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Borna Lutherdenkmal wird am Sonntag eingeweiht
Region Borna Lutherdenkmal wird am Sonntag eingeweiht
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17:55 12.10.2011
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. Das Denkmal wird auch auf Luther als häufigen Besucher in der Stadt hinweisen.

In dieser Woche wird das Denkmal, das der Künstler Hilko Schomerus aus dem Hannoverschen geschaffen hat, auf dem Martin-Luther-Platz aufgebaut. Bis zur offiziellen Einweihung am Sonntag wird das Denkmal noch verhüllt, bevor es dann im Rahmen eines Festgottesdienstes, bei dem auch der sächsische Landesbischof Friedrich Bohl anwesend ist, erstmals der Öffentlichkeit gezeigt wird.

Spätestens dann, davon ist Superintendent Matthias Weismann überzeugt, dürfte den Betrachtern klar werden, was anders ist am Bornaer Lutherdenkmal. Der Reformator steht zwischen Stadtkirche und Emmauskirche nicht auf einem Sockel, wie es zumindest in früheren Jahrhunderten die Regel war, sondern zu ebener Erde. Und er erscheint als Junker Jörg, also unter dem Aliasnamen, unter dem er nach seiner scheinbaren Gefangennahme bei Eisenach 1521/22 mehrere Monate auf der Wartburg lebte. In Gestalt des Junkers Jörg, des Schutzheiligen der Stadt Eisenach, übersetzte Luther die Bibel ins Deutsche und begab sich bekanntlich im März auf den Weg nach Wittenberg, wo er auch in Borna Station machte.

Dort wohnte er bei Michael von der Straßen, einem Bornaer Bürger, der nicht nur ein enger Freund von Luther war, sondern auch eine weit größere Bedeutung für den Reformator hatte, als bisher angenommen, wie der Superintendent sagt. Dass das bisher noch nicht so klar war, hängt damit zusammen, dass Michael von der Straßen nichts Schriftliches hinterlassen hat. Dafür allerdings hat Luther, der bekanntlich mehrfach in Borna zu Gast war, mit seinem berühmten Aschermittwochbrief ein Dokument hinterlassen, in dem er sich als freier Mensch auf seinen Glauben beruft und die reformatorischen Kräfte der Kirche in Bewegung setzte.

Allesamt Aspekte, die bei der Gestaltung des Lutherdenkmals, das im Laufe seiner Entstehung mehreren Wandlungen unterworfen war, eine wichtige Rolle gespielt haben. Luther tritt in dem Werk von Künstler Schomerus aus einem Portal, das einer Kirchentür nachempfunden ist. Hält Luther auf vielen Denkmälern eine Bibel in der Hand, so steht er zwischen Stadtkirche und Emmauskirche mit leeren Hän-den – einer offenen und einer, die zur Faust geballt ist. Hinter der Tür/dem Portal steht eine abstrakte Figur, und beides verweist auf die Wandlungen, die Luther, einstmals ein sich selbst kasteiender Mönch, in seinem Leben durchgemacht hat.

In jedem Fall handelt es sich um ein Denkmal zum Anfassen, das in Zukunft auch als Ort einer Disputation, wie sie Luther etwa im Jahr 1519 in Leipzig mit Johannes Egg hatte, oder als Ort für Konzerte oder Theateraufführungen denkbar ist. Vielleicht so, wie es am Bachdenkmal an der Leipziger Thomaskirche schon seit Jahrzehnten üblich ist.

Einzig noch nicht ganz geklärt ist die Finanzierung des Denkmals, dessen Kosten mit etwa 30 000 Euro veranschlagt werden. Eine Summe, die deshalb so ausfällt, weil Schomerus keinen Künstlerlohn beansprucht. Dennoch Geld, das aufgebracht werden muss und das durch Spenden hereinkommen soll. © Standpunkt Seite 15

Nikos Natsidis

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