden war auf der einen Seite ein wirtschaftlicher und sozialer Aufschwung für die Bevölkerung, andererseits aber in der Konsequenz auch der Verlust von Dörfern wie Witznitz.

Von Nikos Natsidis

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